Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.09.2000 - 

Hersteller hinken Schlagworten hinterher

E-Business verlangt zwangsläufig Dokumenten-Management

ESSEN (ue) - Selbst die Großen der Dokumenten-Management-Branche hinken dem Thema Web-basierte Anwendungen noch hinterher. Wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, ließ sich auf der diesjährigen DMS Expo in Essen beobachten.

Lange Zeit galt das Datumsproblem als der große Hemmschuh für die Einführung von Dokumenten-Management-Systemen (DMS). Wenn nach der Lösung des Jahr-2000-Problems erst einmal IT-Ressourcen frei würden, erhalte das DMS-Thema ganz neuen Aufwind, so die Prognosen. Tatsächlich boomt die Branche mittlerweile, was sich auf der DMS Expo in den Rekordzahlen von knapp 20 000 Besuchern und 400 Ausstellern widerspiegelte. Doch das wachsende Interesse an DMS hat ganz andere Ursachen und erfolgt häufig aus einem Zwang heraus: Anwender müssen diese Aufgabe angreifen, weil sie sonst ihre Web-orientierten Prozesse nicht umsetzen können, beschreibt Bernhard Zöller von der Zöller & Partner GmbH in Sulzbach/Taunus die Situation.

Das Web erfordert neue MechanismenIn seiner Rede zur Messe nannte der Berater mehrere Beispiele: Wer seinen Kunden einen Zugriff auf den Informationsbestand der eigenen IT einräumen möchte, müsse sich für diese Transaktionen einer "System-zu-System-Beziehung" stellen, in der Papier nichts mehr zu suchen hat. Auch das verbreitete Outsourcing etwa von Call- und Support-Centern oder die Bereitstellung von Vertriebsinformationen an Außendienstmitarbeiter und Makler erfordere den nahtlosen Zugriff auf Kundenakten. Spätestens mit der Integration in Websites seien jedoch Erweiterungen etwa in Richtung Web-Content-Management nötig, die von den klassischen, für das Internet aufgebohrten Systemen nicht erfüllt werden.

Zur Web-Anbindung gehöre mehr als die in Essen präsentierte Anzeige einer Trefferliste, der Click auf Hyperlinks oder das Laden von Datei-Viewern. Zöller bemängelt vor allem die Entwicklungs- und Customizing-Werkzeuge, die sich zwar für die klassischen Architekturen eignen, im Umfeld der neuen Web-Anwendungen aber versagen.

Die Branche befindet sich noch in der Lernphase, darin sind sich Zöller und sein Kollege Ulrich Kampffmeyer von der Hamburger Unternehmensberatung Project Consult einig. Was in Essen als Web-Suites für Dokumenten-Management gezeigt wurde, funktioniere in seinen einzelnen Modulen, als Gesamtlösung dagegen nicht. Das gelte selbst für Branchengrößen wie CE ("Cetiq") und SER ("Serware"), die laut Kampffmeyer inzwischen den Weg auf das internationale Parkett geschafft und dabei den Abstand zu Konkurrenten wie Easy und Ixos deutlich vergrößert haben. Das große Problem bestehe darin, dass die Hersteller den neuen Schlagworten hinterherliefen, ohne die dafür notwendigen Ressourcen aufbringen zu können, so Kampffmeyer. Haben sich seit letztem Jahr, angeführt durch SERs "Brainware" und "Genius" von Easy, viele Anbieter mit einer inzwischen als Killerapplikation bezeichneten automatischen Dokumentenklassifizierung beschäftigt, wird man jetzt vom Web-Content-Management überrollt. Erste überzeugende Lösungen kommen hier lediglich von Filenet über die Kooperation mit Autonomy (Retrieval) und Intervowen (Website-Management) sowie von Documentum, das in dieser Richtung eigene Wege geht (ein ausführlicher Bericht zur DMS folgt in der kommenden CW-Ausgabe).