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03.11.1978 - 

Die EDV-Systeme der RGW-Länder - Teil 5 - Bulgarien

EDV-Industrie mit exportintensiver Produktion

Wo stehen die RGW-Staaten mit ihrer Datenverarbeitung? Sind sie auf westliches Know-how angewiesen, brauchen sie die Kapitalisten, um ihren Bedarf an Rechnerkapazität befriedigen zu können? Durch die kontinuierliche Analyse von Ostblock-Veröffentlichungen zu diesem Thema, durch die Auswertung von Statistiken über den Warenfluß zwischen den einzelnen Partnern im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, versucht Klaus Krakat von der Berliner Forschungsstelle für gesamtdeutsche wirtschaftliche und soziale Fragen ein sachgerechtes Bild über die DV-Aktivitäten der einzelnen Comecon-Staaten zu zeichnen. Die COMPUTERWOCHE veröffentlicht diese Analysen in unregelmäßiger Reihenfolge.

Unterstützt durch die im September-Plenum der Kommunistischen Partei im Jahre 1969 geförderte "komplexe Automatisierung und Kybernetisierung von Produktion und Verwaltung" begann sich in Bulgarien seit Beginn der siebziger Jahre ein neuer Industriezweig zu entwickeln. Mit Hilfe massiver staatlicher Unterstützung wurden zahlreiche Elektronik-Industriebetriebe errichtet. Organisatorisch hat die bulgarische Regierung den gesamten Elektronik-Industriezweig in drei große Wirtschaftsvereinigungen zusammengefaßt:

- die Staatliche Wirtschaftsvereinigung (SWV) ISOT als bedeutendste Unternehmensgruppe,

- die SWV Elektronische Elemente, der ebenfalls mehrere Werke unterstellt sind und

- die SWV RESPROM mit Werken in verschiedenen Städten des Landes.

Bei den bisher installierten Rechnern handelt es sich um Anlagen aus der eigenen Produktion sowie - und das zum überwiegenden Teil - um Importanlagen sowohl aus RGW-Ländern als auch aus westlichen Ländern. Neben Lieferverträgen mit westlichen Computerherstellern wurden darüber hinaus auch Lizenzabkommen (Fujitsu Comp., Tokio) sowie Kooperationsabkommen (CII. Frankreich) abgeschlossen. 80 Prozent der bulgarischen Elektronik-Produktion waren im letzten Jahr für den Export bestimmt, davon gingen wiederum rund 70 Prozent in die UdSSR.

Zum Erzeugnisprogramm der bulgarischen EDV-Produktion zählen:

- die ESER-EDVA EC 1035 (2. Reihe) die gemeinsam mit der UdSSR (sowie auch der DDR, Polen und der CSSR) entwickelt und in Bjelorußland und Bulgarien in Serie produziert wird,

- ESER-Peripherie, und zwar: Wechselplattenspeicher, Gerätesteuereinheiten, Magnetbandspeicher (zum Teil gemeinsam mit der UdSSR), Abfrageeinheiten, Datenfernverarbeitungsgeräte (gemeinsam mit der UdSSR) und Datenübertragungsvorrichtungen sowie Multiplexgeräte.

- Minicomputer vom Typ ISOT-310 (CII-Kooperation),

- Digitalrechner ZIT-151 (Fujitsu Comp.-Lizenz),

- Peripheriegeräte: Minibandspeicher, Miniwechselplattenspeicher und Kartenleser aus der ISOT-Serie.