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16.12.1994

Editorial Jung, unreif und mit fraglicher Zukunft

Geht man davon aus, dass Produkte einen gewissen Reifezyklus benoetigen, brauchen verteilte Datenbanken offenbar noch eine Weile, bis sie geniessbar sind - jedenfalls in einer Client-Server- Umgebung, die ueber einen zentralen Server hinausreicht. In der Mainframe-Welt hat diese Technologie bereits das Fruehstadium hinter sich, proklamieren zumindest einige derjenigen, bei denen die DV-Welt nicht nur aus DOS, Windows und Unix besteht.

Was im Rechenzentrum keine Probleme bereitet, stellt aber in einer heterogenen Infrastruktur ein Hindernis dar. So liessen sich verteilte Datenbanken derzeit nur mit homogenen Produkten realisieren, zu einer Zeit, in der eigentlich Offenheit gefordert sei, bemerkt zum Beispiel der Datenbankexperte Michael Bauer in seinem Artikel. Die Gefahr von Inkonsistenzen, wenn Aenderungen an den Replikationen vorgenommen werden, ist in der Regel ebenfalls noch nicht gebannt.

Ausser dieser technischen Argumentation stehen der Verbreitung verteilter Datenbanken einer Untersuchung von Forrester Research zufolge auch geringe Unterstuetzung seitens des Managements sowie unzureichendes Client-Server-Know-how in den Unternehmen im Wege. Rund ein Drittel der 50 von den US-Analysten befragten IS-Manager lassen sich dadurch abhalten, diese Technologie zu implementieren. Knapp ein Viertel gibt zudem das geringe Budget als Hinderungsgrund an.

Daten lassen sich jedoch auch anders einer dezentralen Umgebung entsprechend bereitstellen - es muss keine verteilte Datenbank sein. So beschreibt Birgit Demuth Wege, um von einer Client- basierten Anwendung aus auf entfernte Datenbanken zuzugreifen (Seite 50). Mit einer Kombination von Replikation, Gateways und Schnittstellen sehen auch die Analysten von Forrester Research ihre Vision vom Dataweb, der verteilten Datenbank der Zukunft, realisiert. Raymund Vorwerk geht sogar noch einen Schritt weiter in Richtung chaotische Datenhaltung, der eine herkoemmliche Datenbank ueberfluessig macht (Seite 48). Objekte aus Daten, Verarbeitungsfunktionen und ihnen zugeteilten Rollen schwirren uebers Netz zum Client. Auf dem Server liegt nur noch ein Thesaurus, der das Durcheinander im Griff behaelt.

Diese Alternativen, vor allem die Gateway- und Schnittstellen- Loesungen, finden derzeit vermutlich mehr Liebhaber als eine verteilte Datenbank mit den heute vorhandenen Faehigkeiten.