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28.03.1980

DV via Telefonleitung:\

Kienzle macht Möbel-Center mobil

Das Braun Möbel-Center in Tübingen-Jettenburg, kurz "BMC" genannt, ist ein nach modernsten Gesichtspunkten konzipierter Einzel- und Großhandels-Fachmarkt, ein Einrichtungs-Musterhaus mit permanenter Ausstellung auf breiter Fläche. Mit dem Stammhaus bestehen zur Zeit in Baden-Württemberg zehn leistungsfähige Betriebe. Der Personalstand beträgt 220 Mitarbeiter, der Umsatz liegt bei 55 Millionen Mark.

BMC war seit seiner Gründung auf Expansionskurs gegangenen im Verkauf und in der Verwaltung. Die Geschäftsführung hatte die Notwendigkeit eines Steuerungsinstruments erkannt. Man wollte optimal informiert sein und jederzeit über Chefzahlen verfügen, mit deren Hilfe eindeutige Entschlüsse gefaßt werden können.

Nachdem die Möglichkeit der Mittleren Datentechnik restlos ausgeschöpft waren, entschloß sich BMC zur Installation eines Kienzle EDV-Systems 6100 in Verbindung mit zehn intelligenten Terminals Kienzle 3700. Diese sind bei den Filialbetrieben aufgestellt und erfassen alle Daten, die dort anfallen. Das sind zunächst einmal die Kaufverträge, dann die Warenbelege wie Wareneingang, -ausgang und -bestellung. Am Nachmittag zwischen 16.00 und 17.00 Uhr werden die Daten per Telefon gesendet, am nächsten Tag erfolgt der Datenrückfluß. Die Speicherung in den Filialen wird auf MB-Kassetten vollzogen, in der Zentrale ist eine Plattenkassette im Einsatz. Im Abstand von fünf Minuten rufen die Außenstellen in Jettenburg über eine Direktleitung an. Nach Überspielen der Auftragsdaten folgt das Verarbeiten, wofür zwischen 17.00 und 20.00 Uhr nicht mehr als drei Stunden nötig sind. Die Buchhaltung vom Vortag wird dann von einer zweiten Arbeitsschicht durchgeführt, die morgens um 6.00 Uhr mit der Verarbeitung der am Vortag erfaßten Daten beginnt. Es wird fakturiert und gebucht in einem Gang - die Buchung vollzieht sich in der Zentrale, die Rechnungserstellung vor Ort. Ist die Auftragsdatenerfassung abgeschlossen, dann ist man praktisch auch mit der Fakturierung fertig und der Zahlungseingang ist voll in die Buchhaltung integriert. Es wird kontiert, die Daten werden mit dem Terminal 3700 erfaßt und mit der normalen Buchhaltung verarbeitet. Das Kassenbuch wird, wenn eine Seite voll ist, nach Jettenburg in die Zentrale geschickt und dann dort bearbeitet.

Einmal in der Woche wird das Mahnprogramm gefahren wobei alle Posten gemahnt werden, die älter als drei Wochen sind. Eine bedeutende Rolle spielt in dem neuen System die automatische Lagerbestandsrechnung. Sämtliche Warenein- und -ausgänge werden in den Filialen erfaßt und abends überspielt. Es wird eine Liste ausgedruckt mit Wareneingang und -ausgang, die den neuesten Saldo des Warenbestandes ausweist. Die einzelnen Artikeldaten überträgt das System über einen Rechnerkoppler auf die einzelnen Filial-Terminals und speichert sie auf deren Plattenkassetten. Der Ausdruck erfolgt auf einem Etikett, das als Warenannahmepapier dient. Es geht zum Lageristen. Sobald eine neue Ware eingeht, muß für den betreffenden Artikel auch ein Etikett vorhanden sein. Es trägt eine Lagernummer, die fortlaufend für jedes zu bestellende Stück entsteht; diese Lagernummer begleitet ein Möbelstück, bis es das Haus wieder verläßt.

Zum Monatsbeginn wird bilanziert. Das dauert etwa eine Stunde, die gesamte Monatsauswertung einschließlich Monatsabschluß drei Stunden, so daß der Tagesablauf kaum verändert wird. Aber um die Inventur, die körperlich vorgenommen werden muß, kommt man nicht herum. Allerdings ist sie erheblich erleichtert durch die Lagernummer und das Etikettensystem: Jeder Artikel kann aufgrund der Lagernummer schnell und sicher identifiziert werden, so daß auch der Inventur der früher anhaftende Schrecken genommen ist.

Noch längst ist das zur Zeit installierte Verbundsystem nicht an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Gegenwärtig ist ein täglicher Einsatz von etwa sieben Stunden gegeben, so daß noch mindestens fünf Stunden frei zur Verfügung stehen - wenn man nicht rund um die Uhr arbeiten will. Man hat sich ausgerechnet, daß der Online-Anschluß einer weiteren Filiale täglich nicht mehr als zehn Minuten zusätzlich beanspruchen würde.

Sonstige Programme, die auf dem System 6100 bei MBC gefahren werden:

1. Wöchentlich: Mahnungen mit Mahnstatistik, OP-Liste Debitoren, Änderungsdienst Lieferanten, Änderungsdienst, Buchhaltung, Zahlungsvorschlagliste Kreditoren, Kontoauszüge Personenkonten, Scheckschreibung, Saldenliste Kreditoren, Konditionsliste Kreditoren.

2. Monatlich: Lohnabrechnung, Monatsabrechnung mit G + V und Bilanz, Kontoauszüge Sachkonten, Saldenliste Sachkonten, Provisionsabrechnung, Abgangsmeldungen, Warenbestandsliste pro Haus, Warenbestandsliste insgesamt, Lagernummernliste pro Haus, Liste Bestellbestand pro Haus, Liste Auftragsbestand pro Haus.

Geschäftsführer Bader von der BMC-Möbelfilialkette in Tübingen-Jettenburg sagt zum Kienzle Service: "Der Kundendienst von Kienzle ist gut sowohl in der technischen Leistung wie bezüglich der Qualifikation der Techniker und ihrem persönlichen Einsatz. Es treten selten Probleme auf, wenn dies aber einmal der Fall ist, werden de sofort beseitigt; man schiebt nichts vor sich her, sondern reagiert unmittelbar. Drei Filialen werden von Kienzle Datensysteme Stuttgart betreut, die übrigen von Karlsruhe, Freiburg und Villingen. Selbstverständlich war dieser Service nur möglich, weil die Service-Techniker bei allen Installationen in den einzelnen Außenstellen zugegen waren und von Anbeginn wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Diese intime Kenntnis der Materie hat sich bis zum heutigen Tage bewährt".

*Dipl.-Vw. Herbert Ackermann ist Leiter der Presseabteilung der Kienzle AG, Villingen.