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EDI: Viele Köche verderben den Brei\

28.06.1991

Wenn eine an sich einfache und sinnvolle Sache wie Electronic Data Interchange (EDI) zum Politikum wird, beißen den Letzten wieder einmal die Hunde. In diesem Fall trifft es - wie so oft - den Anwender (siehe auch Thema der Woche, Seite 7).

Warum? " Viele Köche verderben bekanntlich den Brei", und hierzulande sind viele EDI-Köche am Werk. Folge: Anwender haben es mit einer Fülle von Standards zu tun, die zusammen ein nur schwer verdauliches Menü ergeben. Zwar sind Normen wie VDA und Sedas gute deutsche Hausmannskost, die, von den jeweiligen Verbänden zubereitet, branchenspezifisch bekömmlich ist. Unternehmen aber, die verschiedenen Branchen zuliefern und mehrere Standards realisieren müssen, schlägt das Durcheinander stark auf den Magen.

Dabei träumen viele EDI-Strategen in den Unternehmen seit 1987, nach der Verabschiedung von Edifact als ISO-Standard, vom gelobten EDI-Land, wo die Nachrichten (gleichsam wie Milch und Honig) branchenübergreifend in geordneten Bahnen fließen. Besagte Köche haben sich auch sogleich ans Werk gemacht, nach dem Motto: Man nehme viel ANSI X.12, Tradacom, VDA und Sedas eine Löffel Swift, eine Brise Odette, würze noch mit Cefic nach, und fertig ist das Edifact-Gericht. Das Ergebnis ist, gelinde gesagt, bisher wenig schmackhafte Kost. Grund: Bei der Entwicklung der Nachrichten und Subsets haben die Arbeitsgruppen zu stark ihr eigenes Süppchen gekocht, zum Teil die Regeln des Edifact-Kochbuches ignoriert und als Zutaten überwiegend branchenspezifische Messages verwendet. Von einem abgerundeten Menü also keine Spur.

Natürlich sind Anbieter von Konvertierungssoftware wie Fast-Food-Ketten aus dem Boden geschossen, um dem User die allumfassenden Software-Gänge zu servieren. Was da jedoch auf der Speisekarte so mancher Hersteller steht, hält oft nicht, was es verspricht (siehe EG-Studie, Seite 49). Aber noch gilt: Die Nachfrage regelt das Angebot. Sowohl auf den Anbietern als auch auf den Normierungsgremien lastet deshalb der Druck, endlich brauchbare Ergebnisse aufzutischen. Gefragt sind stabile Edifact-Nachrichten und EDI-Produkte mit dem Prädikat "Drei Sterne".

pg