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28.05.1993

EG-Green-Paper erfuellt die Hoffnungen auf staerkeren Wettbewerb nicht Die alten Hoflieferanten der PTTs dominieren den PBX-Markt

WATFORD (CW) - Obwohl der EG-Markt fuer Private Branch Exchanges (PBXsweitgehend liberalisiert und fuer den Wettbewerb geoeffnet ist, behaupteten die traditionellen Marktfuehrer ihre Stellung. Die Analysten der Yankee Group stellten sogar fest, dass die alte Troika aus Alcatel, Siemens und Ericsson mit grenzuebergreifenden Kooperationen im Zuge der Marktoeffnung ihre Dominanz vergroe Mit dem Erscheinen des Green

Papers im Mai 1987 wollte die EG-Kommission den monopolistischen nationalen TK-Maerkten ein Ende setzen und diesen Bereich fuer den Wettbewerb oeffnen. Wie die Yankee Group jetzt im Level-8-Bericht "PBXs in Europe" analysiert, hat sich an der Situation seit der ersten Untersuchung 1987 wenig geaendert. Das Triumvirat Alcatel, Ericsson und Siemens dominiert mit rund 55 Prozent den EG-Markt fuer private Vermittlungsanlagen.

Gruende fuer die nach wie vor marktbeherrschende Stellung der drei Konzerne sehen die Analysten in der bereits installierten Basis an PBXs. Da sich das Segment immer mehr zu einem Ersatzmarkt entwickelt, waehlen die meisten Unternehmen, so die Autoren, beim Kauf neuer Anlagen den gewohnten Supplier, um die bereits getaetigten Investitionen zu sichern. Darueber hinaus seien die PBXs immer mehr ein Lockartikel, mit dem die Unternehmen auf Folgeauftraege fuer Voice Mail und aehnliches hoffen.

Einen weiteren Grund fuer die Bestaendigkeit der alten Garde vermuten die Marktforscher in den gewachsenen Verbindungen mit den nationalen Carriern. Zwar hat sich seit dem Erscheinen des Green Papers die Beziehung zwischen Supplier und Distributor geaendert, beispielsweise bei BT, doch viele PTTs ordern immer noch bei den alten Hoflieferanten. So ist in Deutschland die Telekom Siemens' groesster Kunde.

Der groesste PBX-Markt

in Europa ist Deutschland

Deutschland, nach Angaben der Yankee Group der groesste PBX-Markt in Europa, weist zudem eine Besonderheit auf: Es handelt sich um den einzigen Markt, der seit den siebziger Jahren, bedingt durch den Mauerfall, einen wirklichen Bedarf

an Neuanschaffungen hat (in Ostdeutschland). Ausserdem registrieren die Analysten einen grossen Ersatzbedarf fuer die ueber 500 000 Systeme, die bereits vor 1983 installiert wurden und rund 57 Prozent der kleineren Vermittlungsanlagen umfassen.

Vor diesem Hintergrund und auf die beginnende Liberalisierung der deutschen TK-Ordnung setzend, ist der Markteintritt der zahlreichen Nicht-EG-Supplier zu sehen, die Deutschland als Sprungbrett fuer den EG-Markt begreifen.

Bisher aber, so die Forscher weiter, hat sich in Deutschland wenig geaendert: Siemens dominiert nach wie vor den PBX-Markt. Verschiebungen der Marktanteile ergaben sich nur

aufgrund von Fusionen und Uebernahmen wie dem Siemens-Buyout von Nixdorf. Zwar mischen die beiden anderen grossen EG-Player Alcatel und Ericsson ebenfalls mit, sie eroberten bisher aber nur einen geringen Marktanteil von zehn beziehungsweise acht Prozent. Waehrend Alcatel die Produkte ueber SEL verkauft, setzt Ericsson auf einen gemischten Vertriebskanal und vermarktet sowohl direkt wie auch ueber die Detewe.

Den einzigen ernstzunehmenden Siemens-Mitbewerber sieht die Yankee Group in Bosch/Telenorma mit einem Marktanteil von 25 Prozent gegenueber 47 Prozent der Siemens AG.

Allerdings, so schraenken die Forscher ein, koenne Siemens seine dominierende Rolle auf dem Weltmarkt nur dann halten, wenn das Unternehmen in Deutschland Marktfuehrer bleibe und sich endgueltig zur anwendungsorientierten Firma entwickle. Fuer die naechsten fuenf Jahre prophezeit die Yankee Group, dass Siemens und Northern Telecom mit AT&T sowie mehreren japanischen Playern, gefolgt von Alcatel und Ericsson, weitere Konkurrenten bekommen. Diese sechs Giganten werden dann wahrscheinlich endgueltig den Markt unter sich aufteilen. Kleinere Mitbewerber wie Hagenuk werden nur in Marktnischen ueberleben.

Die in das Green Paper gesetzten Hoffnungen auf eine belebtere Konkurrenz erfuellten sich nicht. Nach wie vor beherrschen die alten PBX-Grossanbieter den Markt.