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27.01.2006

Eclipse forciert sein Reporting-Projekt

Mit Version 2.0 der Java-Werkzeuge "Birt" sollen auch PHP-Entwickler angesprochen werden.

Die Eclipse Foundation hat Version 2.0 ihres Top- Level-Projekts "Business Intelligence Reporting Tools" (Birt) vorgestellt. Das Vorhaben beschäftigt sich mit dem Aufbau einer quelloffenen Werkzeugumgebung, mit der sich Java-basierende Berichtslösungen erstellen und als Komponenten in Geschäftsanwendungen integrieren lassen. Mit dem aktuellen Release räumt nun das Projekt, das von Anbietern wie Actuate, IBM, Intel (TPTP-Projekt), Pentaho, Scapa und Zend unterstützt wird, mit einer Reihe bisheriger Einschränkungen auf.

Features von Birt 2.0*

• Komponentenbibliothek;

• überarbeiteter Viewer, basierend auf Ajax;

• erweitertes Skript-Modell;

• Änderung der Data Properties von Datenquellen zur Laufzeit;

• Chart Builder für die Entwicklung und das Publizieren von Report- Templates;

• Neuer URL-Builder;

• leistungsfähigere Berichts-Engine;

• Einbindung externer Stylesheets für die Berichtsgestaltung;

• Context Objects des Metadatenlayers für den Zugriff auf Objekte in der Java-Anwendung;

• bessere Unterstützung komplexer Data Sets sowie Support in diesen für Character Large Objects (CLOBs) und Binary Large Objects (BLOBs). *(Auswahl)

Eigene Bibliothek

Zu den markantesten Neuerungen zählt eine Komponentenbibliothek. Mit ihrer Hilfe können Entwickler beispielsweise häufig genutzte Berichtsfunktionen oder komplexe Skripts kapseln, für eine Wiederverwendung ablegen und mit anderen Projektmitgliedern teilen. Berichtsbestandteile, Datenquellen, Report-Parameter, Themes und Master Pages können ebenfalls hinterlegt werden, und die Bibliothek lässt sich importieren und in ihr navigieren. Laut Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation, könnte die Bibliothek die Basis für ein Ökosystem an Lösungen und Komponenten rund um Birt schaffen.

Interessant für Entwickler und Berichtsersteller ist auch ein verbesserter Report Viewer, mit dem sich bei der Navigation immer nur die angeforderte HTML-Seite dynamisch konvertiert und über das Netz zum Browser übertragen lässt (Page on Demand). Der Viewer bietet außerdem effiziente Ansichtsoptionen für umfangreiche Berichte (Table of Contents) und erlaubt jetzt eine Datenextraktion in das CSV-Format. Dank eines neuen "Chart Builder" können Entwickler zudem Berichtsvorlagen (Templates) erstellen und publizieren und so ein konsistentes Look and feel ihrer Anwendungen sicherstellen. Zudem können nun externe Stylesheets in verschiedenen Berichtsformaten eingesetzt werden. Erweitert wurde ferner das bisherige Skriptmodell, mit dem sich jetzt Event-Handler neben Javascript auch in Java erstellen lassen, und es findet sich ein neuer URL-Builder.

Dazu kommt eine leistungsfähigere Reporting-Engine, die auch große Datensätze verarbeiten kann, indem sie bei ihrer Arbeit Festplatte und Arbeitsspeicher kombiniert (siehe Kasten "Features von Birt 2.0).

Als Zielgruppe der BI-Werkzeuge galten bisher die rund 4,5 Millionen Java-Entwickler, vor allem wenn sie Teil der Eclipse-Community sind. Künftig hingegen könnte Birt auch für die auf rund 2,5 Millionen geschätzte PHP-Entwicklergemeinde interessant werden. Laut Mike Thoma, Vice President Marketing bei Acutate und Sprecher für Birt, gebe es jetzt eine Absichtserklärung seitens der Firma Zend, Birt bis Jahresende in das eigene PHP-Framework zu integrieren. Thoma hält es ferner für möglich, Birt künftig den auf rund 15 Millionen geschätzten Berichtsentwicklern sowie der noch weitaus größeren Zahl an BI-Endbenutzern schmackhaft zu machen.

Wunsch und Wirklichkeit

Allerdings räumte der Manager gegenüber der computerwoche ein, dass derzeit vielleicht gerade einmal zehn Prozent aller Java-Entwickler überhaupt mit Reporting-Tools arbeiten. Back- end- und Transaktionslösungen, die für den Endanwender nicht sichtbar sind, seien vielmehr die Regel. Reporting-Funktionen sind bestenfalls rudimentär vorhanden und mit Hilfe von Java und Java Server Pages erstellt. Das Ergebnis sind einfache Listenberichte. Gleichzeitig gebe es aber mittlerweile unter dem Schlagwort "Operational Business Intelligence" den Trend, Reporting und Anwendungsentwicklung enger zu verbinden.

Ziel seien Lösungen, die sich auch jenseits der Firewall sicher erreichen lassen, ferner solche, die sensible Geschäftdaten erstellen, sowie Transaktionssys- teme, deren Benutzer immer mehr Informationen verlangten. "Über 50 Prozent aller BI-Lö- sungen werden heute von Entwicklern erstellt und nicht von den Power-Usern." Diesen wolle man Birt näher bringen. Thoma bezweifelt indes, dass sich auch BI-Hersteller wie Cognos, Business Objects, das jetzt ein Eclipse-Plug-in bietet, oder Microstrategy an dem Open-Source-Projekt beteiligen könnten: "Sie sind zu sehr auf ihre eigenen Endanwender-Tools fixiert."

Für Actuate, das Birt mit einer Codespende initiierte, ist das Projekt aus zweierlei Sicht interessant. So hofft der Hersteller auf Upselling-Optionen und bietet mit "Actuate Birt" bereits ein kommerzielles Angebot, das keinen Zugriff auf den Code gestattet und zusammen mit Service und auf Mietbasis verkauft wird. Version 2.0 des Angebots soll Ende Februar auf den Markt kommen. Zudem werden die Produkte Actuates mit der Zeit vollständig auf der Eclipse/Birt-Plattform basieren. Ein erster Schritt wurde mit der BI-Suite "Actuate 8, Service Pack 1" gemacht, deren Designwerkzeug für den Metadaten-Layer bereits auf Eclipse basiert. Zu Suns nächster Entwicklerkonferenz Java One im Juni 2006 in San Francisco soll ein erstes Birt-basierendes Produkt allgemein verfügbar sein.