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08.12.1978 - 

Anwenderbericht BIK GmbH, Frankfurt:

Easytrieve verwaltet IMS-Datenbanken

FRANKFURT - "Unsere Programmierer sind, solange wir zurückdenken können, kapazitätsmäßig schon immer bis an die Grenzen ausgelastet gewesen." So begründet Peter Metzen, Leiter des Ressorts Systemsoftware des Betriebswirtschaftlichen Instituts der Deutschen Kreditgenossenschaft BIK GmbH, Frankfurt, die Entscheidung, bereits im Gründungsjahr des Unternehmens, 1972, fremde Systemsoftware einzusetzen. Metzen: "Die umfangreichen Programmsysteme, früher ausschließlich in Assembler, heute in COBOL geschrieben, mußten fast immer in kürzerer Zeit erstellt und gewartet beziehungsweise geändert werden. Wir griffen schnell zu, als uns damals für die Erstellung sogenannter Schnellschußprogramme das Datei-Informations- und Retrieval-System Easytrieve der Pansophic Systems GmbH angeboten wurde."

Die BIK GmbH wurde gegründet mit dem Ziel, vorwiegend für den genossenschaftlichen Verbund betriebswirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen und neue DV-Methoden und -Verfahren in den Bereichen Hardware und Software zu entwickeln und zu realisieren.

Heute bietet das Unternehmen seinen Kunden ein komplettes Dienstleistungsangebot an. Es reicht von der organisatorischen Konzeption über die Programmerstellung bis zur Lieferung und Implementierung ausgetesteter Programme beim Kunden sowie die Abwicklung von EDV-Service-Dienstleistungen im eigenen Großrechenzentrum.

Größter Auftraggeber der BIK ist die IBM Bank, gefolgt von Unternehmen aus dem genossenschaftlichen Verbund und von Drittkunden aus der Industrie. Insgesamt arbeiten heute fast 970 Mitarbeiter in den Bereichen Organisation, Programmierung und im Rechenzentrum selbst, das mit zwei IBM 370/158 (BS OS/MVS/MP mit 5 MB) und einer 360-65 (BS OS/MVT mit 3 MB) ausgerüstet ist. An Peripherie stehen zur Verfügung 20 Plattenlaufwerke IBM 3350 F, 8 Memorex 3675,21 Bandlaufwerke, 7 Schnelldrucker, 52 Datensichtgeräte und 3 RJE-Stationen Data 100.

In Frankfurt laufen neben zahlreichen BIK-internen Programmen auch die für Banken und Industriekunden entwickelten umfangreichen Programmpakete wie zum Beispiel das ISF, ein für die genossenschaftlichen Zentralbanken entwickeltes "Informationssystem Finanzberichtswesen", das alle in der Finanzbuchhaltung erforderlichen automationsfähigen Geschäftsvorfälle einer Bank von der Tageserfassung bis zur Tagesbilanz verarbeitet. Ebenso das integrierte Programmsystem Clearing für die genossenschaftlichen Clearingstellen, mit dessen Hilfe Zahlungsverkehrsbelege automatisch verarbeitet werden und das Programmpaket "Auslandszahlungsverkehr" zur Abwicklung von Zahlungsaufträgen, Kundenzahlungen Banküberträgen und Scheckinkasso.

Easytrieve wurde eingesetzt, um alle in Datenbanken und Dateien gespeicherten Informationen wunschgemäß in Form von Statistiken, Berichten oder Grafiken entweder sporadisch, auf Anforderung oder periodisch verfügbar zu machen, ohne zusätzliche Programmierkapazität in Anspruch nehmen zu müssen.

Intensive Einarbeitung erforderlich

"Leider konnte sich das System zunächst bei uns nicht durchsetzen, weil, die Anwendung von Easytrieve doch einer gewissen Einarbeitung in die Dokumentationsunterlagen und in das Handbuch bedarf. Diese Schwelle mußte von den entsprechenden Mitarbeitern zunächst überwunden werden. Dann aber gab es einen konkreten Anlaß, der Anlaß war, uns mit Easytrieve intensiver auseinanderzusetzen", so Metzen. "Im Januar 1974 erhielten wir einen größeren Auftrag vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, dem BVR. Es ging darum, innerhalb von drei Monaten ein umfangreiches Statistikpaket mit 32 Auswertungen zu programmieren. Die extern vorgenommene Schätzung ergab damals einen Programmieraufwand von 11 Mannmonaten; freie Manpowerkapazität hatten wir nicht zur Verfügung. Um nun nicht auf externe Mitarbeiter ausweichen zu müssen, entschieden wir uns kurzfristig dafür, den Auswertungsteil des Projektes mit Easytrieve zu realisieren. Fazit: Ende August 74 konnte das Projekt an den BVR übergeben werden, obwohl nur einer unserer Mitarbeiter drei Monate Zeit für die Fertigstellung des Projekts benötigt hat." Der "Durchbruch" für den umfangreichen Einsatz von Easytrieve hausintern war damit geschafft.

"Die nächsten Erfahrungen mit Easytrieve machten wir bei der Job-Control-Kartenumstellung von DOS auf OS, die problemlos und zügig vorgenommen werden konnte.

Auch unser zweitgrößtes Easytrieve-Projekt, das 'Interne Berichtswesen', ein Programmsystem zur Erstellung von Tätigkeits- und Leistungsnachweisen zur Leistungsverrechnung unseren Kunden und Auftraggebern gegenüber, konnte innerhalb kürzester Zeit realisiert werden."

Sowohl die BIK-Programmierer als auch ein Mitarbeiter aus der Rechenzentrumsorganisation setzen heute das Paket für eine Vielzahl von Aufgaben ein: Metzen erläutert, daß "vor allem auch die Programmierer davon profitieren, weil sie Easytrieve zur Testdatengenerierung und zur vielseitigen Testunterstützung anstelle des Utilities Ditto einsetzen".

Hilfreich beim Verwalten von Datenbankdateien

Seit knapp einem Jahr verwendet man beim BIK die Easytrieve-Option IMS.

Das zur Zeit in der Entwicklung befindliche, umfangreiche Projekt AIS basiert auf dem Datenbanksystem IMS und umfaßt als "Auslandsinformationssystem" alle Aktivitäten des Auslandsgeschäftes einer Großbank. Dank der schnellen Kontrollmöglichkeiten, die Easytrieve-IMS während der Testphase bei der Erstellung und Verwaltung von Datenbankdateien geboten hat, konnten Teilsysteme von AIS bereits implementiert werden. Sobald das Gesamtsystem installiert ist - die BIK-Spezialisten rechnen mit der Fertigstellung in Teilschritten bis 1980 -, sollen auch IMS-Auswertungen, -Statistiken und -Listen mit dem Retrieval-System produziert werden.

Parallel zu AIS wird an weiteren Projekten auf IMS-Datenbankebene gearbeitet, wie dem Wertpapier-Verbund-System (WVS) und einem Kredit-Informations-System (KIS). Dazu Metzen: "Hier ist das Projektstadium schon so weit fortgeschritten, daß wir bereits die ersten Auswertungen mit Easytrieve fahren konnten."

Trotz der positiven Erfahrungen mit dem Reportgenerator stellt Metzen abschließend kritisch fest: "Man darf auf keinen Fall versuchen, wie das wohl einmal geplant war, Easytrieve auf Kosten der derzeit gegebenen Handhabbarkeit zu erweitern oder

,komfortabler' zu gestalten. Wir könnten die Systemsoftware als Utilitysystem auf breiterer Ebene im Rechenzentrum einsetzen, wenn uns eine Art Programmierte Unterweisung für die Rechenzentrumsbelange zur Verfügung stünde." So Metzens konkreter Tip für den Hersteller Pansophic in Düsseldorf.