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30.07.1982

EG - Kommission schlägt langfristiges Strategieprogramm vor:"Esprit" soll Europas Elektronikindustrie beleben

BRÜSSEL (cmd) - Mit einer langfristigen Strategie will die EG - Kommission die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im Bereich der Informationstechnologie wieder stärken. Durch "Esprit" - so der Name des Programms - sollen die europäischen Unternehmen einen der Größe des EG - Marktes entsprechenden Anteil von 30 Prozent am Weltmarkt erreichen.

Bisher entfallen nach Angaben der Kommission auf die europäische Industrie nur 40 Prozent des EG - Binnenmarktes und knapp zehn Prozent des Weltmarktes. Bei mikroelektronischen Bauelementen würden Herstellung und Entwurf von den USA und Japan beherrscht. Im Großrechnerbereich sei der Umsatz von IBM Europa größer als der der zehn größten europäischen Unternehmen. In der Unterhaltungselektronik halte Japan den ersten Platz auf dem Weltmarkt und in der Fernmeldetechnik könne kein europäisches Unternehmen mit AT & T mithalten. Außerdem sei die europäische Industrie durch die Zersplitterung in nationale Märkte, unterschiedliche einzelstaatliche Normen und lokale Abänderungen internationaler Vorschriften benachteiligt.

Esprit, das europäische strategische Forschungsprogramm auf dem Gebiet der Informationstechnologie, soll in fünf Schwerpunktbereichen der europäischen Industrie auf die Beine helfen.

Das Teilprogramm "Fortgeschrittene Mikroelektronik" konzentriert sich auf neuartige Technologien für den Entwurf und die Herstellung von VLSI. Hier sind bereits erste Projekte ausgeschrieben worden.

Ein anderer Aspekt von Esprit betrifft die "Fortgeschrittene Informationsverarbeitung (AIP)", die die direkte Mensch - Maschine - Kommunikation in Wort und Bild ermöglichen soll.

Im Bereich "Softwaretechnologie" ist vorgesehen, eine "zweite Generation" von Softwareproduktionssystemen zu entwickeln. Langfristiges Ziel ist hierbei die Konzeption und der Aufbau von Standardwerkzeugen und -methoden.

Durch die beiden letzten Teilprogramme sollen Systeme für die Büroautomation und für die computerintegrierte flexible Fabrikation weiterentwickelt werden. Als wesentliche Voraussetzung wird hier die kontinentweite Einführung gemeinsamer Fernmeldedienste mit kompatiblen Normen, Betriebsverfahren und Anwenderprotokollen hervorgehoben.

Bis Mitte Dezember will die EG - Kommission dem Ministerrat das Esprit -Gesamtprogramm vorlegen. In einer Vorbereitungsphase sollen allerdings bereits im Herbst 1982 einige Pilotprojekte initiiert werden. Hierfür stellt die Kommission zehn bis zwölf Millionen ECU (Europäische Rechnungseinheiten) im Haushalt 1983 zur Verfügung. Der Gesamtumfang von Esprit soll ungefähr den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen der USA und Japans entsprechen.