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27.10.2000 - 

Kolumne

E-Business - noch geht wenig

Christoph Witte, Chefredakteur CW

Seit mehr als zwei Jahren steht das Thema E-Business ganz oben auf der Prioritätenliste von Managern. Jede Umfrage zeigt die Meinung der Führungskräfte, wonach E-Business enorme Auswirkungen auf die Unternehmen haben wird.

Technisch dürfte neben der Auswahl der richtigen Produkte vor allem die Integration der bisherigen IT-Infrastruktur mit den Internet-basierenden Produkten eine große Herausforderung darstellen, um ein traditionelles Unternehmen in eine E-Business-Company zu verwandeln. Auf geschäftlicher Seite steht die Entscheidung an, in welchem Bereich sich ein Unternehmen auf das Digital Business stürzt. Soll es sich wirklich online auf die Jagd nach Kunden machen oder doch zunächst die neuen Technologien nutzen, um interne Prozesse wie die Beschaffung oder die Supply Chain effizienter zu gestalten und so einen höheren Deckungsbeitrag zu erzielen?

Die Folgen des E-Business für die Unternehmenskultur sind dagegen kaum abzuschätzen. Nur eins dürfte klar sein: Sie muss Unsicherheit und eine hohe Veränderungsgeschwindigkeit aushalten, sprich, sie muss Fehler erlauben. Der Satz von Motorola-Chef Tom Glavlin bringt die tragende Rolle der Unternehmenskultur in diesem Transformationsprozess auf den Punkt: "Culture eats strategy for lunch."

Doch obwohl bereits die Auswirkungen in schlauen Abhandlungen und Studien untersucht werden, ist die Hinwendung zum E-Business immer noch keine Massenbewegung. Es gibt etliche Einzelbeispiele, aber die elektronisch abgewickelten Geschäfte bilden noch nicht einmal eine eindrucksvolle Minderheit. Offenbar fürchten sich angesichts der Größe der Aufgabe viele Manager davor, diese Transformation überhaupt einzuleiten. Sie warten lieber ab, was andere tun, wo sie erfolgreich sind, wo sie scheitern, um es dann selbst besser zu machen. Eigentlich keine schlechte Strategie, vor allem weil sich Pioniere meistens eine blutige Nase holen. Es gibt dabei nur zwei grundlegende Probleme: Auch beim Nachmachen muss man wissen, wohin die Reise gehen soll. Außerdem existieren für das E-Business keine Patentrezepte, also wenig, was sich kopieren lässt. Jedes Unternehmen bräuchte daher eine eigene Strategie - bisher fehlt die aber den Marktforschern zufolge in über 60 Prozent der deutschen Companies.