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17.06.2007

EADS präsentiert sich zur Pariser Luftfahrtmesse zuversichtlich

(Wiederholung)

(Wiederholung)

Von Kirsten Bienk

Dow Jones Newswires

PARIS (Dow Jones)--Der seit Monaten mit einer schwierigen Restrukturierung kämpfende Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat sich zuversichtlich gezeigt, die verschiedenen Probleme mit den aktuellen Restrukturierungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen. Im Vorfeld der internationalen Luftfahrtmesse "Le Bourget" in Paris bezeichneten die beiden Co-CEOs Louis Gallois und Tom Enders die eingeschrittenen Wege zwar als hart und wichtig, sagten aber, dass am Erfolg der Maßnahmen kein Zweifel bestehe. Das Topmanagement der European Aeronautic Defence and Space Co (EADS), Amsterdam, hatte am Freitag vor Medienvertretern einen Überblick über die aktuelle Situation des Konzerns gegeben.

Positiv äußerte sich EADS zu dem veränderten Langstreckenmodell A350 und dem bereits im Bau befindlichen Militärtransporter A400M. Die A350, die mit dem Dreamliner B787 konkurrieren soll, stoße im Markt auf großes Interesse; für die A400M sieht das Management sogar Absatzchancen in den USA. Da die finanzielle Ausstattung des Unternehmens gut sei, bestehe zudem keine Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung.

Unsere Cash-Situation ist ausgezeichnet", sagte Gallois. Ersparnisse entstünden im Konzern auch durch das bei der Tochter Airbus installierte Restrukturierungsprogramm Power8". Das Management arbeite "mit Hochdruck" an der Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen, es sei aber noch viel Arbeit zu erledigen.

In diesem Zusammenhang verwies Gallois auf den anstehenden Verkauf von Produktionswerken in Deutschland. Hier seien noch vor Ende Juli Gespräche mit Interessenten geplant. Der Co-CEO ließ keinen Zweifel am Erfolg der Restrukturierung. Schon im laufenden Jahr würden die geplanten Einsparungen erreicht, sagte er.

Als sehr positiv bezeichnete Gallois die Herstellungsgeschwindigkeit der Flugzeuge. Die Produktionsrate liegt bei einer Maschine pro Tag", sagte er. Bis zum Jahresende werde die Auslieferung der Maschinen auf 440 bis 450 Stück steigen. Bei den Orders sehe es ebenfalls sehr erfreulich aus. Airbus werde während der Luftfahrtshow in der kommenden Woche viele Neuaufträge verkünden, sagte der CEO.

Ob darunter auch Bestellungen für die veränderte A350XWB sind, verriet er nicht. Die Resonanz der Kunden auf diese verbesserte Version des Langstreckenfliegers sei aber sehr positiv", sagte Gallois. Änderungen werde es nicht mehr geben. Interessenten hätten nun alle technischen Details vorliegen. Der im Bau befindliche Militärtransporter A400M erfreut sich nach Angaben des Managements ebenfalls hohen Interesses. Allerdings werde es in absehbarer Zeit keine weiteren Orders geben, sagte Senior Vice President Commercial Richard Thompson. Da die Militärkunden konservativer als die kommerziellen Kunden seien, rechnet er erst nach den ersten Auslieferungen mit weiteren Bestellungen. Großes Interesse an dem Flugzeug zeige beispielsweise die USA, sagte John H. Young, COO von EADS Nordamerika. Das A400M-Programm befindet sich den Angaben zufolge im Zeitplan. Erstflug und erste Auslieferung würden wie geplant stattfinden, sagte Thompson. Den Wettbewerb mit dem US-Flugzeugproduzenten Boeing bezeichnete Gallois als normalen Zustand. Ziel sei es, dass EADS und Airbus bessere Produkte als Boeing anbieten könnten, sagte er. Es sei deswegen für das Management nicht ausschlaggebend, einen höheren Marktanteil als der Mitbewerber zu haben. Enders und Gallois mit Managementstrukturen noch nicht zufrieden Sehr kritisch äußerten sich Gallois und Enders zur Führungsstruktur des im MDAX notierten Konzerns. Die Corporate Governance könnte bei uns besser sein", sagte Enders. Das oberste Management arbeite "hart" daran, sie zu verbessern. Es sei aber nicht so, dass es derzeit handlungsunfähig sei. Dieser Eindruck entstehe lediglich durch die Diskussionen in der Öffentlichkeit. Er entspreche aber nicht der Realität, sagte Enders. Beide Manager zeigten sich zuversichtlich, die Führungsprobleme lösen zu können. So werde beispielsweise auch über eine Veränderung des Topmanagements und nur einen einzigen CEO nachgedacht. Dies sei derzeit allerdings nicht das wichtigste Thema im Konzern, sagte Enders. "Viel wichtiger ist es, das Unternehmen effizienter zu machen". Dazu gehört seinen Angaben zufolge vor allem die Zusammenarbeit und die Integration der einzelnen Sparten. So konzentriere sich das Management im Moment auf die Harmonisierung im Konzern, sagte Enders. Bei der Abstimmung von bestimmten Programmen sei hier in der Vergangenheit nicht ausreichend Wert auf diesen Aspekt gelegt worden. Das Ausscheiden des Vorstandsmitgliedes Jean-Paul Gut, bei EADS Chief Operating Officer für Marketing und Strategie, begründeten die beiden CEOs mit unterschiedlichen Auffassungen über Verantwortlichkeiten. Gut habe die alleinige Verantwortung für den Absatz haben wollen, sagte Gallois. Er und Enders seien indes der Meinung, dass diese Verantwortung wegen der Größe des Konzerns nicht im oberen Management liegen könnte, sondern allein in den operativen Einheiten. Mit den derzeitigen Restrukturierungen wird EADS allerdings auch nicht zur Ruhe kommen. Gallois kündigte an, die Beschaffung weiter zu internationalisieren, und nicht länger überwiegend europäisch zu gestalten. Angesichts des Euro-Dollar-Wechselkurses koste der Einkauf EADS zu viel Geld.

Webseite: http://www.eads.com

http://www.airbus.com

-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,

kirsten.bienk@dowjones.com

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