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25.02.1983 - 

Struktur der Btx-Anwendungen wird von der Anschlußsoftware bestimmt:

Editor kostengünstig im Vorrechner integriert

Sind Btx-Anwendungen wie herkömmliche Dialoganwendungen programmierbar, fragt und beantwortet Dr. Ian Nicholls, Leiter des Bereichs Btx-Technik der Darmstädter Danet GmbH, in seinem folgenden Beitrag. Immerhin sind die Einstiegskosten für den Betreiber externer Rechner im Btx-Dienst hoch und den Hauptteil davon verursacht die Anwendersoftware.

Auf den ersten Blick sehen Btx-Anwendungen, wenn man von den unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten absieht, denen in Herstellernetzen sehr ähnlich. Doch das täuscht. Der Grund dafür ist die hohe Intelligenz der Btx-Vermittlungsstelle (Btx-Vst), die gegenüber dem Anwendungsprogramm im externen Rechner (ER) die Rolle des Terminals" spielt.

Zwischen der Btx-Vst und dem ER wird ein allgemeines Präsentationsprotokoll (EHKP6) abgewickelt, das einen erheblich größeren Funktionsumfang bietet als die Hersteller-Synchronterminals. Einige asynchrone Funktionen sind möglich. Für die Darstellung auf den Btx-Bildschirm und die Umsetzung der von EHKP6 verwalteten Datenstruktur sorgen die Vermittlungsstellen und der Btx-Decoder.

Zwei Möglichkeiten für den Btx-Monitor

Ein Anwendungsprogrammierer arbeitet normalerweise mit einem mehr oder weniger komfortablen TP-Monitor, der ihm Hilfsfunktionen bietet und die Dialogsteuerung abnimmt. Für die Erstellung von Btx-Anwendungen in einem ER wäre ein entsprechender TP-Monitor mit erweitertem Funktionsumfang wie asynchrone Nachrichten, Zeichenumwandlung oder direkter Zugriff auf EHKP6-Datenstrukturen angebracht.

Aus der Sicht der Hersteller bieten sich zwei Möglichkeiten für den Btx-Monitors an: eine neue Entwicklung oder der Ausbau eines existierenden TP-Monitors. In einer neuen Entwicklung sind die Eigenheiten des Btx-Konzeptes am einfachsten unterzubringen. Der Btx-Monitor bekommt einen Zugriff auf die Btx-Seiten-Datei, einen eigenen Btx-Formatservice.

Die Abwicklung von Standardfunktionen, die die Hilfe von Anwendungsprogrammen, nicht benötigen, können hier ebenfalls stattfinden. Bei dieser Lösung müssen die Anwendungsprogrammierer eine neue Schnittstelle lernen und die eventuell hohen, in der Vergangenheit getätigten Investitionen in Anwendungssoftware sind nicht auf Btx übertragbar.

Um diesen Nachteilen entgegenzuwirken, werden Hersteller möglicherweise den zweiten Weg wählen und ihre existierenden Btx-Monitore "Btx-fähig" machen. Dieser Weg ist nicht ohne Probleme, denn die Transportprotokolle (X.25, EHKP4) müssen an den Monitor angeschlossen werden und das Präsentationsprotokoll ist in den Formatservice miteinzubeziehen.

Die Erweiterungen bilden eine TP-Applikation des Monitors, die eine erweiterte TP-Schnittstelle an die Btx-Anwendungsprogramme anbietet. Inwieweit existierende Anwendungsprogramme auf Btx übertragbar sind, hängt von dem Umfang der Schnittstellenerweiterung ab.

Eine Lösung des Btx-Monitor-Problems, die scheinbar alle Vorteile der zwei obigen Alternativen vereint, wäre mit einem dedizierten Btx-Vorrechner möglich. Der Vorrechner handelt - alle Dialogvorgänge selbständig ab, solange diese kein Anwendungsprogramm im Host ansprechen. Gegebenenfalls verhält sich der Vorrechner wie ein Herstellerterminal des Host, das mit dem Anwendungsprogramm kommuniziert.

Die klare Trennung zwischen Btx-Umgebung (Vorrechner) und Herstellerumgebung (Host) würde eine Reihe von Vorteilen für den Anwender bringen:

- Weiterverwendung (mit nur geringfügigen Erweiterungen) existierender Anwendungsprogramme in Btx;

- Nutzung der gewohnten TP-Umgebung im Host

- keine Funktionseinschränkung im Btx-Betrieb.

Bemerkenswert wäre bei dieser Lösung die Möglichkeit, Zugriffe auf Anwendungsprogramme sowohl über das Herstellernetz direkt auf den Host als auch aus dem Btx-Rechnerverbund über den Vorrechner zu erlauben. Bei entsprechendem Ausbau könnte der Btx-Vorrechner außerdem die Basis eines "Inhouse"-Btx-Dienstes bilden.

Unsicherer Aspekt

Das Editieren von Btx-Seiten in der Btx-Vermittlungsstelle mit dem neuen CEPT-Standard dürfte noch einer der unsichersten Aspekte für Anbieter im zukünftigen Btx-Dienst sein. Wegen des umfangreichen Zeichensatzes mit den vielen Funktionen und der Übertragungsprozedur ist das Angebot an Editiereinrichtungen noch recht mager. Die Editierproblematik für Anbieter mit externen Rechnern ist aber noch umfassender, denn zu den Seiten in einem ER gehören zusätzliche Daten.

Der Grund dafür ist der erweiterte Funktionsumfang gegenüber lokalen (in der Btx-Vst gespeicherten) Seiten. (Sinnvollerweise werden Btx-Seiten im ER in einer Form gespeichert, wie sie von EHKP6 direkt benutzt werden können.) Dazu kommen Angaben über den Ablauf der Sitzung mit dem ER (Dialogsteuerung), die auch editiert werden müssen.

Das Editorkonzept in einer ER-Konfiguration hängt eng mit dem Gesamtkonzept der ER-Anschlußsoftware zusammen. Für eine Implementation im Host müßte eventuell ein intelligentes Editiersystem mit allen Darstellungsmöglichkeiten an den Host angeschlossen werden. Bei der Vorrechnerlösung könnte der Editor kostengünstig im Vorrechner integriert werden mit Anzeigemöglichkeit über ein normales Btx-Endgerät.

Der ER müßte außerdem in der Lage sein, Seiten zu erstellen, die in der Btx-Vst abgespeichert werden. (In der ersten Ausbaustufe erfolgt die Übertragung an die Btx-Leitzentrale per Magnetband.) Nur dann kann der EK-Betreiber die Möglichkeiten des Btx-Formatservices (eine Art lokaler Maskenhaltung in den Btx-Vst), der zu erheblichen Kosteneinsparungen führen kann, ausnutzen.