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06.09.2002 - 

Der gestrauchelte Held der New Economy

Ebbers verdiente an Erstemissionen

MÜNCHEN (CW) - Der ehemalige Worldcom-Chef Bernard Ebbers erhielt von dem Investment-Bankhaus Salomon Smith Barney bevorzugt Aktien aus Erstemissionen - und verdiente an den Verkäufen Millionen von Dollar.

Der insolvente Carrier Worldcom galt als einer von Salomons größten Unternehmenskunden. Deshalb untersucht der Ausschuss des US-amerikanischen Parlaments nun die Frage, ob das Bankhaus den Worldcom-Manager mit neu emittierten Aktien versorgt hat, um Investitionsaufträge von dem früheren Telekom-Riesen zu ergattern. Grundsätzlich sei es erlaubt, Investment-Kunden im Vorfeld eines Börsengangs Aktien zuzuteilen, behauptet das Bankhaus.

Dennoch überrascht die Experten die Höhe der Tranchen und die Zahl der bevorzugten Personen. Aus Dokumenten, die dem Finanzdienstleistungssausschuss vorliegen, geht hervor, dass neben Ebbers noch zwei Dutzend weitere Worldcom-Manager mit Aktien aus Neuemissionen bedient wurden. So soll der frühere Chief Financial Officer Scott Sullivan mehrere zehntausend der begehrten Aktien aus so genannten Friends-and-Family-Programmen bekommen haben. Ebbers erhielt den Ermittlern zufolge knapp eine Million Aktien und erzielte allein viereinhalb Millionen US-Dollar mit dem Verkauf von Anteilen der Metromedia Fiber Networks Inc. Das Papier kostete beim Börsengang 1997 16 Dollar je Aktie. Ebbers verkaufte die Papiere 1998. In jenem Jahr lag der Aktienpreis zwischen 24 und 71 Dollar pro Stück. Insgesamt dürften sich seine Gewinne auf rund elf Millionen Dollar belaufen.

Die Untersuchung ist Teil der Ermittlungen des US-amerikanischen Kongresses zum Zusammenbruch von Worldcom. Das Unternehmen hatte im Juli Insolvenz angemeldet, nachdem das Management zugegeben hatte, 3,85 Milliarden Dollar fälschlicherweise als Gewinn ausgewiesen zu haben. Erst vor kurzem kamen weitere Fehlbuchungen in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar ans Licht.