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05.04.1991 - 

Einheitlicher Netzzugang durch Standardisierung

EG-Kommission verabschiedet Rechtlinie für Mietleitungen

BRÜSSEL (vwd) - Die EG-Kommission ist im Hinblick auf die Liberalisierung des Telekommunikations-Marktes einen Schritt weitergekommen. Auf Initiative von EG-Forschungskommissar Filippo Maria Pandolfi wurde jetzt ein Richtlinienvorschlag verabschiedet, der den Zugang zu Mietleitungen offen und einheitlich gestalten soll.

Unter Mietleitungen sind Telefonleitungen zu verstehen, die Unternehmen auf Jahresbasis von Telecom-Gesellschaften anmieten. So läßt sich die Verbindung zu ein und demselben Gesprächspartner oder zu einem Dienstleistungsangebot mit Mehrwert kostengünstiger realisieren als bei gesprächsweise berechneter Miete einer Verbindung.

Das EG-weite Angebot von Mietleitungen war bislang schwierig, da es an technischen Standards für einheitliche Schnittstellen fehlt. Außerdem sind die Bedingungen für Lieferung und Nutzung sowie die zugrundegelegten Tarife für die offerierten Dienste von Land zu Land unterschiedlich. Der Richtlinienentwurf für den offenen Netzzugang (ONP) sieht daher normierte Leitungstypen für sämtliche Mitgliedstaaten vor. Vorgeschlagen werden analoge und numerische Mietleitungen mit einer Leistung von 64 Kbit/s sowie numerische Leitungen mit 2 Mbit/s.

Der Vorschlag beinhaltet ferner Bestimmungen, die es er möglichen sollen, die Liste der verfügbaren Mietleitungen auf Grundlage der Nachfrage-Entwicklung auf dem neuesten Stand zu halten.

Den Kommissionsvorstellungen zufolge müssen die Nutzer- und Lieferbedingungen transparent gestaltet werden, um einen gleichberechtigten Zugang aller zu gewährleisten. Es sei daher erforderlich, die Anbieter künftig dazu zu verpflichten, Anwender unverzüglich über etwaige Änderungen der Lieferbedingungen zu informieren. Bei der Verknüpfung einzelner Mietleitungen zwischen Unternehmen oder Netzen mit Mehrwert dürfe es keine Einschränkung technischer Natur geben. Ferner käme es darauf an, reglementierende Begrenzungen auszuschalten, es sei denn, es handele sich um von den nationalen Behörden vergebene Sonderrechte.

Die neue Richtlinie wirkt sich - so die Kommission - in erster Linie auf Anbieter von Dienstleistungen mit Mehrwert aus. Es könne damit gerechnet werden, daß das Volumen dieses Marktes (mit zwei Milliarden Ecu 1989) auf fünf Milliarden Ecu im Jahre 1992 anwachse. Wie es weiter heißt, sind die jüngsten Vorgaben aber auch für internationale Unternehmen, die ihre eigenen Kommunikationsnetze aus Wettbewerbsgründen auf dem neuesten technologischen Stand halten müssen, von erheblicher Bedeutung