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12.06.1981 - 

Täglich kommen rund zwei Mannjahre Software neu hinzu - produziert von etwa 350 Leuten:

Dynamisch durch alle Konstruktions-Kommandos

MÜNCHEN (pi) - Mit neuen Produkten im Bereich von Hard- und Software sowie von schlüsselfertigen Systemen will die Computervision (CV) Corp., Bedford, Massachusetts, ihre Stellung als Anbieter von CAD/CAM-Systemen für das rechnergestützte Konstruieren und Fertigen halten und ausbauen. Bei schlüsselfertigen CAD/CAM-Systemen hält Computervision nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von 40 Prozent.

Die Amerikaner- Tochterunternehmen im deutschsprachigen Raum existieren in Dreieich-Sprendlingen, Düsseldorf, München und Zürich bezeichnen sich als einzigen Hersteller schlüsselfertiger CAD/CAM-Systeme, der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Vertrieb, Hard- und Software-Service sowie Kundenschulung und -betreuung aus einer Hand bietet. In der Entwicklung von Anwendersoftware, heißt es, sind mehr als 350 Ingenieure und Programmierer tätig, die jeden Tag nahezu zwei Mannjahre an Software entwickeln.

Zu den Neuheiten auf der Hardwareseite gehört der Rasterbildschirm "lnstaview C" (Colour). Er unterscheidet 32 Farben und kann mit seinem einfarbigen Instaview-Vorgänger über ein gemeinsames System betrieben werden. Die Farbpalette dient der besonderen Hervorhebung oder Unterdrückung von Layern, Einzelteilen oder ganzen Baugruppen. Der farbige Rasterbildschirm soll alle Entwurfs- und Zeichnungs-Herstellungsarbeiten in Anwendungsgebieten wie Maschinen- und Flugzeugbau, Elektrotechnik und Entwurf von Halbleitern und Leiterplatten erleichtern.

Low-cost für zwei

Das neue "Designer-R-System" wurde als Remote-System konzipiert und ist - so CV - trotz aller technischen Ausstattungen ein Niedrigpreis-System. Es ermöglicht den Benutzern der CV-Software "Cadds 3" und "Cadds 4´, Satelliten-Terminals an die vorhandenen Systeme anzuschließen und unterstützt bis zu zwei interaktive Arbeitsplätze und einen Arbeitsplatz im Batch-Modus innerhalb eines lokalen Netzwerkes.

Zum System gehören ein Satellitenrechner und je ein Festplatten- und Bandlaufwerk. Innerhalb eines dezentralisierten Rechnerverbundes benötigt das Designer-R-System eine zentrale Datenbank als Massenspeicher. Im Rechnerverbund können alle Software-Anwendungen auf dem R-System laufen. Zwei Versionen - feste Verkabelung mit einem Zentralspeicher bei maximal 1000 Meter Entfernung oder Kommunikation mit dem Großrechner über eine Telefonleitung - sind lieferbar und machen das System nach CV-Ansicht zu einer konkurrenzlosen Alternative für Bereiche, die nicht mehr als zwei CAD/CAM Arbeitsplätze betreiben.

Das ebenfalls neue schlüsselfertige "Designer V"-System unterscheidet sich nach Herstellerangaben von dem bereits bekannten "Designer IV"-System hardwaremäßig durch den schnelleren Rechner "CGP 200" durch den dynamischen Rasterbildschirm (512 x 512 Punkte Auflösungsvermögen) sowie durch eine Tastatur für Bildschirm-Manipulationen, welche das dynamische Rotieren, Zoomen (Vergrößern/Verkleinern) und Verschieben von dreidimensionaler Geometrie in beliebige Lagen auf dem Bildschirm erlaubt. Separate Mikroprozessoren für die Bildmanipulation, betont CV, gewährleisten Ergebnisse in Sekundenschnelle.

Designer V besteht aus den Komponenten:

-CGP 200 (16 Bit Zentraleinheit)

-Graphischer Arbeitsplatz

- dynamischer Rasterbildschirm

- Menü- und Digitalisierfeld

- Tastatur für das dynamische Manipulieren dreidimensionaler Geometrie-Modelle

- Hardcopy-Einheit

- Plattenlaufwerk (300 MB Wechselplatte)

-Magnetbandlaufwerk

-Zeichenmaschine

-Cadds 4-Graphik-Software für das Erzeugen dreidimensionaler Geometrie-Modelle

-Anwendersoftware für (nach CV Darstellung) alle Bereiche der Industrie.

Die Cadds 4-Software bietet nach Angaben von CV eine Palette neuer Arbeitsmöglichkeiten, wie etwa gleichzeitiges Arbeiten in verschiedenen Ansichten, dynamische Menüfeldhandhabung, Definieren von Ansichten durch Digitalisieren von drei Punkten im Raum, Rubberbanding, exakte Trennung zwischen dem Arbeiten im dreidimensionalen Modell und an der zweidimensionalen Zeichnung oder das Erzeugen von dynamischen Finite-Elemente-Modellen.

Einige der Softwareprodukte - sie sind für Deutschland neu und wurden wie auch die übrigen CV-Produkte von Computervision auf der letzten Hannover-Messe vorgestellt - seien im folgenden näher skizziert: Die neue Mechanik-Software - so die Anbieter-Beschreibung - optimiert die Erzeugung von Finite-Element-Modellen durch Verkürzung ihrer Entwicklungszeiten. Die Zeitersparnis liege in der Fähigkeit der Software, Finite-Element-Netze interaktiv grafisch mit Unterstützung des dynamischen Bildschirms zu simulieren und das Verhalten von Finite-Element-Strukturen auf dem Bildschirm darzustellen.

Dadurch seien Problembereiche unmittelbar zu erkennen. Werden Berechnungen zur Modellbildung auf einem Großcomputer durchgeführt, erläutert CV, so können alle Ergebnisse anschließend grafisch dargestellt und auf einem Plotter aufgegeben werden. Die Möglichkeit, beliebige zwei- oder dreidimensionale Bauteile als Finite-Element-Modelle durch Verwendung einer kompletten Bibliothek von standardisierten oder benutzerdefinierten finiten Elementen aufzubauen, verbessere die Produktivität.

Neue CV-Software bringt eine - so der Anbieter - wesentlich schnellere NC-Programmierung durch interaktive grafische Programmiermethoden und gestattet darüber hinaus, durch Eingabe des Maschinenstundensatzes und anderer Daten, die Produktionskosten automatisch zu errechnen. Der NC-Teileprogrammierer, erläutert der Marktführer, erhält die Möglichkeit, sich den NC-Werkzeugweg unmittelbar grafisch aus beliebigem Blickwinkel am Bildschirm zu betrachten.

Darüber hinaus könne er das Werkzeug am Bildschirm "laufen lassen". Das System simuliere Werkzeug mit Schaft und Halter unter realen Vorschubbedingungen auf dem Bildschirm.

Elastische Leiterbahnen

Rubberbanding für gedruckte Schaltkreise - ebenfalls ein neues Produkt - soll dem Bearbeiter die Möglichkeit geben, diskrete Bauteile in ihre optimale Lage zu plazieren, ohne die damit verbundenen Leiterbahnen zu unterbrechen. Das automatische Plazieren von Bauteilen, heißt es, verkürzt die Entwicklungszeiten von gedruckten Schaltungen durch Wegfall von zeitraubenden und fehlerverursachenden Arbeitsgängen. Die Software für das automatische Plazieren gestatte die Verwendung verschiedener Kartengrößen, die Vorabweisung von Gattern, das Vorabplazieren von Bauteilen und die Benutzung analoger sowie digitaler Bauteile.

Das neue Programmpaket für automatisches Routen von definierten Feldern (Gate Array) läßt den Konstrukteur nach Darstellung von CV interaktiv ein Logik-Diagramm mit Hilfe des CAD/CAM-Systems erstellen. Weiter wird erläutert: Ausgehend vom Logik-Diagramm generiert die Software eine Netzliste durch automatisches Verbinden von standardisierten Zellen, die die Grundlage für das Erzeugen der Masken für die integrierten Schaltkreise darstellt. Die Zeitverkürzung des gesamten Entwicklungsprozesses beruhe auf der Verwendung standardisierter Zellen und der automatischen Ableitung des Entwurfs aus dem Logik-Diagramm.

Kollidierende Rohre

Eine neue verbesserte Software für Kollisionsprüfung im Anlagenbau und Rohrleitungsentwurf ermöglicht nach Darstellung des Anbieters dem Konstrukteur, die Verträglichkeit von Rohren untereinander oder mit anderen Komponenten einer Anlage im dreidimensionalen Raum zu prüfen. Damit sollen kostenintensive Überarbeitungen oder Bauverzögerungen vermieden werden. Diese Software gestattet, heißt es, eine automatische Erstellung von Verknüpfungs- und Stücklisten aus der Bauteile-Bibliothek und die dreidimensionale Darstellung einer Anlage.

Die Software für dezentrale Datenverarbeitung/Computernetzwerke bringt - so CV - eine erhöhte Produktivität von Ingenieuren und Konstrukteuren durch Kopplung mehrerer Computersysteme zu einem Rechnernetz. Das Arbeiten im Rechnerverbund geschieht durch Zugriff von unabhängigen Designersystemen auf eine gemeinsame Datenbank und durch interaktiven Austausch von Informationen. Ein CGP 100- oder CGP 200-Computer wird als Zentralrechner innerhalb des Verbundes für Datenverwaltung, Arbeiten im Batch-Modus und den Betrieb von peripheren Geräten eingesetzt. Durch den Anschluß von bis zu sechs Satellitenrechnern á acht Arbeitsplätze können bis zu 48 Arbeitsplätze online mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit auf dieselbe Datenbank zugreifen, erläutert der Hersteller.

Konvertierte DB-Formate

Computervision will mit seiner neuen Software für Datenaustausch nach dem IGES-Standard Möglichkeiten bieten, dreidimensionale Geometrie-Datenbank-lnformationen zwischen CAD/CAM-Systemen von Computervision und CAD/CAM-Systemen anderer Hersteller auszutauschen. Dabei handele es sich nicht um die physikalische Übertragung von Daten oder ein Koppeln von Rechnern, sondern um das Konvertieren von Datenbank-Formaten.

Eine dynamische Menüfeld-Handhabung ermögliche neben der konventionellen Tablett-Menütechnik eine direkte Darstellung von Befehlskommandos auf dem Instaview-Bildschirm zum leichteren Wechsel von einem Kommando-Block zu anderen. Das System führte den Bearbeiter dynamisch durch alle Konstruktions-Kommandos, indem es eine Vorab-Auswahl sich entsprechender Kommandos durchführt.

Informationen: Computervision GmbH, Bergam-Laim-Str. 47, 8000 München 80, Tel.: 089/ 4 l6 10.