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19.03.2004 - 

Investoren-Konsortium zahlt 2,05 Milliarden Dollar

EDS erzielt hohen Preis für die PLM-Sparte

MÜNCHEN (CW) - Der Outsourcing-Spezialist EDS hat seine Softwaresparte UGS PLM Solutions zu einem unerwartet hohen Preis von 2,05 Milliarden Dollar verkauft. Der hoch verschuldete IT-Dienstleister benötigt das Geld, um Outsourcing-Projekte finanzieren zu können.

Ein Konsortium aus den drei Finanzinvestoren Bain Capital, Silver Lake Partners sowie Warburg hat das Rennen um die PLM-Sparte von EDS für sich entscheiden. Es musste dafür einen Preis zahlen, der dem 2,3-fachen des Jahresumsatzes von UGS PLM Solutions entspricht. Das Konsortium bezeichnete den Deal als den bislang größten Technik-Buyout der Geschichte. Einige Investment-Banker wunderten sich dagegen. Sie werteten das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Jahresumsatz als zu hoch für einen Nischenanbieter.

Die drei neuen Eigentümer übernehmen zu gleichen Teilen allerdings ein vitales Unternehmen. Zuletzt erzielte die EDS-Sparte einen Jahresumsatz von knapp 900 Millionen Dollar, schrieb einen Gewinn von 150 Millionen Dollar und verzeichnete eine operative Gewinnmarge von 17 Prozent. In den USA nutzen die Konzerne General Motors und Boeing die Software für die Entwicklung, Verwaltung und Pflege ihrer Produkte, in Deutschland zählen Reis Robotics und Daimler-Chrysler zum Kundenstamm.

Börsengang für 2005 geplant

Im Januar schloss die deutsche Niederlassung zudem den größten europäischen Vertrag mit der MTU Aero Engines in München. Er beläuft sich auf 15,2 Millionen Euro. Insgesamt nutzen weltweit knapp 42 000 Kunden die Softwareprodukte aus dem Hause EDS. Die Käufer hoffen darauf, dass die PLM-Lösung ihren Weg aus den Ingenieurbüros in Marketing- und Finanzabteilungen findet. In etwa einem Jahr wollen sie das Unternehmen an die Börse bringen.

Für EDS ist der hohe Verkaufspreis endlich wieder eine gute Nachricht. Zuletzt hatte der IT-Dienstleister vornehmlich durch Schwierigkeiten in Outsourcing-Vorhaben, Projektpannen und Wertberichtigungen von sich reden gemacht. Das Unternehmen ist mit rund fünf Milliarden Dollar verschuldet, und der Aktienkurs geriet unter Druck, nachdem eine Rating-Agentur das Unternehmen herabgestuft hatte. Zudem wurden immer wieder Zweifel laut, ob EDS die hohen Startinvestitionen großer Outsourcing-Deals noch aufbringen könne.

Die Schwierigkeiten sind zum Großteil Erblast des vormaligen EDS-CEO Richard Brown. Im Frühjahr letzten Jahres übernahm Michael Jordan das Steuer bei EDS und fokussierte den Dienstleister sogleich auf das traditionelle Kerngeschäft Outsourcing. UGS PLM hatte damit keinen Platz mehr in der neuen EDS-Struktur, zumal die Sparte nur vier Prozent zu den Jahreseinnahmen des Konzerns beisteuerte. UGS PLM beschäftigt weltweit rund 500 Mitarbeiter. Im Juni 2001 hatte EDS die Produktsparte noch mit der Übernahme der Structural Dynamics Research Corp. (SDRC) für 950 Millionen Dollar gestärkt. Ende letzten Jahres kündigte Jordan dann den Verkauf an, nachdem das Unternehmen zwischenzeitliche Pläne, UGS PLM selbst an die Börsen zu führen, wieder verworfen hatte. (jha)