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20.09.2006

E-ngram Micro

Wie sich das Wesen der Distribution gewandelt hat, belegen jüngst veröffentlichte Zahlen von Ingram Micro: Zwei von drei Bestellungen gehen beim Broadliner mittlerweile über die eigenen E-Commerce-Dienste ein, im SMB-Channel liegt der Anteil sogar bei über 80 Prozent.

Von Alexander Roth

Diese Zahlen sorgten auch in der ComputerPartner-Redaktion für Staunen: Ingram Micro wickelt mittlerweile etwa 65 Prozent seines gesamten Bestellgeschäfts über seine E-Commerce-Plattformen ab. Bei den kleinen und mittleregroßen Fachhändlern liegt der Anteil sogar bei über 80 Prozent - von denen wiederum mehr als die Hälfte nur mehr ausschließlich online bestellen.

Vorbei die Zeit persönlicher Telefonate von Fachhändlern mit ihren Betreuern, um individuelle Preise auszuhandeln, sich Tipps für Produktzubehör oder für die RMA-Abwicklung einzuholen? Möglicherweise, denn die immer umfangreichere E-Commerce-Dienstleistungspalette von Ingram Micro bildet mittlerweile fast alle Formen des Kontakts zwischen dem kleinen Fachhändler und seinem Grossisten ab. Individualität bewahren? Software-Volumenpakete bestellen? Detaillierte Produktdaten? Für den Online-Dienstleister Ingram Micro kein Problem mehr.

Der Anfang: 7.000 CDs

"Die genannten Zahlen unterstreichen die Bedeutung von E-Commerce für Ingram Micro, im SMB-Segment wie bei den Großkunden", sagt Robert Aicher, verantwortlich für die Online-Dienstleistungen des Distributors. Eine Entwicklung, die ihren Anfang 1995 fand, als der Distributor dem Fachhandel mit "IMDisk" seinen ersten virtuellen Katalog anbot: eine CD, die eine fünf Megabyte große Datei auf Basis von Microsofts Office-Anwendung "Access" enthielt. Ingram Micro hatte die erste Version 7.000 Mal ausgeliefert, aktualisieren ließ sie sich per Download-Patches.

Auch heute existiert IMDisk noch: In den Bundesgebieten, wo Breitband noch ein Fremdwort ist, nehmen Fachhändler nach Aussagen von Aicher immer noch gerne die mittlerweile netzwerkfähige Software in Anspruch. Zudem enthält IMDisk eine Exportfunktion für Warenwirtschaftsysteme sowie einen "PDF-Kreator" mit dem sich Kundenangebote erstellen lassen.

5,5 Millionen Klicks für IMorder

Das Flaggschiff von Ingram Mic-ros E-Commerce-Angebot ist aber das hauseigene, 1998 eingeführte Bestellsystem "IMorder". Auch hier hat der Distributor jetzt Zahlen veröffentlicht: Es enthält das gesamte Portfolio mit 50.000 Artikeln, die von sechs eigens zuständigen Mitarbeitern ständig aktualisiert werden, wird pro Monat von etwa 35.000 registrierten Usern über 5,5 Millionen Mal aufgerufen, und eingeloggt wird zirka 800.000 Mal pro Monat. Im System selbst wird alle 1,2 Sekunden eine Artikelsuche ausgeführt.

Die häufige Suchanzahl lässt sich aber auch negativ interpretieren. Zwar ermöglicht IMorder auch das Durchforsten des Portfolios nach Zubehör. Doch wirklich umfangreiche Produktinformationen und äußerst detaillierte Artikelattribute, nach denen sich auch suchen lässt, erhalten Fachhändler nur, wenn sie die gebührenpflichtige Variante der Content-Services von Ingram Micro in Anspruch nehmen.

Eine kostenlose Variante stellt per FTP/XML-Schnittstelle die Datensätze inklusive Verfügbarkeiten, Produktbilder und Datenblätter bereit, damit sie Wiederverkäufer in ihr ERP/Online-Shop-System einpflegen können. Die aufwendige Version, die auch ein Klassifizieren der Produkte ermöglicht, kostet eine Einrichtungsgebühr von 500 Euro.

"Die Kunden wissen gar nicht, wie viel Aufwand in der Artikelpflege steckt", rechtfertigt Rüdiger Borrink, Group Manager E-Commerce, den Preis. Doch warum verlangt dann Ingram Micro nicht auch für die kostenlosen Content-Services nicht eine Gebühr, ähnlich wie sie Wettbewerber Actebis Peacock (30 Euro pro Monat) eingeführt hat? "Dieser Service soll kostenlos bleiben, da er uns die Kundenbindung sichert", sagt Aicher.

Erst 400 "Superstore"-Kunden

Die weiteren "E-Angebote" des Grossisten: Der "Superstore" ist eine Online-Shop-Lösung, die allerdings erst von 400 Kunden genutzt wird - eine geringe Zahl im Vergleich zu den 35.000 registrierten "IMorder"-Kunden. Aicher vermutet, dass viele Wiederverkäufer zögern, ihren Shop über Ingram Micro anzubieten, da sie vom Endkunden als unabhängig wahrgenommen werden wollen - eine Möglichkeit, die der Broad- liner für B2B-Shops bietet. "IMlicense" ist ein noch relatives junges Online-Bestellsystem, über das sich Softwarelizenzen namhafter Hersteller wie Microsoft, Symantec oder McAfee bestellen lassen. Des Weiteren gibt es noch Systemkonfiguratoren für Hardwarelieferanten wie HP, FSC und Acer, Online-Formale, um Festnetz- und Mobilfunkverträge abzuschließen, sowie die Möglichkeit, per Internet an Produktschulungen teilzunehmen.

Eine Palette, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre, nicht einmal wegen mangelnder technischer Möglichkeiten - die gab es vermutlich schon. Wenn mittlerweile acht von zehn der "kleineren" Fachhandel nur noch online bestellen, beschreibt das einen Wandel, den IngramMicro durch sein wachsendes E-Commerce-Portfolio mit herbeigeführt hat. Doch die Nachfrage war vermtulich der treibende Faktor:Denn Online bestellen ist halt doch am bequemsten.