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03.11.1995

EFQM zeichnete zwei europaeische Unternehmen aus

BERLIN - Die European Foundation for Quality Management (EFQM) moechte Europas Stellung im Weltmarkt verbessern, indem sie Firmen bei der Einfuehrung von Qualitaets-Management-Systemen unterstuetzt. Zum Jahreskongress der Gesellschaft waren in diesem September mehr als 1200 internationale Wirtschaftsbosse ins Berliner ICC gekommen.

Die europaeischen Anbieter wollen ihr Image im Weltmarkt aufpolieren. Wie das in praxi aussehen soll, diskutierten Vertreter von mehr als 1200 europaeischen Firmen auf der Jahreskonferenz des EFQM am 27. und 28. Septemer in Berlin.

Schwerpunkt: Total Quality Management (TQM). Mit einem "Nur ein staendig lernendes Unternehmen kann dem globalen Wettbewerb gewachsen sein", begann der Vorsitzende der EFQM und Vorstandschef der belgischen Union Miniere, Karel Vinck, die Diskussion. TQM- Systeme wuerden die "kontinuierliche Verbesserung eines Unternehmens auf allen Gebieten" bedeuten, sagte er. Die "langfristig angelegte Fuehrungsstrategie und -methode" sei fuer eine Firma, deren Mitarbeiter und Kunden der "Mittelpunkt des Handelns". Der Begriff Qualitaet beziehe sich dabei nicht nur auf Produkte, sondern betreffe die gesamte Firmenorganisation. Dieser ganzheitliche Ansatz unterscheide TQM von der Qualitaetsnormreihe ISO 9000.

Bei der Umsetzung der Management-Methode mit Hilfe moderner IuK- Techniken orientierten sich die Firmen an den "Befaehiger- Kriterien" (Enabler Criteria) des europaeischen Qualitaetsmodells. Unter anderem seien das Fuehrung, Politik, Strategie sowie Mitarbeiterorientierung, hiess es in Berlin. Aufgrund dieser Massgaben beschrieben die im ICC vertretenen internationalen Firmen ihre Anstrengungen: zufriedene Kunden und Mitarbeiter, gutes Image und erfolgreiche Geschaefte seien das Ziel.

Der Vorstandschef der Siemens AG, Heinrich von Pierer, dazu: "Anfangs haben wir die Veraenderung der Unternehmenskultur unterschaetzt." Dabei ist der Strukturwandel eines von "vier Elementen der Top-Siemens-Strategie", die der Konzern fuer eine bessere internationale Wettbewerbsfaehigkeit entwickelt hat. Dazu zaehlen ferner Steigerung der Produktivitaet, Beschleunigung von Innovationen und konsequente Erschliessung neuer Maerkte.

Laut von Pierer sei jedes Mitglied in einem Unternehmen dabei gefordert, wobei der Vorgesetzte als Couch und der Mitarbeiter als Unternehmer betrachtet werde. Getreu der Maxime: "Handle, oder du wirst gehandelt." Im letzten Jahr habe dieses Konzept dem Konzern eine Erhoehung der Produktivitaet von sechs Prozent - etwa fuenf Millionen Mark - gebracht. 1995 rechne man mit einem noch groesseren Schritt nach vorn.

Mercedes-Benz-Chef Helmut Werner berichtete von einer Kostensenkung in seiner Firma um 50 Prozent, die durch "praktiziertes Qualitaets-Management" erzielt werden konnte. Hoehepunkt der jaehrlichen EFQM-Kongresse: Die Verleihung eines European Quality Award. Vergeben wurde der Wanderpreis an die europaeische Tochter von Texas Instruments, Bruessel, und die britische TNT Express Ltd. aus Etherstone.

Seit dem Wintersemester 1994/95 laeuft an der Universitaet Kaiserslautern ein europaeisches Master-Programm fuer "European Quality Management"-Systeme.

Interessenten wenden sich an die EFQM, Avenue des Plejades 19, B- 1200 Bruessel, Telefon: 0032 2/775 35 11.

Andy Rausch-Dietrich ist freie Autorin in Berlin.