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06.11.1992 - 

EG-Papier formuliert weitere Schritte zur Deregulierung des TK-Marktes

EG-Kommission will das Monopol der Sprachvermittlung brechen

BRÜSSEL (CW) - Die EG-Kommission will das Monopol zur nationalen Sprachvermittlung zwischen den Mitgliedsstaaten brechen. Laut Aussagen von Sir Leon Brittan, EG-Kommissar für Wettbewerbsfragen, stehen vier Optionen zur Diskussion.

Über die Notwendigkeit einer Deregulierung der Sprachvermittlung, so Brittan, sei man sich einig, nur das Wie werde noch diskutiert. Einem Diskussionspapier der Kommission zufolge reichen die Handlungsmöglichkeiten von einer "Öffnung des gesamten Sprachkommunikationsbereiches für den Wettbewerb" bis zu einer "Beibehaltung des Status quo, bei dem nationale Monopolisten den innerstaatlichen, EG-internen und internationalen Sprachverkehr kontrollieren". Wie Brittan mitteilt, bevorzugt die EG-Kommission einen Mittelweg, der die zwischenstaatliche Telekommunikation der Mitgliedsstaaten für den Wettbewerb nicht nationaler Betreiber öffnet. Die Betreibergesellschaften könnten ihren Sitz in einem anderen EG-Land oder außerhalb der Gemeinschaft haben. Die vierte Option beinhaltet massive Eingriffe auf Preis- und Investitionsentwicklung des TK-Marktes, um die Gebühren für die EG-interne Kommunikation zu senken. Die Kommission lehne diesen Vorschlag ab, da er zu starke intervenierende Komponenten beinhalte.

Brittan betont, daß die Kommission vor einer Entscheidung den Kontakt mit den Telefongesellschaften, Herstellern und nationalen Regierungen suche. Auf Basis dieser Konsultationen wolle die Kommission die künftige Politik zur Deregulierung des EG-TK-Marktes festlegen. Allerdings sei die jetzt geplante Liberalisierung des Marktes für EG-Ferngespräche nur ein weiterer, logischer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Liberalisierung des Marktes.

Wie der EG-Kommissar weiter berichtet, sei die umfassende Liberalisierung ein Wunsch vieler Telefongesellschaften, Hersteller und Anwender. Für Jonathan Rickford, ein Direktor von British Telecom, ist der jetzige Kommissionsvorschlag ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

BT würde zwar eine sofortige 100prozentige Deregulierung bevorzugen, aber man verstehe, daß der Schock für die restlichen Monopolisten der EG zu groß wäre, so Rickford. Der britische TK-Markt ist der einzige deregulierte Markt der EG.

Ein Mitglied von France Télécom, das nicht genannt werden will, bezeichnet den EG-Vorschlag als "technischen Blödsinn". Der Télécom-Vertreter begründet seine Ablehnung damit, daß das existierende Ziffernsystem nicht zur Wahl unterschiedlicher Leitungen verschiedener Anbieter geeignet sei. Außerdem würde jede Preissenkung der EG-internen Ferngespräche zu einer Verteuerung der innerstaatlichen Gespräche führen.

Brittan verteidigt die Pläne der Eurokraten damit, daß es nicht angehe, für ein Dreiminutengespräch von Belgien nach Dänemark 3,05 Dollar zu zahlen, während den dänischen Verbraucher dasselbe Gespräch nach Belgien aber nur 1,63 Dollar koste.