Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.11.1988 - 

IBM und TI wollen Know-how auch Dritten zur Verfügung stellen:

Edifact steht vor erster Bewährungsprobe

BEDFORD (IDG) - Erstmals über das Stadium eines Pilotprojekts hinaus, wickeln IBM und Texas Instruments (TI) auf der Basis von Edifact Bestellungen ab. Der Standard für elektronischen Austausch von Wirtschaftsdaten hat nach einjähriger Testphase die Spielwiese verlassen und wird jetzt im europäischen Auftragswesen genutzt.

Als Gründe dafür, weshalb beide Unternehmen zunehmend auf Edifact umsteigen wollen, nennt ein TI Sprecher: Die Geschäftsbeziehungen sollen durch den schnelleren und qualitativ besseren Datentransfer im Edifact-Format und -Verfahren sowie Kostenersparnis optimiert werden. Bereits jetzt, so Brian Nicolson, Edifact-Manager für TI in Europa, habe sein Unternehmen zwei Arbeitsplätze durch die Umstellung auf den neuen Standard eingespart.

Zunächst ist das normierte Verfahren zum Austausch von Daten auf das Bestellwesen begrenzt. Beide Unternehmen stehen in einem Lieferverhältnis, da IBM von TI Chips bezieht und umgekehrt TI bei IBM Computer und Equipment ordert. In der momentanen Projektphase verläuft der Datentransfer noch in einer Einbahnstraße. Derzeit schickt nur der Beschaffungsstab der IBM Sitz in Bordeaux seine Chip-Bestellungen an die europäische Marketingzentrale von TI in Paris. Ab Anfang nächsten Jahres will dann auch TI in der zweiten Projektphase Aufträge und Rechnungen elektronisch mit IBM abwickeln.

Technisch beruht der Datentransfer zwischen den beiden Konzernen auf deren konzerneigener Speicher- und Übermittlungs-Technik. IBM überspielt die Daten durch sein Information Network via Paris an den Zugriffsknoten in englischen Warwick; dort greift TI über eine Standleitung auf die Informationen zu und speist sie über das Rechenzentrum in Nizza in sein internes Konzernnetz ein.

Realisiert wird der Austausch von Bestelldaten durch Software, die alle Informationen in Dokumente auf der Basis von Edifact konvertiert. Sobald auch TI nach den EDI-Vorschriften bei IBM ordern wird, streben beide Unternehmen in einer dritten Projektstufe die elektronische Auftragsbestätigung an. Außerdem möchte TI zusätzliche Mailboxen einrichten, damit IBM Auftragsänderungen direkt an den Chip-Hersteller weiterleiten kann.

Beide Elektronik-Riesen wollen ihr Applikations-Know-how und ihre Erfahrungen aus dem Pilotprojekt jedoch nicht für sich behalten. Laut Nicolson soll das Wissen sowohl auf andere Geschäftsbereiche der beiden Unternehmen als auch auf andere Partner übertragen werden. Nicolson: "Dieses Projekt wird die Geschäftsphilosophie auf eine völlig neue Basis stellen." Wegen der zukünftigen Bedeutung von Edifact, so der Manager, wolle IBM und TI ein Handbuch über den Standard herausgeben und Vorschläge zur Verbesserung einbringen.