Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.02.2002 - 

Neue Herausforderungen durch XML

EDI-Provider müssen sich wandeln

MÜNCHEN (CW) - Betreiber von klassischen EDI-Netzen gelten als Infrastrukturexperten, nicht jedoch als Spezialisten für die Integration und Modellierung von Geschäftsprozessen. Derartiges Know-how müssten sie aber vorweisen, wollen sie neue Kundengruppen im Bereich E-Commerce erschließen.

Seit etwa drei Jahren dominieren Begriffe wie Internet, E-Commerce und XML die Gesprächsrunden, wenn IT-Manager über die Anbindung von Geschäftspartnern sprechen. Ein Blick auf die Größenverhältnisse zwischen Web-basierendem E-Commerce und klassischem Electronic Data Interchange (EDI) klärt jedoch die wahren Verhältnisse: Internet-Techniken spielen im tatsächlichen Geschäftsverkehr derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Im Jahr 2001 wurden laut IDC Waren und Dienste im Wert von 300 Milliarden Dollar über Web-basierende E-Commerce-Systeme verkauft. Klassische EDI-Systeme, die von Service-Providern wie der General-Electric-Division Global Exchange Services (GXS), IBM, Peregrine und Sterling Commerce betrieben wurden, vermittelten hingegen Geschäftsvolumen in Höhe von 1,8 Billionen Dollar, also den sechsfachen Wert.

Chancen und Gefahren der Web-TechnikenDennoch müssen die Betreiber die Internet- Techniken ernst nehmen, bergen sie doch sowohl Chancen als auch Gefahren. So können Web-Techniken wie Shops, Marktplätze und vor allem XML den Weg ebnen, die herkömmlichen EDI-Angebote auszuweiten und anzureichern. Die bislang betriebenen EDI-Dienste eignen sich nämlich nur für Kunden, die großvolumige und nahezu gleichbleibend strukturierte Bestellungen austauschen. Nur diese Klientel konnte es sich bislang leisten, die in der Regel teuren EDI-Lösungen zu installieren oder zu betreiben.

Doch die Markup-Sprache eröffnet dieser Klientel die Chance, eine neue Anwendergruppe am EDI-Verkehr teilhaben zu lassen, weil sich nun auch kleinere Geschäftspartner in den elektronischen Datenaustausch einbinden lassen, ohne dass größere Investitionen in Hard- und Software anfallen. Für IDC ist es jedoch keine ausgemachte Sache, dass sich diese neuen Nutzer bei der Umsetzung oder beim Betrieb ihrer XML-Pläne an klassische EDI-Service-Provider wenden werden, denn die haben ein Imageproblem: Laut IDC werden sie vornehmlich als Value-Added-Network-(VAN-) beziehungsweise Netzbetreiber wahrgenommen werden. Sie gelten zunächst nicht als Experten für die Gestaltung und Integration von Geschäftsprozessen.

XML-Verfahren beschränken sich jedoch nicht wie EDI auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Sie können beispielsweise die Basis dafür bilden, dass mehrere einander unbekannte Partner Kontakte knüpfen und Geschäftsbeziehungen aufbauen. Bestellungen, Angebote, Auktionen und Verhandlungen werden flexibler gestaltet. Es lassen sich demnach neue Geschäftsprozesse gestalten, für die zum Beispiel die ebXML-Initiative übergreifende Frameworks spezifiziert. Die Umsetzung traut man, so IDC, den EDI-Service-Providern jedoch nicht zu.

Auf der Habenseite steht andererseits, dass die Kritisierten als erfahren und vertrauenswürdig gelten. Sie unterhalten sichere Netze, haben Know-how im Betrieb von Kommunikationsinfrastrukturen und verfügen aufgrund ihrer treuen Kundschaft über laufende Einnahmen. Letzteres gibt ihnen Freiraum, sich in geschäftskritische Bereiche vorzutasten, etwa das Supply-Chain-Management und die Entwicklung von Teamarbeitslösungen (Collaborative Services). Bei der Umsetzung dieser Strategie könnten XML-Techniken wiederum eine tragende Rolle spielen. Ebenso wichtig dürfte laut IDC sein, dass die EDI-Service-Provider enge Bande zu Anbietern von Geschäftsapplikationen knüpfen. (jha)

Abb: Weltweites Handelsvolumen von EDI und E-Commerce

Nach wie vor wird das Gros der digital vermittelten Handelsvolumen via klassischen EDI-Diensten abgewickelt, doch E-Commerce-Verfahren gewinnen an Bedeutung. Quelle: IDC