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18.10.2002 - 

Der Wert der IT-Ressourcen ist strittig

EDS und Procter & Gamble verhandeln hart

18.10.2002
MÜNCHEN (CW) - Das Hick und Hack um ein Outsourcing-Abkommen mit Procter & Gamble geht in die nächste Runde. EDS, der einzig verbliebene Interessent, verhandelt über ein finanzielles Entgegenkommen des Konsumgüterherstellers.

Im Juli erst war EDS von den Verhandlungen mit Procter & Gamble zurückgetreten und hatte dem Konkurrenten Affiliated Computer Services (ACS) den Vortritt gelassen. Zu hoch seien die Forderungen des potenziellen Kunden hinsichtlich der zu übernehmenden IT-Ressourcen gewesen. Im September stieg dann auch ACS aus den seit 18 Monaten laufenden Verhandlungen mit dem Verweis auf "zu hohe finanzielle, operative und kulturelle Risiken" aus, und EDS nahm die Gespräche wieder auf.

Es winkt ein Auftrag von mehr als acht Milliarden Dollar mit einer zehnjährigen Laufzeit. Procter & Gamble soll Gerüchten zufolge nach dem Betriebsübergang neben den Rechenzentrums- und anderen IT-Services auch Prozesse wie Lohnabrechnung und Inkasso von EDS beziehen.

Über den Wert der zu übernehmenden Einheit Global Business Services und der IT-Ressourcen gibt es einem Bericht der "Financial Times" zufolge nach wie vor Differenzen. Procter & Gamble verlangt 800 Millionen Dollar, EDS will nur 100 Millionen Dollar zahlen.

EDS unter Zugzwang

Bei den Diskussionen hat Procter & Gamble derzeit offenbar Oberwasser, denn EDS steht unter Druck. Der Dienstleister befindet sich in finanziell unruhigem Fahrwasser (siehe Seite 26: "Auch Outsourcing ist nicht krisenfest"). "EDS muss das Geschäft landen", meint Analyst Prakash Parthasarathy von der Bank of America, "ich habe mit vielen Unternehmen gesprochen, die noch nicht bei EDS unterzeichnen, weil sie auf das Ergebnis der Verhandlungen mit Procter & Gamble warten." Schließt der Anbieter allerdings zu ungünstigen Konditionen ab, ergeben sich negative Auswirkungen auf die Barliquidität und die Kreditbewertung.

Ganz risikofrei ist die Strategie, die derzeit malade EDS-Situation zum eigenen Vorteil auszunutzen, auch für Procter & Gamble nicht, denn es gibt vermutlich keine weiteren Interessenten. Die Informationspolitik des Konsumgüterherstellers dazu ist mehr als vage: Mitte September hieß es noch, man führe exklusive Gespräche und erwarte einen unterschriftsreifen Vertrag in den nächsten Tagen. Zwei Wochen später blieb die Sprecherin Linda Ulrey eine Anwort auf die Frage nach der Zahl der Verhandlungspartner schuldig. Außerdem ließ das Unternehmen wissen, dass die Diskussionen sich noch einige Wochen hinziehen könnten. Dennoch sei man sich sicher, einen Abschluss erzielen zu können. (jha)