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27.07.2001 - 

IT-Innovationen/Umfrage: Welche Innovationen sind IT-Verantwortlichen wichtig?

"E-Mails sind der Sonnenschein"

Krise hin, Dotcom-Sterben her: Nichts hat die tägliche Arbeit in Unternehmen mehr verändert als die Möglichkeiten des Internet und der elektronischen Kommunikation - so könnte man das Ergebnis dieser CW-Umfrage zusammenfassen.

Armin Heun, Managing Director Cargo Lifter Communications GmbHE-Business: Das Internet ist die größte Innovation der vergangenen Jahre. Für uns ist vor allem die mittlerweile nahtlose Integration zwischen LAN, WAN und Internet ein wesentlicher Produktivitätsgewinn. Dadurch sind wir heute in der Lage, weltweit und kostengünstig Daten mit unseren Kunden, Lieferanten, Partnern und Mitarbeitern auszutauschen. E-Business und das daraus resultierende Ziel, Internet-Technologien konsequent in die Unternehmens-Prozesse zu integrieren, ist die eigentliche Innovation der zurückliegenden fünf Jahre.

Mobile Communication: Obwohl es GSM schon mehr als fünf Jahre gibt, ist der Durchbruch dieser Technologie, gerade auch für die Datenübertragung, erst innerhalb der letzten Jahre erfolgt. Mit HSCSD steht seit etwa einem Jahr eine mobile Datenkommunikationstechnik zur Verfügung, die es Außendienstmitarbeitern erlaubt, Daten zu vertretbaren Kosten und mit akzeptabler Geschwindigkeit mit ihrer Zentrale auszutauschen. Damit ist die Basis für mobiles E-Business gelegt. Auch Wireless LAN ist eine der innovativen Entwicklungen der jüngsten Jahre, die eine Nische zwischen 100-Mbit-LAN und mobiler Kommunikation gefunden hat.

Breitbandkommunikation: Das Thema DSL ist in aller Munde. Gerade die Kritik an der langsamen Verbreitung dieser Technologie zeigt doch, wie groß die Nachfrage ist. Der zunehmende Verbreitungsgrad von DSL wird Dinge wie "Video on Demand" fördern, stellt gleichzeitig jedoch massive Anforderungen an die Backbone-Bandbreiten im Internet.

Voice over IP: Innerhalb von drei Jahren sind am Flughafen Brand in der Nähe von Berlin Arbeitsplätze für mehr als 500 Mitarbeiter entstanden. Der Aufbau des Geländes in Campus-Form mit einer der größten freitragenden Hallen der Welt stellte besondere Anforderungen an die Kommunikationstechnik. Mit Hilfe der Voice-over-IP-Technologie (AVVID von Cisco) ist es uns gelungen, für alle Arten von Daten nur ein einziges Netz zu benutzen.

Damit waren wir für Cisco das europäische Pilotprojekt. Heute telefonieren zirka 400 Mitarbeiter mit Voice over IP. Zusätzliche Informationsdienste auf dem Telefon, in Form von XML-Seiten, sind gerade in der Projektphase. Für mich ist es absehbar, das Voice over IP in den nächsten fünf bis zehn Jahren auch in den normalen Haushalten Einzug halten wird.

Knowledge-Management und Collaboration-Werkzeuge: Mit Hilfe von Lotus Domino wurden bei Cargo Lifter viele Grundbedürfnisse der Speicherung und Verteilung von Dokumenten befriedigt. Angefangen von Customer-Relationship-Management bis hin zu Team Rooms und anderen Collaboration-Werkzeugen setzen wir eine große Bandbreite der Produkte von Lotus und Intraware ein. Unser Ziel ist die Zusammenfassung aller Informationen in einem Knowledge-Management-Portal, das sowohl unstrukturierte als auch strukturierte Informationen verwalten kann.

Falk Rühl, Technischer Leiter Informations- und Kommunikationstechnik DLRWichtig war für uns der Preisverfall bei Höchstleistungsrechnern. Wir können heute zum gleichen Preis mehr als viermal so viel rechnen wie noch vor wenigen Jahren.

Die Entwicklung auf dem Gebiet der komponentenbasierenden Systemarchitektur vereinfacht das Verschalten mehrerer Rechner und verschiedener Programme. Damit konnten ganze Ablaufketten über Standortgrenzen hinweg automatisiert werden. Mit der Intranet-Portaltechnik können wir effektive interne Knowledge-Management-Systeme etablieren.

Durch Groupware und kooperative Applikationen haben wir ganz neue Möglichkeiten im Projekt-Management und in der Kommunikation mit Partnern und Kunden. Auch die rasante Entwicklung der verfügbaren Netzkapazität bei gleichzeitig sinkenden Verbindungskosten war wichtig für uns. Damit können wir viele, bisher auf unsere 16 Standorte und Außenstellen verteilten Funktionen rezentralisieren und dadurch erheblich Kosten einsparen. Der Übergang zu Web-basierenden Techniken beziehungsweise Terminal-Server-Lösungen wird diesen Effekt noch verstärken.

Joachim Kober, Leiter der Abteilung Informatik-Anwendungen, VHV Vereinigte Haftpflichtversicherung V.a.G. in HannoverEine der wichtigsten Innovationen der vergangenen Jahre ist die Möglichkeit, die Vorteile von unterschiedlichen Plattformen mit den bestehenden Anwendungen durch intelligente Middleware zu verbinden. Zum Beispiel konnten wir unser browserbasiertes CRM-System auf Basis von Java (Websphere, NT) unter Verwendung einer Schnittstelle zu CICS so realisieren, dass vorhandene Daten und Host-Funktionalitäten optimal weitergenutzt werden können.

Vor zwei Jahren haben wir durch die Migration unseres schon seit 1991 im Einsatz befindlichen DMS-Systems mit mehr als 50 Millionen Images auf ein neues System die Basis für den weiteren Ausbau zu einem ContentManagement-System geschaffen. Heute ist das ehemalige DMS-System in die Prozesssteuerung ebenso wie in unser CRM-System integriert und wird zurzeit auf alle versicherungstechnischen Anwendungen erweitert.

Der Datenaustausch mit unseren Vermittlern hat sich rasant von Bändern über Diskette zur CD entwickelt, ein Durchbruch bringt jedoch erst der direkte Online-Daten- und Programmaustausch über leicht bedienbare Browser-Anwendungen unter Nutzung des Internet. Neben diesen Daten, die für die Offline-Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden, gewinnt der direkte Online-Zugriff auf zentrale Funktionalitäten zunehmend an Bedeutung. Für unsere Makler/Vermittler entwickeln wir zurzeit Lösungen, die mit dem Funktionsumfang eines CRM-Systems vergleichbar sind. Hierdurch wird eine direkte Prozessverkettung möglich.

Ricardo Diaz-Rohr, CIO, Deutsche Lufthansa AG Passenger DivisionDer IT-Chef legt eine kurze, aber eindrucksvolle Chronologie vor. 1996: Das Lufthansa-Angebot ist online im Internet und über die wichtigsten Online-Dienste buchbar (LH war unter den weltweit ersten Airlines, die Internet-Buchungen angeboten haben).

1997: Die Lufthansa führt erstmalig Auktionen über das Internet durch (erste Airline weltweit).

1998: Einführung eines Data Warehouses zur Kundenanalyse.

1999: Weltweite Standardisierung und Modernisierung der IT-Infrastruktur für 10000 Arbeitsplätze innerhalb eines ASP-Modells.

2000: Start eines umfassenden CRM-Programms und erster Anwendungen (CRM-Software für Campaign- und Complaint-Management, zentrales Data Warehouse).

2001: Einführung von Fluginformationsabfragen über SMS und WAP.

Werner Dinkelbach, Consultant E-Solutions West LB SystemsEinen Schlüsselfaktor für die IT im Bankenbereich stellt das Internet als Kommunikations- und Frontend-Technologie dar. Hierzu hat die West LB Systems als zentrale Komponente ein Portal-Management-System für den West LB Konzern entwickelt. Damit steht den Konzerneinheiten weltweit ein dezentrales Redaktions-Tool, ein Portalbaukasten und eine Benutzerverwaltung zur Verfügung.

Die Softwaretechnologie ist durch plattformübergreifende Standards und Objektorientierung gekennzeichnet. Bei eigenen Neuentwicklungen hat Java inzwischen Cobol und 4GL-Sprachen den Rang abgelaufen. Bessere Wartbarkeit, Wiederverwendbarkeit von Komponenten und bessere Oberflächen sind die ausschlaggebenden Gründe.

E-Mail und zum Teil auch Intranet- und Groupware-Informationsangebote schaffen in einem weltweiten Bankenkonzern die entscheidenden Voraussetzungen für schlanke Geschäftsprozesse und schnelle, weltweite Reaktionen auf Kundenanfragen.

Die IT-Sicherheitstechnologie ist im Bankengeschäft eine Schlüsseltechnologie, da dort neue IT-Anwendungen von angemessenen Sicherheitslösungen begleitet werden müssen. Hier haben die Verschlüsselungsverfahren, insbesondere die asymmetrischen, und entsprechende Management-Verfahren und -Tools in den vergangenen Jahren die entscheidenden Schritte zur praktischen Einsatzfähigkeit geschafft. Auch Trustcenter-Services stehen mehr und mehr zur Verfügung und finden Eingang in die geschäftsverbindliche Kommunikation, wie zum Beispiel mit Identrus für B-to-B-Geschäfte.

Eugen Berchtold, Leiter IT BayWaWir haben sehr viel Energie dazu verwendet, die gesamte Anwendungslandschaft zukunftsfähig zu machen. Dazu gehörte das SAP-Warenwirtschaftssystem ebenso wie die Integration von Internet-Anwendungen, -Marktplätzen und -Shops. Ziel war es auch, Prozessstrukturen zu verschlanken.

Die Entwicklung geht immer mehr hin zu Standardanwendungen, durch die man Hunderte von Softwarelösungen ersetzen kann.

Beim Thema Intranet und Internet geht es darum, Kunden- und Lieferantendaten zu integrieren und Medienbrüche zu vermeiden. CRM-Tools dienen dazu, Kundenbindungsprozesse zu verbessern und den Kunden systemseitig integrativ zu betrachten. Intern hat sich durch das Intranet die Kommunikation stark verändert.

Andreas Resch, GF und CIO Fiege GmbHMit der Explosion von Übertragungs-Bandbreite, Prozessorleistung und Speicherplatz wurde es möglich, Informationen zu verbreiten, die nicht nur aus Zeichen und Zahlen bestehen. Erst war die Übertragung von Grafiken schon sensationell, dann kamen sehr schnell auch Bewegtbilder hinzu.

E-Mails sind der Sonnenschein der modernen Kommunikation. Die Technik hat sich durchgesetzt, ohne die sonst üblichen Softwareprobleme zu bereiten. Sie bedeutet eine Renaissance der asynchronen Kommunikation. Abgesehen davon, dass damit die Sekretärinnen ausgehebelt werden, sind viele Konsequenzen überhaupt noch nicht absehbar.

Wichtig war natürlich auch die Entwicklung von Browsern und von HTML insgesamt.

SMS: Da hat sich etwas Unscheinbares heimlich eingeschlichen, und schließlich haben einige Leute gemerkt, dass das sehr nützlich ist. Zum Beispiel für das Tracing und Tracking unserer Sendungen. Ein einziger Speditionsverbund versendet heute etwa 150000 SMS pro Tag.

Ironisch betrachtet, basiert auch die Entwicklung an den Börsen auf einer spannenden Innovation: Erstmals wurde die Bewertung von Technik den Spekulanten überlassen. Das ist eine historische Pointe, wie sie schöner nicht sein kann.