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11.12.1981 - 

Umfrage der Handwerkskammer Koblenz bei 13 919 Betrieben:

EDV findet im Handwerk noch wenig Interesse

CW-Mitarbeiter Elmar Elmauer

KOBLENZ - Mindestens zehn Mitarbeiter muß ein Handwerksbetrieb haben, ehe er "computerminded" wird: Nur in schnell wachsenden Branchen mit Neigung zu größeren Betriebseinheiten manifestiert sich bereits ab fünf Mitarbeitern ein konkretes Interesse an der elektronischen Datenverarbeitung. Im Durchschnitt sind dann die Handwerker bereit, je Mitarbeiter 1720 Mark für den Kauf eines Rechners (Software-Erstanschaffung eingeschlossen) auszugeben, beziehungsweise 1784 monatlich als Leasingrate hinzublättern, wie die nun vorgelegte empirische "Umfrage zum Computer-Einsatz im Handwerk" der Handwerkskammer Koblenz nachweist.

In den 13 919 Handwerksbetrieben im Regierungsbezirk Koblenz sind derzeit etwa 500 bis 580 Rechner eingesetzt, was einer Computerquote von 3,6 bis 4,2 Prozent entspricht; diese Quote erreicht 0,5 Prozent in Betrieben mit zwei bis vier Beschäftigten und rund zehn Prozent (zehn bis 19 Beschäftigte) und über 50 Prozent in Handwerksbetrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern. Bis 1986 könnte der Bestand auf 1400 Computer anwachsen.

Entscheidend für die Anschaffung eines Rechners ist die Betriebsgröße und nicht das Vorhandensein von geeigneter Branchensoftware. Für diesen Schluß sprechen zwei Angaben aus der Umfrage. So haben die rund 59 Prozent Nichtanwender folgende Gründe angeführt (Mehrfachnennungen), warum sie bisher keinen Computer einsetzen (wobei etwa 9,9 Prozent der Nichtanwender Interesse an der Einführung zeigen):

- Das Unternehmen ist zu klein - 90,5 Prozent

- Computer für meine Zwecke zu teuer - 31,9 Prozent

- Eigene Kenntnisse und Informationen reichen nicht, um ein Urteil abzugeben - 17, 6 Prozent

- Computersysteme für Klein- und Mittelbetriebe noch nicht ausgereift - 7,3 Prozent

- Das Unternehmen wird inflexibler durch den Computereinsatz - 1,5 Prozent

Hält man jedoch den - offensichtlich - unterbewerteten Grund "Informations- und Kenntnismangel" der Tatsache gegenüber, daß von den Anwendern bereits 27 Prozent die Anlage wieder gewechselt haben und hierfür folgende Gründe angaben:

- Anlage war zu klein - 82 Prozent,

- Anlage konnte Probleme nicht lösen - 28 Prozent,

- Anlage war technisch veraltet - 10 Prozent,

so muß gefolgert werden, daß die Aufklärungspolitik der Anbieter noch immer zu stark auf den "Fuß in der Türe" zielt, anstelle dem Anwender deutlich den wirtschaftlichen Nutzen eines Computers klarzumachen und darauf hinzuweisen, daß ein geplantes Wachstum die DV-Zukunftskosten senkt. Denn Anlaß zur Kritik an der Computereinführung die bei 56 Prozent der Anwender nach drei Monaten abgeschlossen war, hatten nur zwölf Prozent, und zwar wegen Programmierungsfehlern, mangelhafter Einweisung durch den Anbieter und Störanfälligkeit der Anlage.

Obgleich bei richtiger Anwendung der Handwerksbetrieb mit aktuellen Führungsdaten versorgt und somit flexibler wird, der Unternehmer zugleich mehr Zeit für die dispositiven Aufgaben gewinnt, beeinflußt die vermeintliche Überschaubarkeit nicht nur den Anschaffungszeitpunkt, sondern auch das Einsatzgebiet des Computers.

So zeigt die Gegenüberstellung (siehe Tabelle) von Aufgabenbereich in Abhängigkeit vom Preis ganz deutlich, daß höhere Preise nicht nur durch Mengenprobleme, sondern eben durch vergrößerte Möglichkeiten des Rechners gerechtfertigt sind. In der kleinsten Preiskategorie werden, sowohl bei Kauf- wie Leasingmaschinen, fast ausschließlich branchenunabhängige Programme eingesetzt, während in den höheren Preisklassen ein Gleichgewicht zwischen branchenunabhängigen und branchenspezifischen Standardlösungen vorliegt. Individualprogramme sind, wie der Autor der Analyse *, Diplom-Volkswirt Rolf Weidmann, notiert, in Handwerksunternehmen sehr selten. Die Tendenz gehe zwar in Richtung individuell abgestimmter Programme, aber nur über den Weg der Branchenprogramme.

* Die vollständige Analyse kann bei der Handwerkskammer Koblenz, Postfach 929, 5400 Koblenz, angefordert werden.