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27.11.1981 - 

ADI distanziert sich vom IKD:

EDV-Kongresse laufen sich den Rang ab

MÜNCHEN (bi) - "Deutschlands einziger, gemeinnütziger Fachverband der Datenverarbeiter", der ADI, will seinen "eigenen Kongreß" veranstalten. Dieses schon länger im Verband diskutierte Vorhaben wurde in München während der SYSTEMS konkretisiert und begründet unter anderem mit der mangelnden Praxisnähe des IKD (Internationaler Kongreß für Datenverarbeitung und Informationstechnologie).

Der IKD findet im Zweijahresturnus in Berlin statt - nächstesmal vom 31. August bis zum 3. September 1982. Termin für den ADI-Kongreß, der unter dem Arbeitstitel

Erster Deutscher Anwenderkongreß - Aus der Praxis - für die Praxis" läuft, ist die Orgatechnik in Köln, sie findet vom 26. bis 31. Oktober, ebenfalls im nächsten Jahr, statt.

"Die Mitglieder des ADI-Verbandes hatten seit jeher den Wunsch, ihre Probleme, losgelöst von Herstellern und Anbietern, zu diskutieren, läßt der ADI verlauten. Man habe in Berlin die Ausstellungs-Messe-Kongreß GmbH angesprochen, um dort zusammen mit anderen Verbänden einen DV-Kongreß durchzuführen. Das Ergebnis sei der IKD gewesen. Mit zahlreichen Referenten war auch der ADI beteiligt, hatte sich aber gleichfalls bei der SYSTEMS engagiert, damit "sich beide Kongresse nicht in die Quere kämen".

Beide Kongresse suchten ständig mehr Breite; der ADI aber "mußte zur Kenntnis nehmen, daß Philosophien und Wissenschaftlichkeit die Praxis zusätzlich verdrängten. Ergebnisse der Praxis schienen nach Ansicht des ADI nicht mehr gefragt, viele Praktiker verstanden kaum mehr die Sprache der Referenten.

Keine Unterstützung mehr

Der IKD 1980 endete infolgedessen aus der Sicht des ADI mit einem Mißerfolg. Teils schwache, teils unverständliche Referate fanden wenig Resonanz. Die Datenverarbeiter blieben überwiegend zu Hause. Der öffentliche Bereich war stärker vertreten als die Wirtschaft. Die Bestandsaufnahme und die Änderung des Programmbeirates ohne vorherige Absprache ließen nicht erkennen, daß der neue Qualitätsanspruch des ADI durchsetzbar war. Deshalb beschloß der Verbandsrat: Der IKD wird nicht länger unterstützt.

Ein neues Kongreßkonzept bleibt zu erarbeiten. Dabei will der ADI mit allen eng zusammenarbeiten, die seine "natürlichen Partner auch in der täglichen Arbeit sind . Dazu gehören Hard- und Software-Anbieter ebenso wie die Hochschulen. Aber der Verband will "die Fäden in der Hand behalten" und dafür Sorge tragen, daß die Probleme "diesseits der DV diskutiert werden.

Ein Grobkonzept für den ADI-Kongreß in Köln liegt bereits vor. Eine sogenannte "gezielte Softwarebörse" soll die Seminarthemen mit Anschauungsmaterial anreichern.

Für die Softwarebörse ist nicht daran gedacht, nach Messeart Stände aufbauen zu lassen. Statt dessen will der ADI als "Gesprächsvermittler" auftreten und nur begrenzt und gezielt Software-Anbieter zulassen. Das wird abhängen von den Referaten adäquaten Angeboten einerseits

- nur was als Kongreßthema referiert wird, soll angeboten- werden können - sowie von der Qualität der Angebote. Dabei soll der Bekanntheitsgrad des Angebotes ebenso berücksichtigt werden wie seine Verbreitung. Die Software-Abteilungen der Hersteller von Hardware, die noch immer den Löwenanteil der eingesetzten Systemsoftware anbieten und absetzen, werden natürlich berücksichtigt.

Die folgenden Themen sollen in fünf Seminarreihen abgehandelt werden:

- Das Handwerkszeug des DV-Leiters;

- Schnittstellen zwischen Anwendern und Herstellern;

- Der Softwaremarkt;

- Datenverarbeitung + Nachrichtenübertragung = Datenfernübertragung;

- Datenverarbeitung morgen.

Der ADI wird sich an seinem Wahlspruch messen lassen müssen, er lautet: "Wir profilieren uns nicht durch Konfrontation, sondern durch Kooperation - durch sachliche und solide, realisierbare Vorschläge.

Das Kongreßprogramm der IKD in Berlin veröffentlichen wir in der nächsten COMPUTERWOCHE.