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Effizienzsteigerung - das oberste Kriterium für die Projektauswahl


12.10.2001 - 

E-Konsolidierung ist angesagt

MÜNCHEN (qua) - Angesichts der angespannten Wirtschaftslage unterziehen die Unternehmen ihre potenziellen IT-Projekte heuer einer härteren Prüfung als im vergangenen Jahr. Zudem bemühen sich viele Anwender, darunter der Energieriese Eon, den E-Business-Wildwuchs zu beschneiden.

Das "Sexy-Thema" E-Business hat in den Augen der IT-Entscheider an Attraktivität verloren. Im vorigen Jahr verzeichnete das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen CSC Ploenzke dieses Thema in seiner weltweiten Studie "Critical Issues" auf Rang eins der Prioritätenliste. Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage, die im kommenden November veröffentlicht werden sollen, weisen zwei vergleichsweise hausbackene Topthemen aus: Heutzutage gehe es den Unternehmen mehr darum, die Effizienz der Organisation zu erhöhen und die unternehmensweiten IT-Services zu verbessern, verriet die CSC Ploenzke AG, Wiesbaden, vorab.

Im Zuge dessen erwartet das Consulting- und Serviceunternehmen einen starken Trend zur Integration komplexer Systemlandschaften. Auch das Outsourcing vollständiger, nicht zum Kerngeschäft gehöriger Geschäftsprozesse sei für die Kunden ein Thema, so der Vorstandsvorsitzende Peter Strabel anlässlich eines Pressegesprächs in Aschau. Gleichzeitig bestätigte er, dass derzeit viele Entwicklungsprojekte auf Eis liegen. Für die Berater und Systemintegratoren bedeute das erhöhten Konkurrenzdruck und niedrigere Preise.

Das bekam auch CSC Ploenzke zu spüren: Eigenen Angaben zufolge setzte die deutsche Tochter des US-Konzerns Computer Sciences Corp. zwar in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahres zwölf Prozent mehr um als von April bis September 2000. Doch entsprächen die Erträge nicht ganz den Erwartungen. Als Sorgenkind habe sich insbesondere der bisherige Vorzeigebereich Banken entpuppt. Hier schwächele das Consulting-Geschäft, weil die IT-Budgets im Zuge von Einsparungen teilweise drastisch reduziert worden seien.

Um die Sicht des Beraters durch die eines Anwenderunternehmens zu ergänzen, hatte CSC Ploenzke zu der Veranstaltung auch Gisela Wörner, Chief Executive Officer (CIO) des Energieriesen Eon, eingeladen. Die für ihren Pragmatismus bekannte Informations-Managerin untermauerte die Ergebnisse der Critical-Issues-Studie, indem sie ihr selbst gestecktes Ziel benannte: "Die Effizienz und Effektivität im Unternehmen steigern." Entscheidende Bedeutung misst Wörner dabei der "Gratwanderung" zwischen innovativen Lösungen und Standards bei: "Der E-Business-Hype hat gezeigt, was Innovation bedeutet, wenn man ihr freien Lauf lässt." Bei Eon wie anderswo seien teure Lösungen entstanden, die derzeit "eingedampft" würden.

Zu viele BeschaffungsplattformenWelche Vorhaben Eon im Einzelnen aufgibt, wollte die IT-Chefin nicht verraten. Sie bemängelte lediglich, dass derzeit zu viele unterschiedliche Katalogsysteme und Beschaffungsplattformen im Konzern existierten; hier sei eine Konsolidierung notwendig. In diesem Zusammenhang begrüßte Wörner beispielsweise die Fusion der elektronischen Marktplätze Chemplorer und CC-Markets (siehe auch CW 18/01, Seite 14: "Markt(platz)bereinigung in vollem Gange")

Auf keinen Fall beschneiden werde Eon seine nach außen gerichteten, also Marketing-Zwecken dienenden Web-Projekte - auch dann nicht, wenn sie keinen Deckungsbeitrag erzielten, ergänzte Wörner. Die übrig gebliebenen E-Business-Projekte gelte es jetzt in die gesamte IT-Umgebung zu integrieren.

Dem Thema Outsourcing steht die Informations-Managerin eher kritisch gegenüber. "Verantwortung lässt sich nicht delegieren", lautet ihr Credo. Anstatt die IT-Aufgaben einem externen Dienstleister zu übertragen, prüfe Eon derzeit, inwieweit sich die 4000 IT-Mitarbeiter in ein Dienstleistungsunternehmen auslagern lassen - mit striktem Fokus auf der internen Klientel.

Abschließend bekannte Wörner, dass sich ein Großteil der Eon-Projekte nach wie vor um die Einführung von SAP-Applikationen drehe. Ihre eigene Rolle definierte sie als "Innovator, Gestalter, Integrator und Mittler". Dabei legte sie Betonung auf die weniger glamourösen Aspekten des Berufsbilds: "Die Arbeit eines CIO besteht nicht nur aus Business und Intranet."