Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.04.2000 - 

Einnahmen mit zielgruppenorientierter Werbung

E-Mail-Community Egroups gibt sich international

MÜNCHEN (fn) - Egroups betreibt eine weltweite Community-Plattform mit einer Vielzahl von themenorientierten E-Mail-Diskussionsgruppen. Nun expandiert das Unternehmen auch nach Europa. Ab April wird das System wichtige Landessprachen unterstützen.

Bisher haben sich weltweit 16 Millionen Mitglieder bei Egroups registriert, wobei bereits zehn Prozent davon aus Europa stammen. Somit kommt die Einführung des Dienstes im europäischen Markt nicht von ungefähr. Etwa 300000 E-Mail-Diskussionsgruppen wurden bisher eröffnet; sie gleichen virtuellen Clubs von Gleichgesinnten, die über Web-basierte E-Mail diskutieren. Zu den Investoren von Egroups zählen unter anderem Bertelsmann Ventures und CMGI.

Im Prinzip ist dieses Verfahren alles andere als neu: Die Newsgroups des Usenet, eines Teils des Internet, funktionieren ähnlich, und dies schon lange bevor das World Wide Web erfunden wurde.

Im Gegensatz zum Usenet, bei dem Gleichgesinnte Online-Nachrichten austauschen, erhalten die Gruppen unter Egroups einen eigenen Bereich, in dem sie Daten ablegen, Termine absprechen sowie über Veranstaltungen oder Ereignisse informieren können. Außerdem existiert in jeder Gruppe ein Benutzerverzeichnis. Jeder bei Egroups registrierte Anwender darf eigene E-Mail-Clubs aufmachen oder einer bereits bestehenden Egroup beitreten. Da alle User in einem zentralen Register geführt werden, fällt es nach Ansicht von Marcus Riecke, Managing Director bei Egroups Europe in Hamburg, leichter, Mitglieder aufzufordern, sich an die Gepflogenheiten zu halten. Offenbar ist das auch notwendig: So musste der Betreiber einschreiten, um einer Kinderpornografie-Gruppe das Handwerk zu legen, die sich unter einem Decknamen in das System eingeschlichen hatte.

Ein weiterer Unterschied zu Usenet: Egroups betreibt sein Netz aus wirtschaftlichen Erwägungen. Die Nutzer werden, während sie Nachrichten von anderen Gruppenmitgliedern lesen, mit Werbebotschaften berieselt. Werbetreibende will Egroups mit der Möglichkeit ködern, ihre Anzeigen bei bestimmten Diskussionsgruppen zu schalten. Egroups richtete Kategorien wie beispielsweise Autos, Computer, Immobilien, Sport, Musik sowie eine Vielzahl von Unterkategorien ein und teilt so die 16 Millionen Benutzer beziehungsweise 300000 Egroups in Zielgruppen auf.

Laut Riecke lassen sich diese E-Mail-Gruppen weitaus besser als Werbefläche vermarkten, als es bei bisherigen Community-Ansätzen möglich war. So sei die Homepage-Community Geocities eher ein Verzeichnis von Websites als eine Kommunikationsplattform. Wegen der schlechten Vermarktungsmöglichkeiten hat die Internet-Beteiligungsgesellschaft CMGI Geocities an Yahoo verkauft, behauptet Riecke. Ebenso falle es den Betreibern von Chat-Communities - zu denen Rieckes vorheriger Arbeitgeber AOL zählt - schwer, sich als Marketing-Plattform interessant zu machen.