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16.09.1983

EDV in der Veterinärmedizin:TRS 80 als "Notizblock"

WIEN (CW)- Rund 6000 bis 8000 Krankengeschichten pro Jahr will der Tierarzt Dr. Mitterer auf Disketten speichern. Dafür steht ihm ein Mikrocomputer (Radio Shack TRS 80) zur Verfügung. Die Eingabearbeit erfolgt im Bereitschaftsdienst (zwischen der ärztlichen Betreuung von Notfällen). Ziel der elektronischen Datenerfassung ist das rasche und sichere Auffinden von medizinischen Parallelfällen, was- trotz einer umfangreichen Kartei- bisher nicht möglich war.

Mitterer ist in erster Linie Chirurg und kam über sein Hobby in der Studienzeit (Computerbasteln) zur medizinischen Informatik. Er bedauert, daß diese bisher nicht an den österreichischen Universitäten gelehrt wird. Dementsprechend groß und fast "archaisch" ist auch das Mißtrauen seiner vorwiegend älteren Kollegen gegenüber dem "elektronischen Notizblock", der keinesfalls den Blick in die Augen der Patienten ersetzen soll.

Trotzdem sieht der ambitionierte Arzt, der auf der chirurgischen Station der Veterinärmedizinischen Universität Wien arbeitet, für den Computereinsatz ein weites Betätigungsfeld: Meßwertanalyse bei der Narkotisierung, Langzeitüberwachung von Patienten (allerdings mehr bei Menschen als bei Tieren) sowie vor allem eine gezielte Einschränkung der Anzahl von Versuchstieren durch Hochrechnung bei Pilotversuchen.

Allerdings dürften dafür (in Zeiten wie diesen) kaum staatliche Mittel zur Verfügung stehen, nachdem sogar ein Zugriff auf die einzige medizinische Datenbank in Österreich, die in privaten Händen ist, aus budgetären Gründen verwehrt wird. Und Österreichs Tier- und Naturschützer finanzieren lieber eine Kampagne gegen ein geplantes Donaukraftwerk in den Auen bei Hainburg als etwa einen neuen leistungsfähigeren Mikrocomputer, der ein Lieblingswunsch des Doktor Mitterer wäre.