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"Stillstand" im IT-Servicemarkt


27.09.2002 - 

EDS-Warnung löst Schock aus

MÜNCHEN (CW) - Mit einer unerwartet drastischen Gewinnwarnung und einem äußerst düsteren Ausblick hat der nach IBM weltweit zweitgrößte IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) Ende vergangener Woche für Schlagzeilen und einen regelrechten Schock an der Wallstreet gesorgt.

Für das laufende dritte Quartal (Ende: 30. September) erwarten die Texaner - vornehmlich aufgrund der Investitionszurückhaltung vieler Kunden - nur einen Gewinn von 58 bis 74 Millionen Dollar beziehungsweise zwölf bis 15 Cent je Aktie. Dies liegt deutlich unter der bisherigen Prognose vom Juli, bei der das Unternehmen noch von einem Profit in Höhe von 374 Millionen Dollar oder 74 Cent pro Anteilschein ausgegangen war. Auch die entsprechenden Kennziffern aus dem Vergleichsquartal des Vorjahres (212 Millionen Dollar, 44 Cent) werden damit erheblich unterschritten. Gleiches gilt laut EDS für den Umsatz, der gegenüber den Einnahmen des Vorjahresquartals von 5,56 Milliarden Dollar nicht wie erwartet um vier bis sechs Prozent steigen, sondern stattdessen zwischen zwei und fünf Prozent auf bis zu 5,3 Milliarden Dollar zurückgehen soll.

Chief Executive Officer (CEO) Dick Brown begründete die Gewinnwarnung gegenüber Analysten mit der Feststellung, dass in den beiden vergangenen Monaten die Ausgaben für IT-Services "praktisch eingestellt" worden seien. Wann sich dieser "Stillstand" im Markt wieder nennenswert ändere, sei derzeit nicht absehbar. EDS stelle sich jedenfalls, so Brown, im Einklang mit vielen Experten noch auf eine längere Durststrecke bis weit in das Jahr 2003 ein. Entsprechend pessimistisch fällt auch die aktuelle Prognose der Texaner für das vierte Quartal 2002 aus. Die Gewinnerwartungen wurden von ursprünglich 433 auf 283 bis 293 Millionen Dollar reduziert, der Umsatz soll im Vorjahresvergleich um drei bis sieben Prozent niedriger ausfallen.

EDS-Aktie ging inzwischen in den freien Fall über

An der Wallstreet riefen die EDS-Gewinnwarnung und vor allem der pessimistische Ausblick einen regelrechten Schock hervor. Die EDS-Aktie fiel im nachbörslichen Handel am vergangenen Donnerstag sofort um mehr als 30 Prozent und setzte in den beiden ersten Handelstagen dieser Woche ihre Talfahrt auf ein neues Elfjahrestief von knapp über 16 Dollar fort. Binnen weniger Stunden lösten sich mehr als sechs Milliarden Dollar Marktkapitalisierung quasi in Luft auf. Mit in den Abwärtssog gerieten zeitweise auch die Papiere von IBM und Computer Sciences Corp. (CSC).

Viele Branchenkenner zeigten sich zunächst überrascht, da EDS aufgrund des starken Anteils des Outsourcing-Geschäfts am Gesamtumsatz für krisenresistenter als viele andere IT-Dienstleister eingeschätzt wurde, die sich stärker im Segment IT-Beratung engagieren. Gleichzeitig wurde jedoch vor Hysterie gewarnt. Ob die Gewinnwarnung von EDS symptomatisch für den gesamten IT-Dienstleistungs-Markt sei, müsse noch abgewartet werden, hieß es. Ohnehin hätten Konkurrenten wie IBM und CSC ihre Wachstumserwartungen angesichts sinkender IT-Ausgaben bereits reduziert. Viele Probleme von EDS seien womöglich auch hausgemacht. Immerhin seien zwei der größten Kunden von EDS, der TK-Konzern Worldcom und die Fluggesellschaft US Airways, inzwischen zahlungsunfähig geworden. (gh/tc)