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19.01.2006

E-Business-Plattform basiert auf Open Source

"Commerce Framework" von Sinner Schrader verwendet Ajax und Spring Framework.
Mit dem auf Open-Source-Tools basierenden Commerce Framework lassen sich laut Sinner Schrader individuelle Kundenlösungen bauen.
Mit dem auf Open-Source-Tools basierenden Commerce Framework lassen sich laut Sinner Schrader individuelle Kundenlösungen bauen.

E-Business-Lösungen erfordern eine stabile und zuverlässige Architektur. Zudem müssen sie aber auch einfach und kostengünstig erweitert werden können. Aus diesem Grund hat Sinner Schrader Neue Informatik (S2I) aus Hamburg den E-Business-Baukasten Commerce Framework entwickelt, der sich aus Open-Source-Komponenten zusammensetzt. Das System soll sich leicht an individuelle Kundenbedürfnisse anpassen lassen. Mit Hilfe der Plattform realisiert das Unternehmen E-Business-Projekte für Kunden.

Ajax, Spring und Struts

Das Framework verwendet Tools wie Ajax zur Umsetzung benutzerfreundlicher Web-Interfaces und das "Spring Framework" mit aspektorientierter Programmierung (AOP), die die Qualität und Wartbarkeit der Anwendung sicherstellen.

Folgende Funktionen stellt das Framework zur Verfügung:

• Bestellprozess mit Formularvalidierung und Warenkorbfunktion;

• mandantenfähiger Produktkatalog;

• Schnittstellen zu Drittsystemen (Rechnungswesen, Faktura, Warenwirtschaft, Lieferung und Lettershop) über Web-Services und FTP;

• Benutzer- und Bestellverwaltung;

• Preisfindung sowie

• Administrationsoberfläche.

Die Grundlage des J2EE-ba- sierenden Shopsystems bilden das Präsentations-Framework "Struts" und "Hibernate" für das objektrelationale Mapping. "Durch aspektorientierte Programmierung in Verbindung mit dem Spring Framework wird das Datenbank-Session- und Transaktions-Management vereinfacht und ist weniger fehleranfällig", erläutert Thilo Horstmann, einer der Geschäftsführer. Das Spring Framework fungiert als Container für Manager-Beans. "Enterprise Javabeans (EJBs) kommen bewusst nicht zum Einsatz, da sie sich sowohl in der Entwicklung als auch im Betrieb als zu schwerfällig erwiesen haben", so Softwarearchitekt Thomas Jacob.

Leichte Konfiguration

Die Entwicklung von Struts-Actions sowie die Validierung von Formulardaten werden mit Hilfe des Commerce-Frameworks vereinfacht. Durch Konventionen (Convention over Configuration = CoC) ist es möglich, auf die Deklaration der Struts-Konfigurationen vollständig zu verzichten. Dies hat auch den Vorteil, dass für eine Validierungskonfiguration nur die Hälfte der sonst erforderlichen Deklarationen erforderlich sind. Zudem erleichtern Generics dem Entwickler die Arbeit, da Formulare in den Actions typkorrekt bereitgestellt werden.

Ähnlich wie "Ruby on Rails" werden wiederkehrende Arbeiten der Softwareentwickler verbannt und über Konventionen Konfigurations- und Entwicklungsarbeiten verringert. Die S2I-Plattform stellt unter anderem eine Klassenbibliothek auf der Grundlage des Open-Source-Tools "Apache Ant" zur Verfügung, mit der Business-Objekte wie Produkte, Kunden und Bestellungen definiert, erzeugt und verwaltet werden können. Allerdings ist es hier noch immer erforderlich, Java Server Pages (JSPs) manuell zu entwickeln.

Die Bestandteile des Frameworks lassen sich je nach Bedarf hinzufügen. Dazu zählen:

• Produktverwaltung: Mit Hilfe einer Metasprache lassen sich Produkt- und Kategorisierungstypen für das Business-Modell definieren. Hierbei kann auf Stilmittel wie Vererbung, Assoziation und Komposition zurückgegriffen werden. Die Metasprache definiert die Attribute der Produkte auch aus fachlicher Sicht, da sich Gültigkeitsbereiche und Darstellungsoptionen festlegen lassen. Der Vorteil der Metasprache: Das Framework erzeugt aus diesen Informationen Java-Typen, Hibernate-Mapping-Definitionen und eine administrative Oberfläche zum Pflegen von Produktdaten. Während der gesamten Projektlaufzeit kann diese Generation beliebig wiederholt werden, ohne die Implementierung zu gefährden.

• Die Produktsuche basiert auf der Open-Source-Suchkomponente "Lucene". Sie sorgt bei Produktaktualisierungen automatisch für konsistente Indizes.

• Bestellwesen und Benutzer-Management: Neben der Verwaltung von Bestellungen, Benutzern und Rechten sowie Lieferungen gibt es Adaptoren zur Validierung von Kunden- und Zahlungsdaten, für Kreditkartenzahlungen sowie zum Datentransfer. Damit lassen sich Drittsysteme und Dienstleister wie SAP R/3, eScore oder Bibit integrieren.

• Mehrseitige Eingabeformulare reagieren dynamisch auf Eingaben des Benutzers. Beispielsweise wird automatisch eine weitere Seite für eine abweichende Lieferadresse eingeblendet. Die Funktionen bestehen aus wiederverwendbaren Formularelementen (JSP-Snippets und Form-Beans), die sich weitgehend auf Struts stützen.

Mit Projektvorlagen legen Anwender die ohne großen Aufwand eine Projektinfrastruktur und den Deployment-Prozess fest. Solche Vorlagen lassen sich mit "Velocity" in ein neues Projekt transformieren. Ein Plug-in für die Entwicklungsumgebung Eclipse (New-Project-Wizard) erfragt von dem Softwarearchitekten in drei Schritten die notwendigen Eckparameter. Er wählt anhand einer Checkliste zu verwendende Komponenten aus und definiert das Setup aus Web-, Applikations- und Datenbank-Server, auf denen die Applikation laufen soll. Das Deployment gestattet dabei eine Versionierung. (fn)