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01.12.1978 - 

Anwenderbericht der Firma Reimbold & Strick, Köln-Kalk:

"EDV systematisch vorantreiben

KÖLN-KALK - Günter Kamp, EDV-Chef bei Reimbold & Strick, Köln-Kalk, (Produktionsprogramm: Glasur- und Emailfritten, Farbkörper und Glasuren) beschäftigte sieh erstmals 1971 mit der EDV: Ein Magnetkontencomputer löste mehrere manuelle Verfahren ab. 1973 installierte das Unternehmen das erste Magnetplattensystem, eine Nixdorf 880/55 als "wichtiges Werkzeug der Unternehmensleitung und Verwaltung", gleichzeitig wurde eine 820 S als Prozeßrechner zur Steuerung einer rechnergesteuerten Wägeanlage für die automatische Gemenge-Aufbereitung in Betrieb genommen. "Zunehmende Anforderungen an die EDV, sowohl quantitativ, qualitativ als auch terminalich", - so Kamp - "führten 1977 zu einer neuerlichen Erweiterung, der EDV-Kapazität des gleichen Herstellers. Heute arbeitet das Unternehmen mit einer Nixdorf 8870/6.

Gegründet wurde die Firma Reimbold & Strick bereits im Jahre 1896. Damals produzierte der Betrieb Zinnoxyd für die keramische und emaillierende Industrie. Heute beliefert das Unternehmen Hersteller von Wand- und Bodenfliesen, Geschirrkeramik, Baukeramik, Kunstkeramik sowie Herden und Badewannen. Etwa 2000 Tonnen Material verlassen monatlich die beiden Werke in Köln-KaIk und Wesseling. Rund ein Drittel davon wird in das europäische Ausland und nach Übersee exportiert. Reimbold & Strick zählt sich heute zu einem führenden Unternehmen dieser Branche: Trotz fortschreitender Modernisierung des Betriebs mußte im Laufe der letzten Jahre die Mitarbeiterzahl verdoppelt werden.

Für Günter Kamp ist es selbstverständlich, daß im Hause Reimbold & Strick seit Jahren systematisch der Einsatz der EDV vorangetrieben wird: " Die hohen Anforderungen der Abnehmer an Qualität und Service erfordern nicht nur eine moderne Fertigung, sondern auch intensive Forschung und Entwicklung sowie eine anwendungsorientierte Beratung und nicht zuletzt eine leistungsfähige Verwaltung. "Das EDV-Aufgabenspektrum umfaßt gegenwärtig:

- Finanzbuchhaltung (Debitoren, Kreditoren und Sachkonten)

- Lohn- und Gehaltsbuchhaltung

- Kostenrechnung (BAB)

- Projektüberwachung nach Zeit und Kosten, zum Beispiel Neubauten und Anlagen

- Materialwirtschaft und Verkaufsstatistik, beide noch auf der Nixdorf 880/55.

In Vorbereitung sind: Plankostenrechnung sowie Auftragsabrechnung mit Fakturierung.

Für die Finanzbuchhaltung sowie die Lohn- und Gehaltsabrechnung wird Inves, das Nixdorf-Produkt für handelsorientierte Fertigungsbetriebe, eingesetzt. Den Gesamtkomplex "Finanzbuchhaltung" bilden die Buchungskreise: Debitorenbuchhaltung, Kreditorenbuchhaltung und Sachkontenbuchhaltung.

Umfangreiche Anpassung erforderlich

Der Inves-Modul "Lohn- und Gehaltsabrechnung" enthält die Stammdatenverwaltung für die Firmen- und Personalstammdaten sowie die Erfassung der variablen Lohn- und Gehaltsdaten. Die Brutto- und Nettoabrechnungen mit den dazugehörigen Anschlußarbeiten erfolgen unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen in lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht. Neben Lohnjournal und Lohnkonto werden Überweisungsträger ausgedruckt sowie die Auswertungen für die Sozialversicherungsträger und innerbetriebliche Zwecke erstellt.

Bei de zur Zeit noch im Entwicklungsstadium befindlichen Auftragsabrechnung mit Fakturierung sieht Kamp ebenfalls die Integration mit den angrenzenden Aufgabengebieten vor. Grundlage der neuen Programme ist das Programmpaket Infos (Integriertes Fertigungs-Organisations-System). Dazu Kamp: "Die besonderen Erfordernisse unseres Hauses machten allerdings eine umfangreiche Anpassung der Programme beziehungsweise Neuprogrammierung erforderlich." So sollen die Rechnungen entsprechend dem Empfängerland jeweils deutsch, englisch, französisch, italienisch oder spanisch geschrieben werden. Hierfür ist eine "Lexikon"-Datei anzulegen, welche die deutschen und fremdsprachlichen Begriffe für die Produktbezeichnungen, die Produktspezifikationen (wie Oberfläche und Farbe), Konditionen sowie die organisatorischen Begriffe (wie Rechnung und Mahnung) aufnimmt. In den Datensätzen enthaltene Indexe steuern die Auswahl der benötigten Begriffe bei der Verarbeitung. Der Komplex "Auftragsabrechnung mit Fakturierung" soll Anfang 1979 fertiggestellt werden. Die Verkaufsabteilung wird dann über einen eigenen Bildschirmarbeitsplatz direkten Zugriff zu ihren Auftragsdaten haben. Kamp erwartet durch die aktuelle Direkteingabe der Auftragsdaten ein Abbau der heute noch unvermeidbaren Mehrfacherfassung und damit auch eine Steigerung der Verarbeitungssicherheit.

Bei der Hardware-Auswahl soll für einen mittleren Planungshorizont eine Anlage gefunden werden, die

- über eine attraktive Rechnerleistung verfügt,

- gute Erweiterungsmöglichkeiten bietet,

- mit Magnetplatten- und Magnetbandlaufwerken ausgerüstet werden kann.

1977 wurde eine Nixdorf 8870/6 mit 136 K Bytes Hauptspeicher, vier Bildschirmarbeitsplätzen, zwei Magnetplatten- und je einem Magnetband- und Magnetbandkassettenlaufwerk sowie je einem Zeilen- und Serialdrucker installiert.

Strenger Closed Shop

Die Magnetbandstation (1/2 Zoll-Band) dient vorrangig der täglichen Datensicherung der Magnetplatteninhalte außerdem auch der sequentiellen Speicherung von Daten für spezielle Arbeitsgänge. Parallel zur Sicherung der Magnetplatteninhalte werden grundsätzlich alle Bewegungsdaten unmittelbar bei ihrer Erfassung auf Magnetbandkassette protokolliert. Die Sicherungs-Bänder und -Kassetten werden konsequent jeden Tag allsgelagert. Für Günter Kamp sind Datensicherungs- und Datenschutzmaßnahmen selbstverständliche a Voraussetzungen für eine geordnete EDV-Organisation und -Abwicklung: "Schließlich hängt bei zunehmender Durchdringung der Unternehmen - auch der kleinen und mittleren Betriebe - mit EDV zuviel von der Zuverlässigkeit der gespeicherten Daten sowie ihrer einwandfreien und zeitgerechten Verarbeitung ab." Deshalb betreibt er auch "seinen" Computer im strengen Closed-Shop, kein Unbefugter und kein Besucher hat Zutritt zum Rechnerraum. Die Fachabteilungen kommunizieren über Bildschirmarbeitsplätze mit dem Rechner.

Die Buchhaltung und der Verkauf haben über eigene Bildschirmarbeitsplätze in ihren Büros den erforderlichen - natürlich abgesicherten - Zugang zu ihren Daten und führen so ihre Datenerfassung und -abfragen selbst durch. Fachabteilungen mit geringerem Datenanfall steht zentral ein weiterer Bildschirmarbeitsplatz zur Verfügung. Diese Organisationsform wird durch das Softwaresystem Degas unterstützt: Es ermöglicht die Erstellung von Datenerfassungs- und Abfrageprogrammen über Bildschirm steuert den Ablauf und führt Datenerfassungs- und Abfrageprogramme im Multitaskingbetrieb durch. Die vier installierten Bildschirmarbeitsplätze können mit Hilfe des Steuerprogramms gleichzeitig und doch unabhängig voneinander unterschiedliche Erfassungsbeziehungsweise Abfrageprogramme abwickeln, während außerdem auf der Nixdorf 8870 im Hintergrund noch ein Verarbeitungsprogramm läuft. Auf das früher notwendige, jedoch umständliche Handling mit zusätzlichen Erfassungsbelegen, Datenträgern und gesonderten Erfassungsgeräten kann Dank der arbeitsplatzorientierten Konzeption heute ganz verzichtet werden, was sich - so Kamp - "auch auf die Durchsatzzeiten vorteilhaft auswirkt".