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04.08.1989 - 

"Moderater" Parallelrechner tritt gegen Vektor- und Massiv-Parallel-Rechner an:

E&S wagt sich in den "Super" Markt

MÜNCHEN (zek) - Den Einstieg in die Supercomputerklasse wagte jetzt US-Grafikworkstation-Hersteller Evans & Sutherland (E&S). Mit dem "ES-1" will sich das in Salt Lake City beheimatete Unternehmen ein Stück vom Supercomputer-Kuchen sichern.

Der ES-1 ist ein skalarer Rechner mit einem sogenannten "moderaten parallelen Konzept" (COMPUTERWOCHE Nr. 24, Seite 20). Mit der Hardware kündigte E&S auch die Verfügbarkeit von 38 Applikationsprogrammen für den neuen Rechner an.

Das ES-1-System kann in vier Varianten aufgebaut werden: mit zwei, vier, sechs oder acht Parallelprozessoren, von denen jeder wiederum über 16 Subrechner verfügt. Jede dieser "Computational Units" erreicht nach E&S-Angaben die Leistung eines Mainframes. Dabei werden mehr als zwei Gigabyte-Speicher gemeinsam genutzt. Die Leistung des Rechners beträgt je nach Prozessorenkonfiguration zwischen 400 und 1600 MIPS.

Höchste Packungsdichte auf dem Markt

Die Architektur ermöglicht es, auch kleinere ES-1-Systeme bis zu Acht-Prozessoren-Version auszubauen. Die Hauptspeicherausstattung beträgt bei der Zwei-Prozessoren-Version zwischen 256 und 512 Megabyte, an Plattenplatz können zwischen 8,5 und 110 Gigabyte verwaltet werden. Bei einem voll ausgebauten System steht ein Hauptspeicher von 2 Gigabyte zur Verfügung, die Plattenkapazität beträgt hier bis zu 450 Gigabyte.

Entwickelt wurde die Hardware in 1-Mikron-CMOS-VLSI-Technologie.

Dadurch war es möglich, auf einer Chipfläche von 14 mal 14 Millimetern mehr als 100 000 Schaltkreise unterzubringen; ein Prozessor mit 7,5 Millionen Schaltkreisen und 256-Megabyte-Speicher hat dadurch einen Platzbedarf von nur 0,07 Kubikmetern. Nach Aussage von Peter Keuschnigg, Geschäftsführer der deutschen E&S Computer-Division, wurde dadurch beim ES- 1 die "höchste Packungsdichte auf dem Markt" erreicht.

In die Rechner wurde außerdem ein l/O-Subsystem auf Basis von I/O-Prozessoren (IOP) integriert, von denen jeder eine Bandbreite von 200 Megabyte pro Sekunde aufweist. Jeder IOP unterstützt dabei bis zu acht 25 Megabyte pro Sekunde schnelle vollduplex arbeitende Kanäle zu Platten, Bandlaufwerken oder zu angeschlossenen Grafikworkstations. Eine Konsole und ein Diagnoseprozessor gehören ebenfalls zur Standardausstattung.

Als Betriebssystem liefert E&S das Unix-Derivat Esix, die auf Berkeley-Version 4.3 basiert. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung von Mach, eine multiprozessorfähigen Unix-Version. Esix unterstützt nach E&S-Angaben die Parallelisierung von Programmen in einer Multiprozessorumgebung.

Für Softwareentwickler steht ein Angebot an Werkzeugen, darunter Compiler für Fortran und C, zur Verfügung. Esix unterstützt unter anderem die Netzwerk-Protokolle TCP/IP, Decnet, NFS und X-Windows.

Komplettes Angebot an Software-Werkzeugen

Als Einsatzgebiete für den ES-1 sieht das Unternehmen rechenintensive Anwendungen wie Moleküldesign, mechanisches CAE, Chip-Design und wissenschaftliche Anwendungen. Für alle vier Anwendungsbereiche bietet das Unternehmen auch auf den ES-1 portierte Programmpakete an. Bisher sind 38 Programmpakete lieferbar. Der Rechner kann sofort bestellt werden, er kostet je nach Konfiguration zwischen 2,2 und 8,2 Millionen Dollar. Peter Keuschnigg rechnet mit einer Auslieferung der ersten Geräte ab dem 3. Quartal. Bis Ende 1990 will die deutsche E&S-Niederlassung drei bis sieben Systeme verkaufen.