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03.12.1998 - 

Virenwarnungen und Gewinnspiele verstopfen das Internet

E-Mail-Falschmeldungen bescheren Unternehmen Produktivitätsverluste

MÜNCHEN (CW) - Die Anzahl falscher E-Mail-Warnungen ist in Deutschland drastisch angestiegen. Diese sogenannten Hoaxes kosten Unternehmen inzwischen viel Geld, weil sie Mitarbeiter von der Arbeit abhalten und Datenleitungen verstopfen. Die Technische Universität Berlin startete jetzt eine Aufklärungskampagne.

In den Falschmeldungen wird oft davor gewarnt, E-Mails mit einem bestimmten Text in der Betreffzeile zu lesen. Allein das Öffnen solcher Mails genüge angeblich, den Computer mit einem Virus zu infizieren, das die abenteuerlichsten Veränderungen an Programmen, Daten und Bauteilen des betroffenen Rechners herbeiführe. Als Quelle dieser Informationen werden meist namhafte Firmen und Institutionen genannt. Die Empfänger der Warnungen werden aufgefordert, diese an alle Freunde und Bekannte weiterzugeben.

Um harmlose Streiche (so die wörtliche Übersetzung) handelt es sich bei Hoaxes längst nicht mehr. Sie richten in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen große wirtschaftliche Schäden an, bestätigt Raimund Genes, Technical Director des Sicherheitsspezialisten Trend Micro Deutschland. PC-Benutzer werden von ihrer Arbeit abgehalten und die DV-Abteilungen mit besorgten Anrufen überhäuft. Howard Fuhs, Geschäftsführer von Fuhs Security Consultants aus Wiesbaden, hat den Schaden für ein Beispielunternehmen mit 1000 Mitarbeitern beziffert. Wird ein einzelner Hoax von allen Mitarbeitern nur zwei Minuten lang gelesen, so ergibt sich allein daraus bereits ein Verlust von 144000 Mark, setzt man die Arbeitsstunde mit 100 Mark an.

Trend Micro bietet zwar nach eigenen Angaben mit dem "Interscan E-Manager" eine Möglichkeit, Falschmeldungen am Internet-Gateway abzufangen. Viel wichtiger sei aber die Aufklärung der Benutzer, so Genes. Seine Firma unterstützt daher die Kampagne zum Thema Hoaxes, die die Technische Universität Berlin kürzlich gestartet hat. Aktuelle Informationen und Verhaltenstips gibt es im Web unter www.tu-berlin.de/ www/software/hoax.html.