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11.05.1990 - 

TK soll den Abbau der Handelshemmnisse forcieren

EDI: Binnenmarkt '93 fordert Koordination der EG-Kommission

Der europäische Binnenmarkt rückt immer näher. Soll er die angestrebte wirtschaftliche Einheit Europas bringen, müssen noch viele Hemmnisse zwischen den EG-Partnern ausgeräumt werden. Dies gilt insbesondere für den Bereich des Electronic Data Interchange (EDI). Die Telecom-Aktivitäten der Eurokraten in Brüssel und der europäischen Industrie bei der Koordination der Handelsmodalitäten beleuchtet die EDI-Serie von Herbert Thomas*. Teil 2 beschäftigt sich mit Initiativen der Industrie.

Zahlreiche unterschiedliche Branchen haben in den letzten Jahren die Wichtigkeit der externen Datenkommunikation erkannt und gründeten deshalb europaweite oder sogar internationale Arbeitsgruppen. Diese Teams spielen bei der Entwicklung und Einführung von EDI und Edifact eine tragende Rolle.

Im Rahmen des Tedis-Programmes werden europäische User-Initiativen, die sich mit der Anwendung von EDI/Edifact- und OSI-Normen befassen, gefördert, koordiniert und unterstützt. Die Aktivitäten der EG-Kommission beziehen sich auf logistische Maßnahmen und finanzielle Unterstützung. Durch die direkte Vertretung der EDI-Anwendungsgruppen in den verschiedenen Gremien des Edifact-Boards wirken diese an der Entwicklung von EDI und Edifact direkt mit.

Dies ist ein wirksames Mittel, die Anforderungen der Benutzer bei der Entwicklung aufeinander abzustimmen sowie den Einsatz von EDI sowohl innerhalb der einzelnen Branchen als auch zwischen den verschiedenen Wirtschaftszweigen voranzutreiben.

Jede Gruppe hat ihren Aufgabenbereich

Obwohl der Aufbau und die Zusammensetzung der EDI-Anwendungsgruppen nach den Erfordernissen der jeweiligen Branche unterschiedlich sind, hat jede Anwendungsgruppe ihre Aufgabe und Verantwortung im Rahmen der EDI-Entwicklung zu übernehmen, um Doppelarbeit bei der Normierung zu vermeiden.

Die Aktivitäten der EDI-Anwendungsteams dienen nicht nur den eigenen Branchen, sondern sind wertvolle Beiträge für Wirtschaft und Verwaltung. Durch ihre Arbeit lenken sie die Aufmerksamkeit auf die neue Technologie, machen die damit verbundene Problematik transparenter und geben Impulse für die am Markt befindlichen Telekommunikations- und Softwareanbieter.

Die Erfahrungen werden weitergegeben

Weitere wichtige Beiträge leisten die Anwendungsgruppen, indem sie aufzeigen, wie EDI anzuwenden ist, Lösungen für Datenaustausch und Telekommunikation entwickelt werden sowie der Beweis der Wirtschaftlichkeit der Investitionen geführt wird.

Die gewonnenen Erfahrungen bei der Implementierung geben die EDI-Anwendungsgruppen weiter. Dadurch kurbeln sie die Öffentlichkeitsarbeit erheblich an und haben für Industrie und Administration Signalwirkung.

Nachfolgend sind die wichtigsten Benutzergruppen, die mit der EG zusammenarbeiten, aufgeführt:

Cefic/EDI:

Europäischer Ausschuß der Verbände der chemischen Industrie. Cefic vertritt die 15 nationalen Verbände der chemischen Industrie Westeuropas. Es laufen zur Zeit Pilotprojekte mit Edifact-Nachrichten sowohl innerhalb Europas als auch zwischen Europa und Nordamerika.

Cefic/EDI hat eine Doppelstruktur, auf der einen Seite das Cefic/EDI-Forum für alle interessierten Mitglieder und auf der anderen Seite eine Koordinierungsgruppe sowie drei Arbeitsgruppen, die sich mit der Nachrichtenentwicklung für die Bereiche Geschäftsverkehr, Transport und Verwaltung, dem Einsatz von Edifact über X.400 und entsprechender Software sowie geschäftsinnovativen Möglichkeiten von EDI beschäftigen.

Cost-306:

Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des elektronischen Datenaustausches im Transportwesen. An dem Projekt Cost-306 arbeiteten alle EG- und EFTA-Staaten sowie die EG-Kommission mit drei verschiedenen Generaldirektionen (Transport, Telekommunikation, Zoll) mit.

Es hatte zum Ziel, eine vom Verkehrsträger und von der Verkehrsart unabhängige Lösung für den europäischen Verkehr zu finden. Sie basiert auf internationalen Normen und umfaßt vielfältige Transportfunktionen, wie zum Beispiel Ladeumbuchung, Bestellung von Transport- und Speditions- leistungen, Rechnungserstellung, Benachrichtigungen über Änderungen im Transportlauf. Das Projekt ist beendet, die Ergebnisse liegen seit November 1989 vor.

Edifice:

EDI-Forum der europäischen Elektronik- und Computerindustrie. Mehrere Mitgliedsunternehmen sind Tochtergesellschaften großer nationaler und internationaler Elektronikkonzerne. Die Anwendungsgruppe ist ein Forum zur Erarbeitung von EDI-Verfahrensregeln in der Elektronik- und Bauteileindustrie.

Edifice besteht aus drei Arbeitsgruppen und einer Generalversammlung. Die Arbeitsgruppen befassen sich mit der Nachrichtenentwicklung und Einführung von Protokollen für die Telekommunikation und den File-Transfer, mit der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Schaffung von branchenspezifischen Subsets.

EAN-COM:

Der Internationale Verband der Artikelnumerierung (EAN) ist von seinen Mitgliedern mit der Entwicklung eines einheitlichen Kommunikationssystems einschließlich der Telekommunikations-Einrichtungen für Geschäftsnachrichten beauftragt worden.

Bei einer Mitgliederzahl von über 100 000 Unternehmen, die in nationalen Verbänden zu-

sammengeschlossen sind, erreichen die Aktivitäten von EAN-COM viele kleine und mittlere Unternehmen in Europa.

Auf nationaler Ebene wird schon seit vielen Jahren mit verschiedenen EDI-Systemen gearbeitet, allerdings auf Basis inkompatibler Branchenlösungen, die einen Datenaustausch über die Grenzen hinweg nicht möglich machten. Eine Umstellung auf Edifact wird in den meisten Mitgliedsländern erörtert oder schon angegangen. Neueinführungen auf nationaler Ebene und internationale Geschäftsabwicklungen werden in Zukunft den Edifact-Normen entsprechen.

Odette:

Organisation des Datenaustausches über Datenfernübertragung in Europa durch die Automobilindustrie. Odette setzt sich aus Delegierten sowohl von Lieferanten als auch von Herstellern zusammen. Neun Arbeitsgruppen sind unter anderem mit Nachrichtenentwicklung, Syntax-Anwendung, Telekommunikation, Software, Implementierung sowie Rechtsaspekten befaßt.

Da in der Anfangsphase des Projekts keine einheitlichen europäischen Nachrichten für den Datenaustausch vorhanden waren, hat Odette für den Geschäftsverkehr zwischen Automobilherstellern und Lieferanten eigene Nachrichten auf Edifact-Syntax entwickelt und eingeführt.

Mittlerweile sind die ersten UN-Standard-Nachrichten (UNSM) vorhanden.

Rinet:

Das Netz für Versicherungen und Rückversicherungen wurde 1987 für den elektronischen Datenaustausch und für Netzvermittlungsdienste zwischen den Versicherungsunternehmen in Europa gegründet. Die Anwendungsgruppe entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Edifact-Board spezielle Datenaustausch- Nachrichten für die Versicherungswirtschaft. Eine Ausweitung der Rinet-Aktivitäten auf die internationale Versicherungslandschaft wird derzeit in Erwägung gezogen. Die Rinet-Nachrichten werden in EDI-Pilotprojekten eingesetzt.

Tedis-Transportgruppe:

Die Tedis-Transportgruppe wurde im Rahmen des Tedis-Programms zur Koordinierung der verschiedenen EDI-Transport-Projekte gegründet. Sie befaßt sich mit Themen wie Transport auf Schiene, Straße, Luft und See, auf die EG- und EFTA-Länder erstreckt. Es handelt sich um die Fortsetzung der Cost-306-Initiative auf breiter Basis.

Bauindustrie:

Die Bauindustrie in Europa setzt sich seit einem Jahr mit EDI/Edifact auseinander. Zwar hat sie noch keine offizielle EDI-Anwendungsgruppe ins Leben gerufen, nimmt aber aktiv an den Arbeiten des Edifact-Boards

teil.