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18.05.1990

EG-Kommission: Kein Einspruch gegen Sienix Siemens kauft sich bei Linotype über Hell ein

MÜNCHEN/BRÜSSEL (CW/vwd) - Noch ist die letzte große Akquisition nicht verdaut, da strebt Siemens bereits die nächste an. Die Münchner wollen ihre in der Farb-Reprotechnik mitmischende hundertprozentige Tochter Hell GmbH in den Satztechnik-Riesen Linotype AG einbringen. Dabei geht man ähnlich vor wie beim Zusammenschluß der Siemens Datentechnik mit der Nixdorf Computer AG.

Das geht natürlich nur, wenn das Bundeskartellamt und die EG-Kommission in Brüssel wieder stillhalten. Aber da es nach dein Urteil der Brüsseler Kommission keinen Anlaß gibt, gegen die beabsichtigte Mehrheitsbeteiligung an der Nixdorf Computer AG nach den EG-Wettbewerbsregeln einzuschreiten, brauchen sich die "Drahtzieher" in München darüber wohl keine Sorgen zu machen, daß ihnen die Wettbewerbshüter einen Knüppel zwischen die Beine werfen.

Die Kommission der Europäischen Gemeinschaft betrachtet den Sienix-Deal zwar als bedeutend für die Gemeinschaft, aber die Beteiligung begründe oder verstärke keine marktbeherrschende Stellung des Unternehmens.

Auch die erkannte erhebliche Summierung von Marktanteilen bei kleineren Computer-Mehrplatzsystemen und privaten Nebenstellenanlagen in der Bundesrepublik Deutschland brachte die Kommission, die den Zusammenschluß nach der neuen Fusionskontrollverordnung beurteilte, nicht ins Wanken. Schließlich gebe es genügend Anbieter innerhalb und außerhalb der EG, die das Verhalten der neuen Gesellschaft kontrollieren könnten, hieß es in der Begründung.

Wie Siemens zu seinen neuesten Akquisitionsplänen mitteilte, sollen die Aktivitäten der Dr.-Ing. Rudolf Hell GmbH, Kiel, als Sacheinlage in die Linotype AG, Eschborn, eingebracht werden.

Im Gegenzug erhält der Münchner Elektronik-Konzern Linotype-Aktien. "Linotype würde diese Aktien der Siemens AG durch eine Kapitalerhöhung unter Ausschluß des Bezugsrechts der jetzigen Aktionäre zur Verfügung stellen", heißt es in einer Presseerklärung der Siemens AG dazu. Der Konjunktiv wird hier benutzt, weil das Votum des Bundeskartellamtes noch aussteht, dem das Vorhaben nach Angaben von Siemens bereits zur Begutachtung vorgelegt worden ist.

Es wird erwartet, daß die Münchner dann etwa ein Drittel des erhöhten Kapitals der Linotype AG halten werden. Allerdings wird der genaue Wert des Unternehmens und der Sacheinlage der Hell GmbH noch von Wirtschaftsprüfern zu bestimmen sein.

Linotype machte im vergangenen Jahr mit 2492 Mitarbeitern einen Umsatz von 686 Millionen Mark; die Hell GmbH brachte es dagegen bei etwa 3500 Mitarbeitern auf insgesamt 700 Millionen Mark Umsatz. Nach erfolgreicher Transaktion und Absegnung durch die Hauptversammlung 1991 wird das entstandene Konglomerat in Linotype-Hell AG umbenannt.

Aus der Siemens-Pressemitteilung ist zu entnehmen, daß die Planer bereits wissen, wo man Kosten sparen kann: "Die zunehmende Integration in der Technologie der Bild- und Textverarbeitung und die Globalisierung der Märkte erfordern eine breite Produktpalette in allen Marktsegmenten. Die hohen Entwicklungskosten für neue Produkte und Systeme bei immer kürzeren Innovationszeiten erfordern die Ausschöpfung aller Rationalisierungsmöglichkeiten und die Realisierung von Synergiepotentialen."