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14.06.2009

EADS-CEO sieht 2009 nur begrenzte Auswirkungen der Krise

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

PARIS (Dow Jones)--Die weltweite Wirtschaftskrise wird sich im laufenden Jahr nur bedingt auf den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS auswirken. "Die Auswirkungen der Krise werden sich 2009 noch in Grenzen halten", sagte CEO Louis Gallois am Sonnabend vor Beginn der internationalen Luftfahrtmesse "Le Bourget" in Paris. Der Konzern werde im laufenden Jahr noch genauso viele Flugzeuge wie im Vorjahr ausliefern.

In den beiden kommenden Jahren sieht der Vorstandsvorsitzende allerdings eine Verschlechterung der Situation. "2010 und 2011, vor allem wohl 2011, werden schwierigere Jahre für uns", sagte er. Dies hänge vor allem an den Finanzierungsmöglichkeiten der Fluggesellschaften.

Gallois räumte aber auch ein, dass er derzeit keine Details zu den Auswirkungen nennen könne. "Sie sind ungewiss", sagte er. Aus diesem Grund will der CEO seinen Blick in die Zukunft auch nicht als "Prognose" verstanden wissen, sondern lediglich als Einschätzung.

Das Unternehmen ist seinen weiteren Angaben zufolge auf diverse Szenarien vorbereitet. So könne die Produktion der Flugzeuge schnell nach unten beziehungsweise nach oben angepasst werden. Derzeit stehe aber keiner der entsprechenden Schritte an, sagte Gallois.

Dies gilt auch für das neue Großraumflugzeug A380. Hier gibt es seinen Angaben zufolge trotz anders lautender Spekulationen keinerlei Abbestellungen. "Die A380 ist das Flugzeug der Zukunft", bekräftigte der CEO zuvor gemachte Angaben. Im laufenden Jahr sollen 14 Stück an Kunden übergeben werden.

Da die Produktion aller Flugzeugmodelle derzeit auf dem gegenwärtigen Niveau gehalten wird, plant der Vorstand auch keinen Abbau von Stellen. Die Personalzahlen würden aber sehr effizient und flexibel gesteuert, sagte Gallois.

Mit Blick auf das vorhandene Kapital zeigt sich der CEO zufrieden. "Wir haben eine sehr gute Nettofinanzposition", sagte er. Aus diesem Grund könne der Konzern wie geplant seine Programme fortsetzen und in neue Produkte investieren. Damit dies auch in den Folgejahren möglich sei, gelte die besondere Beachtung der Wahrung der Liquidität. Sie sei der beste Schutz gegen die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise, sagte der CEO.

Um sich auch weiterhin einen großen Handlungsspielraum zu erhalten, versagt sich der Vorstand derzeit große Akquisitionen. Es würden höchstens kleine Zukäufe getätigt, sagte Gallois. Außerdem sollen weitere Sparmaßnahmen ergriffen werden. Bereits jetzt sei klar, dass das zusätzlich zu "Power8" eingeführte Effizienzprogramm "Future EADS" "viel mehr" bringe als zunächst geplant. Wie viel, sagte der CEO allerdings nicht. Laut früheren Aussagen wollte er bis 2010 weitere 200 Mio EUR sparen.

Wenn alle Risiken einträten und keinerlei Chancen wahrgenommen würden, würde EADS in wenigen Jahren nur noch einen sehr geringen Bargeldbestand haben, fügte Chief Marketing und Strategy Officer Marwan Lahoud hinzu. Er bezeichnete dieses Szenario allerdings als "unwahrscheinlich".

Positives berichtet der CEO auch zum Militärtransporterprogramm A400M. Der Konzern mache bei den Verhandlungen mit den Bestellern "gute" Fortschritte, sagte Gallois. Das Programm sei umgestellt worden und derzeit liefen Gespräche über technische Standards, Lieferpläne und kommerzielle Belange.

Der CEO begrüßte die Pläne Deutschlands und Frankreichs, erst in sechs Monaten über einen Ausstieg oder einen Verbleib im Programm entscheiden wollen. "Diese Einschätzung erscheint mir sinnvoll", sagte Gallois. Möglicherweise würde dann das Ende der Detailverhandlungen mit dem Jungfernflug der A400M zusammen fallen.

Klare Worte fand der Vorstandsvorsitzende auch zu den finanziellen Aspekten dieses Programms. "Wir schreiben mit der ersten Tranche ganz sicher Verluste", sagte der CEO. Derzeit würden jeden Monat rund 100 Mio EUR für dieses Projekt ausgegeben. Das Geld, das EADS bereits von den bestellenden Ländern erhalten habe, sei längst aufgebraucht. Hier handele es sich um 5,7 Mrd EUR.

Würden alle Nationen aus dem Vertrag aussteigen, müsste EADS diesen Betrag zurückzahlen. Von einer solchen Entwicklung geht der Vorstand derzeit aber nicht aus. Er prognostiziert der A400M als Exportmaschine sehr gute Chancen. "Sogar die USA könnten daran interessiert sein", sagte er.

Webseiten: http://www.eads.com http://www.airbus.com -Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib

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