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25.01.1991 - 

US-Autoverleiher entscheidet sich gegen IBM

EDS erhält den Zuschlag für einen 500-Millionen-Auftrag

25.01.1991

RÜSSELSHEIM (CW/IDG) - Einen Zehn-Jahres-Vertrag über eine halbe Milliarde Dollar hat die texanische EDS Corp., Dallas, mit dem Autoverleiher National Car Rental System Inc, in Minneapolis abgeschlossen. Die deutsche EDS-Filiale in Rüsselsheim spricht vom bisher größten Outsourcing-Kontrakt im Transportwesen.

In einem ersten Schritt hat die General-Motors-Tochter EDS zum Jahresbeginn nicht

nur sämtliche DV- und Kommunikationsaktivitäten, sondern auch rund 200 DV-Mitarbeiter von National Car Rental übernommen. Das langfristige Konzept sieht vor, daß der Dienstleister auch DV-Branchenlösungen aus dem Hause des Kunden vermerktet und die weltweiten Aktivitäten des Autoverleihers durch sein Kommunikationsnetz "EDS-Net", eines der größten privaten Telekommunikationsnetze überhaupt, unterstützt.

John D. Livingston, Vice-President bei National Car Rental, erwartet von der Vermarktung der Branchensoftware durch EDS ein lukratives Zusatzgeschäft. In einem Gespräch mit der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" äußert sich der DV-Verantwortliche euphorisch: "Ich habe eine ganze Reihe von DV-Systemen anzubieten. Jedes einzelne davon wird unserem Konzern viele Millionen Dollar jährlich einbringen."

Obwohl die Autovermietung seit langem IBM-Systeme einsetzt, konnte sich das Unternehmen nicht für Big Blue entscheiden.

EDS zeigte deutlich mehr Engagement

Angaben Livingstons zufolge hat sich EDS mit einem deutlich größeren Engagement um einen Vertrag bemüht als IBM. Vor allem die Unterstützung in den Bereichen Support und Marketing habe für eine Entscheidung zugunsten des texanischen Outsourcing-Spezialisten gesprochen.

Für Heinrich Jakob, einem Sprecher der Rüsselsheimer EDS-Niederlassung, spielt aber auch noch ein zweiter Faktor eine Rolle: "IBM muß als Dienstleister immer mit seinen eigenen Produkten operieren, EDS dagegen ist unabhängig von Herstellern." Sein Unternehmen könne auf die besten Software- und Hardwareprodukte zurückgreifen, ohne auf den jeweiligen Anbieter Rücksicht zu nehmen.

Jakob spricht von einem Trend zur DV-Auslagerung, der zunächst allerdings vorwiegend in den USA sichtbar werde und der in Deutschland wohl erst mit einer Zeitverzögerung von etwa fünf Jahren einsetze. Unternehmen wie National Car Rental seien nicht länger bereit, die immer schneller aufeinanderfolgenden Technologiesprünge mit hohem Aufwand selbst durchzuführen.

Da Outsourcing-Dienstleister ihren Kunden in der Regel vertraglich zusichern, die Datenverarbeitung auf einem hochmodernen Niveau zu halten, löst sich das Problem der Technologiesprünge automatisch. Ebenfalls wird den Kunden garantiert, daß die jeweiligen DV-Aktivitäten unternehmensindividuell durchgeführt werden. So können die Wettbewerber einer Branche auch als Kunden eines Outsourcers ihre Eigenständigkeit bewahren.