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27.07.1990 - 

Ovum-Studie veröffentlicht

EG-Kommission soll Europas Software-Anbieter stärken

LONDON (CW) - Die Repräsentanz amerikanischer Anbieter auf dem europäischen Softwaremarkt ist nach Einschätzung des Londoner Beratungsunternehmens Ovum Ltd. alarmierend. Die Engländer appellieren an die EG-Kommission, eine öffentliche Diskussion zu entfachen und Anbietern Hilfestellungen zu geben.

Nach Informationen des englischen Branchen-Informationsdienstes "Computergram", der sich auf einen Marktforschungs-Bericht der Ovum Ltd. bezieht, sind auf der Liste der 40 größten Anbieter von System- und Anwendungssoftware in Europa überwiegend US-Unternehmen zu finden. 64 Prozent der abgesetzten Produkte stammen aus den Vereinigten Staaten. Der amerikanische Anteil am europäischen Software-Umsatz beträgt immerhin 60 Prozent.

Zweitstärkster Software-Anbieter ist nach der Ovum-Erhebung die Bundesrepublik mit einem prozentualen Marktanteil von 15 Prozent. Es folgen Frankreich mit neun und Großbritannien mit acht Prozent. An der Spitze der Top 40 steht mit großem Abstand die IBM, gefolgt von weiteren traditionellen Hardware-Produzenten wie Siemens, Nixdorf, ICL, Bul1, DEC, Olivetti und Unisys. Computer Associates und Microsoft belegen als reine Software-Anbieter gemeinsam den neunten Rang.

Um dem Druck der US-Konkurrenz künftig gewachsen zu sein, sollten sich nach Ansicht von Ovum-Geschäftsführer Tim Johnson die Anbieter der Alten Welt zu großen paneuropäischen Konzernen zusammenschließen. Eine unterstützende Funktion könne hierbei die Kommission der Europäischen Gemeinschaften einnehmen: Sie soll nach Vorstellungen Johnsons die Informationsstrukturen zwischen den Nationen optimieren und nach Möglichkeit gemeinsame Verkaufsprogramme in die Wege leiten. Allerdings dürfte die Aufgabe der Kommission nicht darin bestehen, europäische Unternehmen einseitig zu begünstigen oder gar Schutzzölle gegen US-Ware zu verhängen.

Ovum schätzt das europäische Marktvolumen für Softwareprodukte auf jährlich elf Milliarden Dollar. Derzeit befindet sich der Markt in einer Phase der Umstrukturierung. Hardware-Anbieter drängen aufgrund der anhaltenden Absatzschwäche in den Softwaremarkt, um ihre Geräte im Paket mit attraktiven Programmen loszuschlagen. Trotzdem räumen die Analysten Software-Anbietern für die nächsten Jahre noch gute Marktchancen ein.