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20.02.1976 - 

IBM ROECE lieferte 300 Rechner in den Ostblock

Eastward ho, Computer

WIEN - "Vor zehn Jahren gab es in den Comecon-Ländern noch kaum Computer. Inzwischen ist das Interesse enorm gestiegen. Der Bedarf ist noch nicht im entferntesten gedeckt", meint Paul Hofmann, General Manager des IBM "Regional Office Europa Zentral and East" (ROECE) in Wien.

ROECE ist für den IBM-Vertrieb in Bulgarien, der DDR, Polen, Rumänien, Ungarn, der Tschechoslowakei sowie Jugoslawien zuständig. In diesen Ländern (also Ostblock ohne Sowjetunion) sind insgesamt über 300 IBM-Systeme installiert - die Hälfte allein in Jugoslawien, das nicht zum Comecon gehört und auch nicht den Embargovorschriften unterliegt. In Jugoslawien stehen allerdings vorwiegend kleine und mittlere Systeme. Für Verkauf und Betreuung von IBM-Anlagen hat die jugoslawische Firma Intertrade eine eigene 550 Mann starke Abteilung eingerichtet.

In Budapest besitzt IBM seit 40 Jahren eine Tochtergesellschaft, die nie aufgelöst wurde und heute 70 Mitarbeiter beschäftigt. Büros hat der Marktführer außerdem in Warschau, Prag und Sofia. Schulung und ein Großteil des Kundendienstes erfolgt von Wien aus, wo ROECE 320

Mitarbeiter beschäftigt.

Der Geschmack kommt beim Essen

Hofmann, der seinen Absatz zwischen 1971 und 1975 verdoppeln konnte, beurteilt die weiteren Exportchancen sehr optimistisch: "Die seit eineinhalb Jahren im Ostblock gefertigten Rechner der ESER-Serie leiden noch unter Kinderkrankheiten. Außerdem werden die Verkaufsaussichten für westliche Rechner durch die Comecon-Computerproduktion nur gesteigert - denn die Ostblockländer kommen dadurch erst richtig auf den Geschmack."

370/168 gestoppt

Nur für Systeme 370/168 und großer besteht noch ein totales Ausfuhrverbot. Die übrigen IBM-Systeme können mit Genehmigung des amerikanischen Verteidigungsministeriums und der Nato-Embargo-Kontrolleinrichtung Cocom exportiert werden. Allerdings treten bei der 370/158 hin und wieder Schwierigkeiten auf: Während ROECE einige - genehmigte - Aufträge vorliegen, wurde der in Paris für die Sowjetunion zuständigen IBM "Trade-Development-Abteilung" der Verkauf einer 158 an die russische Reiseorganisation Intourist untersagt.

Die höchste Computer-Dichte hat nach IBM-Feststellungen die DDR. Auf den nächsten Plätzen folgen die CSSR, Ungarn und Polen. Eine Produktions- oder Entwicklungs-Kooperation auf dem Computersektor lehnt IBM trotz zahlreicher Anfragen allerdings weiterhin ab. -py