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20.10.2000 - 

Neue Produkte für den E- und M-Commerce

Earthport setzt auf globale Finanztransaktionen

MÜNCHEN (CW) - Mit der Londoner Firma Earthport ist ein weiterer Kontrahent in den Markt der Online-Zahlungssysteme eingestiegen. Neben dem E-Commerce lässt sich die Lösung der Briten auch für Transaktionen mit dem Handy einsetzen.

Das Prinzip von Earthport klingt einfach: Die Brieftasche des Kunden liegt auf einem Server und lässt sich mit Kredit- und Kundenkarten sowie Bargeld auffüllen. Nutzer können so über das Web oder ein WAP-fähiges Mobiltelefon darauf zugreifen und auf verschiedene Weise bezahlen: "Keep it simple", so Europa-Chef John Briggs. Sobald Privatanwender eine spezielle Software installieren müssten, hätten alle E-Payment-Anbieter ein Problem. Laut Briggs eignet sich das Earthport-Verfahren für den E-Commerce und traditionellen Handel ebenso wie für mobile Transaktionen und Überweisungen von Privatperson zu Privatperson.

Das Earthport-Konto ("Wallet") wird einmalig im Web eingerichtet und ist durch ein Passwort gesichert. Sollte sich der Nutzer per Handy oder Internet-Cafe aus Regionen einwählen, die für sein Profil untypisch sind, verlangt der Server zusätzliche Auskünfte ("Geburtsname der Mutter"), damit die Identifizierung zuverlässig ist. Anfangs muss kein Geld überwiesen werden, will der Kunde jedoch etwas kaufen, ist er gezwungen, vorher seine Brieftasche aufzuladen. Earthport übermittelt bei einer Transaktion lediglich die ausgewählte Lieferanschrift des Käufers an den Händler, die persönlichen und finanziellen Daten des Kunden bleiben auf dem Server. Allerdings muss auch der Verkäufer über ein Earthport-Wallet verfügen und hierfür eine spezielle Software installieren.

Die Lösung eignet sich für Summen in unterschiedlicher Höhe, also auch für so genannte Micropayments, die von Kreditkarten bislang nicht abgedeckt werden. Nach wenigen Sekunden ist der Betrag in der anderen Earthport-Brieftasche gutgeschrieben, und das System rechnet ihn automatisch in die vom Empfänger bevorzugte Währung um - globaler M-Commerce sozusagen. Wann das Earthport-Geld auf ein herkömmliches Girokonto überwiesen wird, bleibt dem Nutzer überlassen. Außerdem kann er jederzeit und unabhängig vom Standort seinen Kontostand sowie die Transaktionshistorie abrufen.

Geld verdienen will die Firma nicht mit dem Verkauf von Lizenzen, statt dessen wird bei jeder Transaktion ein Betrag erhoben. Eine "Überweisung" im privaten Umfeld schlägt mit rund 30 Pfennig zu Buche, Firmen zahlen je nach Umsatz. Dieses Verfahren bietet nach Aussage von Europa-Chef Briggs den Vorteil, dass Earthport an einem steigenden Transaktionsvolumen interessiert ist und dadurch das System dauerhaft gepflegt wird. Ein reiner Verkauf von Technologien, wie ihn andere Payment-Anbieter verfolgen, finde deshalb nicht statt.

Zur Zielgruppe zählt Briggs Finanzdienstleister, TK-Unternehmen, Portale und Händler. Seiner Aussage nach wird spätestens im ersten Quartal 2001 ein Vertrag mit einer deutschen Großbank als Partner abgeschlossen.