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25.09.1992

EDS-Effekt oder das Outsourcing-Paradox

25.09.1992

Erste Outsourcing-Erfahrungen in den USA verdeutlichen, daß die Anwenderfirmen in der Auslagerung der DV eher ein Mittel zur Arbeitsentlastung als zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sehen. Mit anderen Worten: Man will Kosten einsparen - insbesondere beim DV-Personal - und ist nicht so sehr an bestimmten Ergebnissen interessiert. Dies erklärt auch die bisher geringe Akzeptanz der Outsourcing-Alternative in der Bundesrepublik: Anders als in den USA, wo Outsourcing-Anbieter wie EDS, CSC oder Arthur Andersen kräftig expandieren, stellen hierzulande die DV-Kosten für viele Unternehmer offensichtlich noch kein gravierendes Problem dar. Nicht zufällig zeigte sich die IBM Deutschland bis heute gegen die allgemeine Marktschwäche weitgehend immun. Von Downsizing- und Outsourcing-Meldungen allein könnte jedenfalls die CW nicht leben.

Gewiß: Man redet in der hiesigen DV-Szene vom Outsourcing - zunehmend, Kompliment, mit Sachverstand (siehe Schwerpunkt, Seite 37). Bei uns wird keiner belächelt, der eine Renaissance der Mainframes voraussagt. Den Marketiers von EDS Deutschland und Debis geht die Toleranz gegenüber den RZ-Dinosauriern des Typs IBM /370 sogar zu weit. Sie haben jedoch am allerwenigsten Grund, ungehalten zu sein. Belohnung für gute hausinterne DV-Leistungen war es nicht, was den Opel- beziehungsweise Daimler-Benz-Abteilungen zum Einstieg ins Outsourcing-Business als selbständige Tochtergesellschaften verhalf.

Das Unternehmen "Ausgründung des Rechenzentrums" wurde in Rüsselsheim und Stuttgart in Angriff genommen, weil die interne Datenverarbeitung nicht mehr den gestiegenen Anforderungen der Unternehmensleitungen genügte. Lean Production in der wettbewerbsintensiven Automobilindustrie und Mainframe-DV - das ließ sich nicht vereinbaren. Aber wieso sind davon indirekt die Outsourcing-Interessenten betroffen? Nun, an der Situation, daß EDS und Debis DV-technisch sowie personell unzureichend ausgestattet sind, hat sich ja nichts geändert. Sie betreiben Mainframe-Rechenzentren wie eh und je - nicht gerade eine Referenz für wirtschaftliche und innovative DV.

Demnach wäre Outsourcing gar nicht das Thema? Die Hauptfrage für die DV-Entscheider lautet: Wie muß die DV umgestaltet werden, damit sie auf die Veränderungen des Marktes, in dem das jeweilige Anwenderunternehmen agiert, flexibel reagieren kann? Die DV/Org. - Leiter haben darüber nachzudenken, wie sie die marktpolitische Struktur in Gestalt der Outsourcing-Vertreter daran hindern können, einen zu großen Einfluß bei den Unternehmensleitungen auszuüben. Mit dem Hinweis auf die EDS-Schwäche ist es nicht getan. Nur stimmt eben auch, daß Angst vor DV-Problemen ein schlechter Ratgeber ist.