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01.03.2005 - 

Kolumne

EDS: Back to the Future

Während sich die meisten großen IT-Dienstleister um die Unterstützung von Unternehmensberatern bemühen, scheint EDS nun den entgegengesetzten Weg einzuschlagen (siehe Seite 1). Führende Partner der 1995 übernommenen Unternehmensberatung A.T. Kearney sprechen mit EDS-Chef Michael Jordan über eine mögliche Trennung.

Schon lange war es in der IT-Szene ein offenes Geheimnis, dass Outsourcer und Unternehmensberater die erhofften Synergien nie realisieren konnten. EDS war der erste IT-Dienstleister, der sein Geschäftsmodell auf die Unternehmensberatung ausdehnte. Wer als IT-Dienstleister Zugang zu den Topetagen wollte, brauchte Consultants als Türöffner. Dieser Gedanke war richtig. Das bewies auch die IBM mit der Übernahme von Price- waterhouse-Coopers. Accenture ging einen ähnlichen Weg, wenn auch ohne fremde Hilfe. Das Unternehmen schaffte es aus eigener Kraft, das Geschäft über die eigenen IT-Dienstleistungen auf die Beratung auszudehnen.

Das Ziel ist das gleiche: EDS, IBM und Accenture wollen nicht nur Unternehmens-, Prozess- und IT-Beratung aus einer Hand anbieten, sondern auch den IT-Betrieb betreuen. Das gelingt allerdings nur - IBM hat hier das Optimum noch keineswegs erreicht - , wenn Berater und Integratoren Hand in Hand arbeiten; wenn Unternehmensberater ihren Kunden letzten Endes Lösungen vorschlagen, die auch Produkte und Services des eigenen Integrationsdienstleisters oder auch eigene Hard- und Software enthalten.

EDS und A.T. Kearney waren dagegen einem anderen Paradigma verhaftet. Sie legten auch nach dem Merger größten Wert auf Unabhängigkeit voneinander. Anfangs forderten die Kunden diese Trennung von Beratung und Integration. Seit einigen Jahren wollen sie aber alles aus einer Hand. Diesen Trend hat EDS nicht genutzt. Das Unternehmen fiel im klassischen IT-Dienstleistungsmarkt zurück, einige Deals wie der mit der US-Navy verschlingen Geld, anstatt welches abzuwerfen, und jetzt zeichnen sich zudem Schwierigkeiten mit General Motors ab. Der Autobauer will große Teile der jährlichen Gebühren von zwei Milliarden Dollar einsparen.

EDS-Chef Michael Jordan dürfte das Geld aus einem Verkauf von A.T. Kearney also nutzen, um in neue Geschäftsfelder zu investieren: Einerseits will er mit Partnern wie den HR-Beratern von Tower Perrins BPO-Angebote machen und andererseits gemeinsam mit IT-Herstellern wie Dell, Cisco und Microsoft Services offerieren. Für Unabhängigkeit ist da kein Platz mehr.

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