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04.12.1992

EDS dürfte Outsourcing-Partner der Wahl werden

MÜNCHEN (hv) - DV-Auslagerung und RZ-Konsolidierung sind Megatrends, die den Herstellern von Groß-DV-Anlagen in letzter Zeit immer mehr zu schaffen machen. So scheint etwa bei der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) in Köln die DV-Auslagerung beschlossene Sache. Mitten in der RZ-Konsolidierung befinden sich die Großkonzerne BASF und Mannesmann.

Das Thema Outsourcing ist sensibel - so sensibel, daß sich Anbieter wie Kunden in der Regel bedeckt Halten. Dennoch pfeifen die Spatzen längst von den Dächern, daß Klöckner-Humboldt-Deutz eine Liaison mit der Rüsselsheimer EDS GmbH anstrebt. Da der DV-Dienstleister bereits seit längerer Zeit erfolgreich die. Datenverarbeitung für die KHD-Tochtergesellschaft Motorenwerke Mannheim AG betreibt, wäre eine Verbindung mit der General-Motors-Tochter nur folgerichtig.

"Spruchreif ist das ganze erst Anfang nächsten Jahres", erzählt ein Insider, der um Anonymität bittet. KHD habe sich dafür entschieden, mit einem DV-Service-Unternehmer zusammenzuarbeiten, weil man der reinen RZ-Leistung keinen strategischen Stellenwert mehr einräume. Ein funktionierendes Rechenzentrum sei heute so selbstverständlich wie der Strom ans der Steckdose. Der Vorteil liege in Einsparungen, die vor allein im Hardware- und im Personalbereich zu erzielen seien.

KHD werde sein zentrales, bereits konsolidiertes RZ in Köln an EDS übergeben - sofern es wie geplant zur Vertragsunterzeichnung komme. Dort stehe ein IBM-Großrechner, der ES-9000-Serie mit einer Leistung von nahezu 120 MIPS.

Sowohl die Standard- als auch die Individualsoftware, die darauf laufe, werde von EDS betreut, Die Anwendungsentwicklung dagegen will KHD weiter in eigener Regie betreiben - sie müsse in Prozeßnähe stattfinden.

Während die Kölner ihre RZ-Landschaft bereits konsolidiert haben, steht dem Ludwigshafener Chemiegiganten BASF AG diese Aufgabe noch bevor. Die zumeist mit Comparex-Großrechnern ausgestatteten Rechenzentren von 19 Gesellschaften in zehn europäischen Ländern sollen in drei Großrechenzentren (zwei in Ludwigshafen, eines in Antwerpen) zusammengefaßt werden. Die Standorte sollen von der eigens zu diesem Zweck gegründeten BASF Computer Services GmbH betreut werden, in deren Verantwortung auch das umfassende Konsolidierungsprojekt liegt.

BASF will die Anzahl der Mainframes auf voraussichtlich drei bis sechs Systeme beschränken. "Wir benutzen dabei erheblich leistungsfähigere Rechner als zuvor", erläutert Peter Baumgarten, der gemeinsam mit Uwe Pilgram die Geschäftsführung der neuen Tochtergesellschaft übernehmen, soll.

Die Konsolidierung dauert rund zwei Jahre

Natürlich werden bei BASF vornehmlich die IBM-kompatiblen Rechner der Mannheimer Unternehmenstochter Comparex eingesetzt. Auch habe man kurzfristig darüber nachgedacht,

den Hardwarepartner mit der Betreuung der drei Großrechenzentren zu beauftragen. Da aber nicht beabsichtigt sei, externe Kunden mit RZ-Services zu bedienen, habe BASF diese Pläne nicht weiter verfolgt.

Die Konsolidierung, so Baumgarten, soll während der nächsten zwei Jahre in drei Schritten vollzogen werden. In dieser Zeit werde man die verbleibenden RZs ausbauen und dabei besonders in den Standort Antwerpen investieren, der noch nicht den Kapazitätsanforderungen des Unternehmens entspreche. Von den Konsolidierungsmaßnahmen verspricht sich BASF in erster Linie die Reduzierung von Hardware- und Softwarelizenz-Kosten. Außerdem werden künftig in den 19 bisherigen RZ-Standorten rund 60 Mitarbeiter eingespart.

Beim Düsseldorfer Mannesmann-Konzern ist die Konsolidierung bereits weitgehend abgeschlossen. Die IBM-Rechenzentren von fünf Tochtergesellschaften, darunter die in Frankfurt ansässige Hartmann & Braun AG, die Fichtel & Sachs AG in Schweinfurt und die Mannesmann Demag Fördertechnik, wurden nach Angaben eines Mitarbeiters geschlossen. Statt dessen werden die Unternehmen jetzt von einem zentralen Rechenzentrum in der Nähe von Düsseldorf bedient.