Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

27.01.2006

E-Learning: Nur wenn’s der Firma nützt

Torsten Kieslich 
Für elektronische Lernprogramme, die genau zu einem Problem passen, geben Unternehmen immer noch Geld aus.
Auch beim Training dreht sich mittlerweile (fast) alles um die Themen Effizienz und Kosten, wie eine weltweite Accenture-Umfrage in Unternehmen belegt.
Auch beim Training dreht sich mittlerweile (fast) alles um die Themen Effizienz und Kosten, wie eine weltweite Accenture-Umfrage in Unternehmen belegt.

Computer Based Training (CBT) ist längst in andere Produkte eingeflossen. Computerbnenutzer lernen ihre Software mittels integrierter Hilfefunktionen kennen, nutzen interaktive Online-Lexika wie Wikipedia oder sehen sich Schulungsvideos auf DVD an, die einen Beitrag in einem Fachbuch unterstützen. Gleichzeitig verwischen die Grenzen zwischen Lernen und Arbeiten. Training wird in Arbeitsabläufe integriert und kontextbezogen informationstechnisch unterstützt. E-Learning hat sich zu einem personalisierten Bildungsangebot entwickelt, das an die Bedürfnisse der Anwender und des Unternehmens angepasst ist.

Hier lesen Sie …

• was E-Learning aus Firmensicht heute bringen soll;

• wie Online-Training und Wissens-Management zusammenwachsen;

• warum Unternehmen auch das informelle und unorganisierte Lernen fördern sollten.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

554029: E-Learning-Markt;

546468: E-Learning bei Fujitsu-Siemens Computers;

546468: Anwenderbefragung zu Online-Training.

Die Themen der Learntec

Die diesjährige internationale Kongress- und Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie, Learntec, findet vom 14. bis 16. Februar 2006 im Kongresszentrum Karlsruhe statt. Schwerpunkte sind unter anderem:

• mobiles Lernen, also wie es möglich sein wird, an jedem Ort und jederzeit Lerninhalte abzurufen.

• mobiles Arbeiten. Vorgestellt werden Lösungen für das drahtlose Arbeiten.

• die Internet-gestützte Gesundheit und Vorsorge.

• neue Qualifizierungskonzepte, die den Arbeitsplatz gleichzeitig zum Ort des Lernens werden lassen. Dabei soll es auch um die Frage gehen: "Welche Anforderungen werden an die Arbeitnehmer in Zukunft gestellt

An Lehrer und Hochschullehrer wendet sich die "E-Learning-Werkstatt", in der Möglichkeiten des mobilen Lernen im schulischen und außerschulischen Umfeld aufgezeigt werden. Als weitere Informationsplattform stellt die Learntec die Wissenstalks vor. Diese Gesprächsrunden sollen den Dialog unter "Wissensarbeitern" fördern. Der Unternehmensberater und Professor Peter Kruse wird sich dabei mit der Frage auseinandersetzen, wie Mitarbeiter den Wert von Informationen erkennen und welche Rolle Netzwerke spielen. Insgesamt auf rund 20000 Quadratmetern präsentieren rund 300 Aussteller ihre neuesten Entwicklungen.

"Wir beobachten, dass E-Learning und Wissens-Management zusammenwachsen", so Winfried Sommer, Professor für Soziologie und Politikwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Sommer hat in der badischen Stadt 1992 den jährlichen Kongress Learntec mitgegründet, als dessen wissenschaftlicher Leiter er bis heute fungiert. Unternehmen setzen seiner Ansicht nach auf Bildungskonzepte", die in die Geschäftsprozesse integriert seien und sich dadurch gewandelt von der "klassischen" Schulung zum modernen Werkzeug im Rahmen der Unternehmensplanung hätten. Bildung trage heute in Unternehmen nicht nur zur Motivation und Qualifizierung der Mitarbeiter bei, sondern werde zielgerichtet eingesetzt, um Firmenziele zu erreichen. "Schulungen sind heute auf ihre Zielgruppen abgestimmte Methoden, um die vom Unternehmen benötigten Skills zu fördern und dadurch den Geschäftserfolg zu verbessern", so der Hochschullehrer.

"Mit speziellen Lernlösungen lassen sich alle Bildungsprozesse auf einer Plattform zusammenführen und durch die Integration in das ERP-System mit den Geschäftsprozessen verbinden, " erklärt Andreas Lotz, der bei SAP für den Vertrieb der Weiterbildungssoftware "Learning Solution" zuständig ist. Ein gutes System könne sämtliche Trainingsformen integrieren und das gesamte organisierte Lernen im Unternehmen abbilden. Dazu gehört auch die Planung, Steuerung und Kontrolle der Personalentwicklung. Prinzipiell lassen sich, so Lotz, alle Leistungen nach den fünf Kategorien Effektivität, Effizienz, Qualität, Risiko und Added Value (Wertbeitrag) messen und gestalten. Am besten sollten Unternehmen sämtliche Abläufe daraufhin analysieren, an welchen Kenntnissen und Fähigkeiten es fehlt und mit welchen Weiterbildungsmaßnahmen sie aufgebaut werden könnten.

"Da wir in der Regel E-Learning im Blended Learning, also im Mix mit traditionellen Methoden einsetzen, enthalten fast alle unsere internen Lernprogramme Bestandteile von Online-Training", berichtet Norbert Büning, Geschäftsführer bei Accenture und verantwortlich für den Bereich Human Performance. "Typische Einsatzgebiete für E-Learning sind für uns die Einführung von neuen Prozessen und Systemen, Verkaufsförderung, Finanzinhalte, aber auch das Thema Unternehmenskultur."

Sofern Unternehmen überhaupt (noch) eigene Trainingsabteilungen haben, werden sie oft aus Kostengründen mit den Personalern zusammengelegt. Darüber hinaus werden Mitarbeiter nicht mehr auf längere externe Schulungen geschickt. Vielmehr sollen sie sich fehlende Kenntnisse mit Lernsoftware selbst beibringen.

Lernen läuft unter der Hand

Oft tun sie das auch ohne leitenden Eingriff. In Organisationen finden heute 70 Prozent des Lernens außerhalb formaler Seminare am Arbeitsplatz statt. Traditionelle Präsenzschulungen wie auch die in einem Unternehmen offiziell vorhandenen E-Learning-Programme decken nur einen Bruchteil dessen ab, was die Mitarbeiter brauchen. Der Rest läuft unter der Hand, und zwar oft nicht schlecht.

Christian Völkl, Berater bei der E&E Information Consultants AG, beschreibt daher die Aufgaben der Bildungsverantwortlichen in Unternehmen als Konzentration auf die Gestaltung, Optimierung und IT-Unterstützung aller formellen und informellen Lernformen. Vor allem die wachsende Bedeutung des informellen Lernens zeigt, wie sich unter dem Einfluss moderner Medien und Übertragungssysteme die unterschiedlichen Lernwelten annähern und zusammenwachsen. Dies gilt für die Erstausbildung in Schule, Beruf und Hochschule ebenso wie für die Weiterbildung, die künftig nur noch teilweise in Unternehmen stattfindet. (hk)