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17.10.1975 - 

Container auf Computer-Kurs

EDV-Organisation als Marketing-lnstrument

HAMBURG - "Wenn bei einer Hamburger Reederei ein Telegramm aus Hongkong eingeht, daß auf einem dort liegenden Schiff der zweite Offizier ausgefallen ist, dann muß schnellstens vollwertiger Ersatz beschafft werden und das ist bei Gesellschaften mit 1000 bis 2000 Mann "per Kopf" oder "per Karteikarte" nicht mehr in den Griff zu kriegen." Mit diesen Worten verdeutlicht Peter Sass, Geschäftsführer des IFU-Rechenzentrums, Hamburg, was er unter "Hafenproblemen" versteht. Sass weiß, wie dem abzuhelfen wäre: "Hier bietet sich an, Personaldatenbanken aufzubauen, auf die Reedereien direkten Zugriff haben."

Nachdem die "Datenbank Hamburg Hafen" endgültig gestorben ist, sind heute viele Hafen-, Schiffahrts- und Transportbetriebe der Hansestadt gezwungen, sich entweder nach einer eigenen EDV-Anlage oder einem Rechenzentrumspartner umzusehen.

Aber auch aus einem anderen Grund sei - wie Sass erklärt - die Frage, welche Datenverarbeitungsform Hafenbetriebe wählen sollen, heute von besonderem Interesse: Die Notwendigkeit des EDV-Einsatzes ergebe sich nicht mehr nur aus innerbetrieblichen Rationalisierungsmaßnahmen - die Anstöße kommen von außen.

Dies gilt insbesondere im Container-Bereich. Ausländische Reedereien gehen an die Suche nach geeigneten Umschlagspartnern mit neuen Bewertungskriterien heran. Dazu gehört die "Einsatztiefe" von EDV-Anlagen, speziell für den schnellen "Huckepack-Verkehr"

Aktives Marketing-lnstrument

Der Nachweis, daß Disposition, Steuerung und Verwaltung im Umschlagsbereicht über EDV erfolgt, ist somit zu einem akquisitorischen Argument geworden: "Die interne Organisation wird immer mehr als aktives Marketing-Instrument eingesetzt", stellt Peter Sass fest, "die Zeiten sind endgültig vorbei, in denen die EDV-Abteilung ein nach innen gekehrtes, stilles Leben zu führen hatte."

Von diesem neuen Verständnis für den Wert des Computers profitieren - so der IFU-Geschäftsführer - nicht nur die EDV-Hersteller: "Die komplexen Abwicklungs- und Dispositionsarbeiten, die in einem Hafenbetrieb täglich anfallen, können nur mit Anlagen einer Größenordnung bewältigt werden, wie sie von vielen kleineren und mittleren Firmen aus Kostengründen nicht eingesetzt werden können."

In diese Lücke will das Hamburger EDV-Dienstleistungs-Unternehmen stoßen - der erste Schritt ist die Entwicklung eines Container-Organisationsmodells, das IFU-Kunden in wenigen Wochen zur Verfügung stehen soll.

Das IFU-Rechenzentrum hat weiterreichende Pläne: Die Benutzer sollen ab 1976 die Möglichkeit haben, durch Online-Schaltung über Standleitungen mit den neuen Programmen für Container-Einsatz und Personal-Disposition zu arbeiten Dafür hat IFU eine NCR-Century 300-Anlage mit 256 K, Band/PIatte-Einheiten sowie Online-Peripherie angemietet.