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27.02.1976

DV-Zubehör, ein triviales Drum und Dran?

Herbert F. W. Schramm, Freiberuflicher Fachjournalist für Büro- und Datentechnik, Groß Rönnau

Mit Checklisten und Nutzplänen, Spezifikationen und Anleitungen wappnen sich die Computer-Benutzer für eine optimale Hardware. Noch größere Mühen gelten den Software-Entwicklungen. Im Vergleich mit dieser faszinierenden Gründlichkeit nimmt sich die Auswahl des DV-Zubehörs nur allzuoft wie ein lästiger Kleinkram aus, den man sich möglichst vom Halse schafft. Endlospapier und Lochkartenvorräte, Reißer, Kuvertierer, Regale und Ablagen - all das mag die leidenschaftlichen Einkaufsmenschen in Euphorie versetzen. Für manchen Systemplaner aber bleibt es im Vergleich mit dem Puzzle beim Programmieren, der hohen Kunst der Systementwicklung oder der Ehrfurcht vor der Elektronik nur Knechtsarbeit.

Fehlanschaffungen durch Gleichgültigkeit

Die gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem "Drum und Dran" beim Datenverarbeiten steht nun fast nie mit der wahren Rolle der Materialien, Organisationsmittel und Zubehörgeräte im Einklang. Das wird spürbar, wenn sich solche Requisiten einmal ihrer mausgrauen Unscheinbarkeit entledigen etwa durch Mangelerscheinungen und Störungsphänomene. In der Praxis bedeutet das, daß die Spezialisten für den Vertrieb solcher Produkte nicht immer aufgeschlossene und fachkundige Gesprächspartner vorfinden. Es nimmt dann nicht wunder wenn die Gefahr der Fehlanschaffungen höher als sonst in der Datenverarbeitung einzuschätzen ist.

Am Zubehör für die Systemräume und den Anlagenbetrieb produzieren zahlreiche Branchen mit, die aus der Perspektive der DV-Spezialisten exotisch wirken mögen: Klimatechniker und Raumeinrichter, Peripheriegeräte-, Papierverarbeitungs- und Postbearbeitungsmaschinen-Industrie, Datenträger-, Formular- und Ordnungsmittel-Hersteller, Möbel-Produzenten usw. In den Produktpaletten all dieser Herstellungs-, Vertriebs- und Beratungsbranchen kommt es noch ständig zu Weiterentwicklungen. Ein guter Teil von ihnen hat unmittelbare Rückwirkungen auf den Leistungsstand der Datenverarbeitung, andere stellen sicher, daß die Resultate der Computerleistungen überhaupt erst weiterverwendungsfähig werden.

Beispiele und so weiter

Beispiele, wie sich durch Schritthalten mit den Weiterentwicklungen beim Zubehör neue Leistungsreserven mobilisieren lassen, braucht man nicht lange zu suchen. Zu den jüngsten Möglichkeiten zählen etwa die Klimaschränke. In Systemräumen mit kleineren Installationen reichen sie aus, um den vollen Klimabedarf zu decken, in solchen mit Großanlagen erhöhen sie die Anpassungsfähigkeit beim Übergang auf ein neues System. In beiden Fällen sparen sie aber Umbauten in Doppelböden und Systemdecken ein. Ein anderer Fall: Seit Jahr und Tag raten die technischen Kundendienste der Computer-Hersteller zum Brandschutz mit CO(2)-Anlagen. Wer weiß schon, daß diese Anlagen neuerdings überholt sind. Halon-Löschsysteme, die in den amerikanischen Rechenzentren bereits Vorschrift sind, bieten eine mehrfach höhere Löschleistung und gefährden vor allem nicht die im Raum anwesenden Mitarbeiter.

Längst sind für die EDV-Aufgaben "Poststraßen" - erhältlich, die viele tausend Sendungen pro Stunde schaffen und vor allem das hohe Fehlerrisiko unter Kontrolle bringen. Mehr Ordnung und damit mehr Sicherheit und Effizienz bieten schließlich auch die Organisationsmittel-Hersteller für die Datenverarbeitung. Wie kaum eine andere Branche können sie sich auf die hausspezifischen Probleme der Computer-Benutzer einstellen, und ihre Innovationsleistung besteht immer wieder in Lösungen, die den Zielen des Anwenders in vollem Umfang entsprechen. Und so weiter.

Beschaffung fest verdrahten

Außerhalb der Rechenzentren, besonders im allgemeinen Einkaufswesen der Unternehmen, mag man sieh mit den Produktspezifikationen, mit Qualitäten und Quantitäten, Konditionen und Preisen auf das beste auskennen. Befriedigende Verhältnisse beim DV-Zubehör setzen aber mehr voraus, und die Beschaffung darf deshalb nicht ohne die Fachkenntnisse der Mannschaft im Systemraum erledigt werden. Bei vielem Zubehör trifft außer den Bedingungen, die etwa durch geeignete Materialeigenschaften erfüllt werden müssen, eine unüberschaubare Vielfalt von weiteren Anforderungen zusammen. So sind etwa beim "Futter". für die Schnelldrucker neben den Normen und maschinellen Verarbeitungsbedingungen auch die Zwänge der Organisation im Haus, die Verträglichkeit mit den Systemen der Empfänger der Belege, die Möglichkeiten der Formulardruckereien, die Methode der Belegbearbeitung und vieles andere zu bedenken. Je mehr indessen die Last der DV-Aufgaben druckt desto seltener findet man bei den Verantwortlichen im Rechenzentrum die Neigung von sich nun auch noch um die Optimierung des Zubehörs zu kümmern. Sie nimmt eben unter den Aufgaben des DV-Leiters, DV-Organisators und Operators nur einen geringen Rang ein. Um so sinnvoller ist es aber, die Zubehör-Probleme in feste Hände zu legen. Eine optimale Beschaffung ist hier nur dann wahrscheinlich, wenn die Einkäufer im eigenen Haus und die Gesprächspartner aus fremden Lieferantenbranchen ihre Verhandlungen mit einem Zuständigen führen können der ihre eigenen Leistungen nicht als Trivialitäten einschätzt.