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03.03.2000 - 

Mehr Sicherheit im Mobile Commerce

E-Sign-Konsortium tüftelt an digitaler Signatur für Handys

HANNOVER (pg) - Die Symbiose zwischen Mobilfunk und Internet generiert unter dem Stichwort Mobile Commerce neue Absatzmärkte. Dabei wird das Handy zum entscheidenden Shopping-Tool. Damit die Konsumenten Vertrauen in diese Einkaufsform fassen, will das E-Sign-Konsortium eine mobile digitale Signatur entwickeln.

Kein Zweifel, der Mobile Commerce war das Thema der CeBIT 2000 schlechthin. Die Kombination von Mobilfunk und Internet zum Zwecke des elektronischen Handels ist in aller Munde. Die Marktforscher versprechen gewaltige Zuwachsraten. So prognostizieren zum Beispiel die Analysten von Durlacher Research in Europa ein Wachstum von 323 Millionen Euro (1998) auf 23 Milliarden Euro im Jahr 2003. Doch der gegenwärtige Hype kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der M-Commerce in puncto Anwendungen und Sicherheit noch in den Kinderschuhen steckt.

Insbesondere die Lösung des Problems Sicherheit hat sich das E-Sign-Konsortium auf die Fahnen geschrieben. Die Organisation beabsichtigt, eine einheitliche Anwendungs-Schnittstelle für die Einbindung des Mobiltelefons in die Internet-Welt zu entwickeln, um das Handy für den Einsatz mobiler digitaler Signaturen zu verwenden. Damit soll das Vertrauen der Konsumenten in den E-Commerce gestärkt und das Handy als nicht ortsgebundenes Einkaufsmedium etabliert werden.

Die angestrebte Schnittstelle soll eine einheitliche Kommunikation zwischen Shop-Anbietern, Finanzdienstleistern, Lotterien und anderen E-Commerce-Providern im Internet ermöglichen. Im Klartext heißt das: Der Kunde wird künftig beim Online-Shopping statt einer Kreditkartennummer durch Eingabe seiner Handy-Nummer ortsunabhängig bezahlen. Mit der Signierfunktion des Mobiltelefons kann er die Transaktion durch Eintippen einer persönlicher Identifikationsnummer (PIN) digital unterschreiben.

Ein Einkaufsvorgang sieht dann wie folgt aus: Der Kunde ordert per WAP-Handy. Die Bestellung geht an seinen Netzbetreiber, der als Vermittler im Auftrag der Web-Shop-Anbieter agiert. Der Netz-Provider nimmt die Order entgegen und schickt an das Mobiltelefon des Auftraggebers sicherheitshalber eine Wiederholung der Order. Erst wenn der Verbraucher diesen Auftrag per PIN - sprich digitale Signatur - bestätigt, gilt die Bestellung als verbindlich.

Dieses Procedere zwischen Auftraggeber, Netzbetreibern, Shop-Anbietern und Clearing-Stellen möchte das E-Sign-Konsortium nun in einen De-facto-Standard umsetzen. Mit im Boot bei der Absprache sitzen aber auch die Kartenhersteller, weil die Handy-Chips entsprechende Vorgänge unterstützen müssen. Die Partner wollen nun die Details festlegen und noch im Frühjahr mit ersten Pilotanwendungen starten. Ein Vertreter der Hypo -Vereinsbank äußerte auf der CeBIT die Hoffnung, schon im Herbst in den Realbetrieb einsteigen zu können. Hinter vorgehaltener Hand war jedoch zu hören, dass dieser Termin wohl zu optimistisch ist.