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30.03.2001 - 

Umfangreiche technische Möglichkeiten

E-Learning erleichtert die Mitarbeiterschulung

Die Einbindung von E-Learning in die Mitarbeiterqualifizierung eröffnet vielfältige Möglichkeiten. In Kombination mit Präsenzschulungen erlauben Intranet-basierte Lernplattformen, Schulungsengpässe zu vermeiden und einen unternehmensweiten Wissens-Pool aufzubauen. Von Eva Händschke*

Intranet-basierte Lernplattformen gewinnen in vielen Unternehmen an Beliebtheit. Die Gründe dafür sind einleuchtend: Präsenzveranstaltungen sind aufwändig, binden Zeit sowie Ressourcen und blenden Mitarbeiter aus dem Tagesgeschäft aus. Zudem werden die Anforderungen an permanentes Lernen immer höher, der Fort- und Weiterbildungsbedarf steigt mit dem schnellen Wechsel von Produkten, Mitarbeitern und Marktstrategien. In einer Kombination von klassischen Präsenzveranstaltungen mit CBT oder Web-basiertem Training (WBT) sehen viele Personalverantwortliche eine ideale Möglichkeit, Bildungsengpässe zu beseitigen, die Mitarbeiter zu motivieren und einen unternehmensweiten Wissens-Pool aufzubauen.

Individuelles TrainingSchon seit einigen Jahren sind computergestützte Lernprogramme auf dem Markt, die die Unternehmen vorrangig bei standardisierten Einführungs- und Massenschulungen einsetzen. Ein CBT lässt sich jederzeit in den Computer einlegen und bearbeiten. Der Mitarbeiter entscheidet, wann und wie lange er sich damit beschäftigt. Zahlreiche Anbieter haben sich auf die Entwicklung solcher Lernsoftware spezialisiert, leistungsstarke Autorenwerkzeuge erleichtern die Realisierung. Erweiterte Möglichkeiten für diese Technik bietet das Intranet. Mit WBT kann der Mitarbeiter zusätzlich mit einem Tutor und anderen Teilnehmern kommunizieren, die Lerninhalte lassen sich flexibler abrufen, eine Lernkontrolle durch Tests und Fragebögen ist meist integriert.

WBTs werden als Standardpakete oder als unternehmensspezifisch entwickelte Lernsoftware, etwa zu Produktschulungen, an das technische und organisatorische Umfeld im Unternehmen angepasst. Der Einsatz von CBTs und WBTs ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer integrierten Lösung, wie sie mit Hilfe einer Intranet-basierten Lernplattform realisierbar ist. Diese Software unterstützt alle Bereiche des computergestützten Lernens, der Wissensvermittlung und der Kommunikation.

Der Mitarbeiter meldet sich über ein firmeninternes Bildungsportal an und gelangt nach Eingabe eines Passwortes automatisch auf seine persönliche Startseite. Von hier aus hat er Zugang zu den für ihn relevanten Informationen und Maßnahmen. Er kann sich selbst durch die Auswahl verschiedener Bildungsprodukte wie WBTs, Videos, Dokumentationen oder durch die Teilnahme an einem Forum zu bestimmten Themen ein Bildungsprogramm zusammenstellen. Die Lernplattform registriert die Anmeldungen des Mitarbeiters und auch Stichworte, zu denen er Informationen oder Dokumentationen erhalten will. Seine Auswahl ist von Vorgesetzten mittels eines Workflows überprüfbar.

Permanente LeistungskontrollenNach der Registrierung beginnt der Mitarbeiter beispielsweise mit dem Aufruf eines WBT zur Erweiterung seiner Englischkenntnisse. Häufig ist solchen Lernprogrammen ein Eingangstest vorangestellt, der eine Einstufung und damit die Auswahl der passenden Lerneinheiten regelt. Auch innerhalb des Lernprogramms sind Erfolgskontrollen vorgesehen. Diese Tests erscheinen automatisch im Ablauf, die Ergebnisse werden registriert. Den Stand der Bearbeitung hält entweder der Mitarbeiter in der Lernplattform fest, oder eine Schnittstelle zum WBT verzeichnet ihn. In diesem Fall braucht der Mitarbeiter nicht mehr zu vermerken, wo er stehen geblieben ist beziehungsweise welche Bearbeitungsschritte oder Tests er noch absolvieren muss. Vielmehr tauscht die Schnittstelle alle individuellen Bearbeitungsinformationen einschließlich der Testergebnisse zwischen Lernplattform und WBT aus. Benötigt der Mitarbeiter Unterstützung, so wendet er sich an einen Tutor. Dieser steht per E-Mail zur Verfügung oder direkt zu festgelegten Zeiten, manchmal auch im Rahmen eines Chats oder Diskussionsforums.

Das Abrufen von Informationen wie Videos, Dokumentationen, Arbeitsergebnissen oder Artikel erlaubt dem Mitarbeiter, seinen Horizont jederzeit zu erweitern. Zudem kann er selbst Informationen zu bestimmten Themen ins Netz stellen, die für andere Teilnehmer der Lernplattform verfügbar sind. So bietet die Plattform nicht nur Zugang zu allen E-Learning-Angeboten, sondern dient auch dem standortübergreifenden Informations- und Wissens-Management. Die Funktionalität der Lernplattform wird auf das Human Resource Management System (HRMS) abgestimmt und in das bestehende Intranet integriert.

Herstellervielfalt führt zum ErfolgIn den letzten Jahren wurden einige Standardprodukte auf den Markt gebracht, die als Basis für eigene Lösungen dienen. Die Standard-Schnittstelle "Aicc" gewährleistet, dass E-Learning-Produkte unterschiedlicher Hersteller in eine Lernplattform integrierbar sind. Nach wie vor bieten die meisten Unternehmen konventionelle Präsenzlehrgänge, Arbeitstagungen, Workshops und externe Fortbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter an, da die flexible Kombination verschiedener Lehr- und Lerntechniken erfahrungsgemäß zu den besten Ergebnissen führt. Die Teilnahme an solchen Veranstaltungen wird zusammen mit den durch E-Learning erworbenen Qualifikationen in der Bildungshistorie des Mitarbeiters aufgelistet. Dies erfolgt beispielsweise über eine Schnittstelle von der Lernplattform zur elektronischen Personalakte.

Datenbank für die VerwaltungBei Unternehmen, die selbst ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm anbieten, ist häufig bereits ein Seminarverwaltungssystem im Einsatz, in dem Kursinhalte und Termine sowie alle Anmeldungen und Teilnahmen der Mitarbeiter verwaltet werden. Auch ein solches System ist über eine Schnittstelle in die Lernplattform integrierbar. Hier ist es möglich, alle Anmeldungen zu verwalten und an die Lernplattform zu übergeben. Nach Abschluss einer Selbstlernphase meldet die Lernplattform die Ergebnisse zurück.

Übergreifende Lösungen, in denen klassisches Seminar-Management und E-Learning von derselben Standardsoftware abgedeckt werden, gibt es derzeit auf dem deutschen Markt nur vereinzelt. Es handelt sich dabei um sehr mächtige Produkte, mit denen auch ein Qualifizierungsmodell aufgebaut sowie Skills und Defizite mitarbeiterbezogen hinterlegt werden können. Die Systeme integrieren damit teilweise die Funktionalität eines HRMS. Der Trend geht deutlich zu solchen integrierten Systemen, so dass für die Zukunft eine größere Angebotspalette zu erwarten ist.

* Eva Händschke ist Informatikerin in Bensheim, spezialisiert auf die Beratung im Seminar- und Human-Resource-Management.