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10.02.1989 - 

Großbritanniens Unternehmer sind eifrige Nutzer von Tradacom

Edifact: Briten halten sich vornehm zurück

LONDON (IDG/CW) - Angelsächsisch kühl stehen Großbritanniens Unternehmen dem ISO-Standard Edifact gegenüber. Zwar haben die Briten in Sachen Electronic Data Interchange die Nase in Europa weit vorn, doch speziell mit dieser ISO-Norm wollen sie nicht recht warm werden. Auf der Insel gilt deshalb die Devise: Abwarten, Tee trinken und sehen wie sich der Binnenmarkt auf dem Kontinent entwickelt.

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens The Yankee Group hat es ans Licht gebracht: Der britische Anteil am europäischen EDI-Kuchen insgesamt macht respektable 70 Prozent aus. Gegenüber 2000 Unternehmen in Großbritannien, wenden auf dem europäischen Festland nur 600 EDI-Applikationen an. Weltweit werden die Briten in puncto EDI nur noch von den USA überflügelt.

Aber: Zum Leidwesen vieler britischer EDI-User wurde Edifact zur internationalen Norm ausgerufen und sind EDI und Edifact zwei Paar Stiefel. Denn die meisten Unternehmen auf der Insel unterstützen die EDI-Tradacom-Standards der Article Numbering Association (ANA). Diese Normen beruhen auf den Statuten des United Nations Trade Data Interchange (TDI) und sind mit der Edifact-Syntax nicht identisch.

Zwar entwickeln sich die Edifact-Nachrichten sukzessive aus den vorhandenen TDI- und ANSI X.12-Normen, doch überwiegt bei der Gestaltung der Edifact-Messages deutlich der amerikanische ANSI-Einfluß. Trotz dieser Erkenntnis und der Tatsache, daß Edifact seinen Weg machen wird, lassen sich die Briten nicht aus der Ruhe bringen.

Die meisten Unternehmen halten derzeit noch an Tradacom von ANA fest. Sie zeigen bei der Erstellung von Edifact-Nachrichten wenig Initiative und machen sich über das Standardproblem kaum Gedanken, in der Annahme, daß die Third-Party-Netzwerkbetreiber das Problem schon lösen werden.

Einfacher haben es da die Unternehmer in den anderen Staaten Europas. Viele entscheiden sich angesichts des geplanten europäischen Binnenmarkts erstmals für EDI und können sofort auf der Basis von Edifact einsteigen. Dennoch sind sich die Experten sicher: In dem Maße wie Edifact und der Binnenmarkt auf dem Festland Formen annehmen, werden die Briten aus ihrer Reserve gelockt. Denn wenn sie international konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen sie über kurz oder lang auf Messages mit der Edifact-Syntax umstellen.