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05.12.2008

EADS entwickelt Methode zur Keimerkennung im Wasser

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Forscher des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS haben ein Verfahren entwickelt, um vor Ort und unabhängig von einem Labor schnell und einfach Krankheitskeime im Wasser zu erkennen. So kann das Risiko von Infektionen und Katastrophen, zu deren Auslösern beispielsweise Legionellen zählen, drastisch reduziert werden.

Für dieses Verfahren sieht der Konzern sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich viele Einsatzmöglichkeiten. So ist beispielsweise die Integration des Systems in die von EADS gebotenen Sicherheitssysteme zum automatischen Erkennen von Gefahren möglich.

Projektleiter Alois Friedberger von EADS Innovation Works rechnet damit, dass das unter dem Namen "Optozell" geförderte Projekt erstmals in rund drei Jahren in der Praxis eingesetzt werden kann. Bereits in eineinhalb Jahren ist die Fertigstellung eines Prototypen vorgesehen.

Bei EADS kümmern sich seinen weiteren Angaben zufolge rund zehn Mitarbeiter um die Weiterentwicklung des Messsystems. Außerdem sind an diesem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt noch das Fraunhofer-Institut IZM, die Universität Regensburg, das Institut für Wasserforschung und die Westfälische Wasser- und Umweltanalytik beteiligt.

Die Gesamtfördersumme für das Gemeinschaftsprojekt mit einer Laufzeit von drei Jahren beträgt 1,6 Mio EUR. Auf EADS, die die Führung des Projektes innehat, entfällt davon der größte Einzelbetrag. Den gleichen Betrag wie das Ministerium bringen die vier Partner als Eigenmittel ein.

Das Projektziel werde mit Sicherheit am Ende der Laufzeit erreicht, sagte Friedberger. Bereits jetzt gebe es ein Demonstrationsgerät, das voll funktioniere und an dem nur noch weitere Verbesserungen vorgenommen würden. Parallel dazu würden die mit diesem Verfahren erreichten Messergebnisse mit denen herkömmlicher Verfahren abgeglichen, sagte der Projektleiter.

Nach Abschluss des Förderzeitraumes folgt Friedberger zufolge die Industrialisierung des Systems und die Anpassung für diverse Anwendungen. Interesse sieht EADS bei Trinkwasserversorgern, die regelmäßig Wasserproben zur Sicherstellung der Qualität nehmen müssen. Einsätze sind aber auch denkbar auf Schiffen, in Flugzeugen, Raumkapseln, Campingmobilen, beim Bau von neuen Rohrleitungen und in mobilen Hospitälern.

Optozell erkennt Friedberger zufolge vollautomatisch Keime im Wasser. Dafür werden sämtliche im Wasser vorhandenen Bakterien zusammen mit allen anderen Schwebeteilchen aus dem Wasser mit einem sehr feinen Sieb gefiltert. Um gefährliche Keime von harmlosen zu unterscheiden, können sie markiert werden. Dies geschieht beispielsweise durch Antikörper, die nur an Coli-Bakterien haften bleiben. Dann werden die Antikörper mit Laserlicht sichtbar gemacht und gezählt.

Bei herkömmlichen Prüfverfahren werden Wasserproben in Labors in Petrischalen auf einen Nährboden gegeben. Das Ergebnis ist erst nach ein bis zwei Tagen sichtbar.

Der Projektleiter sieht viele Vorteile von Optozell. Die Wassertestung auf Keime erfolge in rund 20 Minuten, sagte er. Außerdem sei die Anwendung von Optozell einfach und könne auch von Nichtfachleuten ausgeführt werden. Zudem sei das Messgerät sehr klein und deswegen für Anwendungen auf kleinem Raum möglich.

Um sich vor Wettbewerbern zu schützen, hat EADS für ihr entwickeltes Verfahren bereits Patente angemeldet. Gleichwohl werden von Mitbewerbern andere Verfahren entwickelt, die aber nicht so vollautomatisch wie Optozell seien, sagte Friedberger.

Der Preis für das Prüfgerät wird den weiteren Angaben zufolge je nach Anwendungsspezifikation variieren. Gegenwärtig geht EADS von 10.000 EUR bis mehreren 10.000 EUR aus.

Webseite: http://www.eads.com - Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/brb

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